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Damenparfums: Magie der Sinne
Lifestyle 7 Min. 11.09.2019

Damenparfums: Magie der Sinne

Damenparfums: Magie der Sinne

Foto: Shutterstock
Lifestyle 7 Min. 11.09.2019

Damenparfums: Magie der Sinne

Floral, würzig oder einfach nur zum Anbeißen: von Chanel über Hermès bis Gaultier - zehn neue Damendüfte im Redaktionstest.

„Narciso Rouge“ von Narciso Rodriguez

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(NW) - Auf die Lancierung des gleichnamigen Eau de Parfum im vergangene Jahr folgt nun seine leichtere, blumigere Variante: „Narciso Rouge Eau de Toilette“ (30 ml, um 55 Euro). Rein äußerlich vom Eau de Parfum unterscheiden lässt sich die Neuheit an der transparenten Verschlusskappe. Für eine olfaktorische Differenzierung haben die beiden Parfümeurinnen, Sonia Constant und Nadège le Garlantezec, gesorgt, indem sie an Stelle der Iris Maiglöckchen als Begleiter der Rose gewählt haben. Der helle Duft der Frühjahrsblüher charakterisiert den ersten Eindruck dieser Duftkomposition. Für einen Hauch angenehmer Süße neben der Rose sorgen Alpenveilchen und die Narciso-typischen Moschus-Akkorde. Eine gelungene florale Variante für Narciso-Fans und alle, die es blumig-pudrig mögen.

Kopf: Rose, Maiglöckchen

Herz: Moschus

Basis: Tonkabohne, Vetiver, Zeder 

„L'eau d'Issey Rose & Rose“  von Issey Miyake 

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(NW) - Als Fan des Klassikers „L'Eau d'Issey“ war ich auf dieses Eau de Parfum Intens besonders gespannt. Umso größer war die Überraschung, die meinen Geruchssinn erreichte: eine intensive Dosis jenes Brause-Bonbon-süßen Duftstoffs, ohne den es derzeit kaum ein Damenduft ins Regal schafft. Wer etwas Geduld mitbringt, kann nach einiger Zeit das Rosenduo erahnen, das in einem Bouquet aus Mandarine, Birne und rosa Pfeffer zur Geltung kommen soll. Die „Königin der Blumen“ hätte dabei etwas mehr Raum einnehmen dürfen. „Rose & Rose“ (50 ml, um 90 Euro) trifft den Zeitgeist der Düfte, so einmalig wie „L'Eau d'Issey“ ist diese Kreation jedoch nicht. 

Kopf: Rosa Pfeffer, Himbeere, Birne

Herz: Rose, Zentifolie, Osmanthus

Basis: Patschuli, Ambrox, Cashmeran 

„Twilly Eau Poivrée“ von Hermès

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(NW) -  Erfrischend anders ist der erste Eindruck, den „Twilly Eau Poivrée“ (30 ml, um 62 Euro) versprüht. Das neue Eau de Parfum, das Christine Nagel für Hermès kreierte, hebt sich mutig vom Duft-Mainstream ab. Schon visuell kommt es mit Humor daher: Die schwarze Kappe auf dem Flakon erinnert an eine Melone, um den Flaschenhals wurde ein Seidenschal geschlungen. Diese Assoziation an die Swinging Sixties ist gewollt, vielleicht der Name gar eine Anspielung an Twiggy, jenes Model, das zur Ikone der Dekade wurde. „Sinnlich mädchenhaft“ wirkt der einprägsame Akkord aus Rosa Pfeffer, Rosenherz und Patschuli. Im ersten Eindruck frisch und spritzig, dann, ergänzt durch florale und würzige Noten, orientalisch. Überraschend, frech, humorvoll und dennoch sinnlich. Absolut gelungen! 

Kopf: Rosa Pfeffer

Herz: Rosenherz

Basis: Patschuli 

„Le Parfum Royal“ von Elie Saab

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(NW) - Mit einem „Parfum für ihre königliche Persönlichkeit“ lanciert Couturier Elie Saab nach acht Jahren seinen zweiten Damenduft. Der gewichtige Glasflakon gleicht kaum zufällig einem geschliffenen Edelstein. Die Gärten des Palais Royal sind die Kulisse, die sich der Modeschöpfer für die elegante Trägerin des „Le Parfum Royal“ (30 ml, um 62 Euro) vorstellte. Mit Paris soll sie sich auf ihren Weltreisen am meisten identifizieren, heißt es. Eben jene Großartigkeit, die etwas an Individualität vermissen lässt, findet sich auch im Duft wieder: ein Mandarinen-Akkord in der Kopfnote schwingt mit Rosen-Absolue, Bulgarischer Rose und Neroli – üppig unterlegt mit Patschuli, Sandelholz, Ambra und Vanille. Nichts völlig Neues, jedoch durchaus harmonisch und pudrig elegant in der Wahrnehmung. 

Kopf: Mandarinorange

Herz: Türk. & Bulg. Rose, Neroli

Basis: Patschuli, Sandelholz, Ambra, Vanille 

„Cœur Battant“ von Louis Vuitton

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(mk) -  Das Herz des neuen Damenduftes aus der Parfumschmiede des französischen Designhauses Louis Vuitton in Grasse schlägt im Takt von Frische und Sinnlichkeit. Zuerst lässt das Eau de Parfum „Cœur Battant“ (100 ml, um 210 Euro) mit köstlicher Birne, ägyptischem Jasmin und der beinahe grünen Note von wilder Narzisse ein heiteres und sehr naturalistisches Duftbild aufleben. Doch im Hintergrund lauern gefährlichere Aromen, die nach und nach die florale Komposition unterwandern und ihre animalischeren Facetten freisetzen. Parfumeur Jacques Cavallier Belletrud spielt mit feinen Nuancen und lässt sein kontrastreiches Werk mit warmen Noten ausklingen. Er bleibt sich treu und legt auch bei diesem zehnten Werk den Akzent auf die Qualität der Essenzen und nicht auf laute Effekthascherei. 

Kopf: Birne, Moschussamen

Herz: Jasmin, Narzisse

Basis: Patschuli, Eichenmoos 

„Joy – Eau de Parfum Intense“ von Dior

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(mij) - „Ich wollte die sinnliche Seite dieses Dufts unterstreichen, ihn in einem neuen Licht erstrahlen lassen und seine Sillage durch voluminösere holzige Noten betonen – ihr eine sinnlichere Dichte verleihen.“ François Demachy, Parfumeur-Créateur des Hauses Dior, beschreibt in blumigen Worten das, was dieses Eau de Parfum Intense (50 ml, um 103 Euro) ausmacht: ein blumiges Bouquet auf einer holzigen Basis und mit einer fruchtigen Kopfnote, weitaus süßer und stärker als das im vergangenen Jahr lancierte Original, das floraler daherkommt. Das führt nicht unbedingt zu einem Wow-Effekt, überrascht aber zumindest mit olfaktorischer Dominanz. Und für alle, die an Übersinnliches glauben: Auf der Unterseite des Flakons ist eine Windrose eingraviert – ein Glücksbringer des Hauses Dior. 

Kopf: Zitrusfrüchte, Neroli

Herz: Zentifolie, Spanische Jasmin

Basis: Sandelholz, Patschuli, Vanille 

„Camelia“ von Acqua di Parma

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(mk) - Weder zu süß noch zu fruchtig noch zu herb – Unisex-Parfums sind derzeit extrem angesagt. Als eine Art olfaktorische „Boyfriend-Jeans“ bewegen sie sich in einem Niemandsland, das sie und er sich gleichermaßen aneignen können. Und auf diesem Duftterrain bewegt sich auch „Camelia“ (100 ml, um 205 Euro), denn – anders als es der Name vermuten lässt – offenbart der Flakon kein opulentes Blumenbouquet. Ganz im Gegenteil: Kamelie und Jasmin bleiben ziemlich blass und können sich gegenüber der zitronigen Frische aus Bergamotte und gelber Mandarine sowie dem würzigen Cocktail aus Rosa Pfeffer, Muskatellersalbei und Benzoe nicht behaupten. Ob Alexandre Dumas‘ „Kameliendame“ sich in diesen doch einen Tick zu maskulinen Duft verlieben würde, ist demnach fraglich. 

Kopf: Bergamotte, Rosa Pfeffer

Herz: Kamelien, Jasmin, Salbei

Basis: Benzoe-Harz, Moschus 

„Soleil“ von Lalique

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(mk) - Wie ein Sonnenstrahl sollen die munteren Noten von „Soleil“ seine Trägerin erfreuen. Das Eau de Parfum von Lalique (50 ml, um 87 Euro) ist eine Reminiszenz an den Sommer mit blühendem Jasmin, süßem Birnen-Sorbet und spritziger Mandarine – unter die sich leckerer Caffè Latte, Mandeln, Karamell und sanfter Moschus mischen. Zuerst floral und fruchtig, dann wiederum Gourmand – da weiß das Näschen nicht so recht, wie es sich entscheiden soll. Doch gerade das macht die ansonsten recht unaufgeregte Kreation etwas spannender. Der Flakon im Retro-Design, in Form einer facettierten Sonne, ist ein Hingucker, und das sollte er auch sein, stammt er doch aus einer der renommiertesten Glasmanufakturen der Welt. Kleiner Bonus: Der filigrane Anhänger am Stöpsel ist ein Armband. 

Kopf: Kardamon, Mandel, Mandarine

Herz: Birne, Caffè latte, Jasmin

Basis: Sandelholz, Moschus  

„Gabrielle Essence“ von Chanel

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(mij) - Gabrielle „Coco“ Chanel zählt zu den bedeutendsten Figuren der Modewelt des 20. Jahrhunderts. 2017 setzte das Haus Chanel seiner Gründerin ein Zeichen mit dem Duft „Gabrielle“, einem Parfüm, das wie seine Namensgeberin ist: stark, weiblich und kompromisslos. Parfümeur Olivier Polge hat nun mit „Gabrielle Essence“ (50 ml, um 104 Euro) eine Abwandlung kreiert, die auf der Haut noch stärker und dominanter wirkt – mit einer süßen Kopfnote und einer starken, sinnlichen Basis. „Mit Essence wollte ich zur Quintessenz, bis zum Herzen des Parfums und der Blumen vordringen, für eine noch sinnlichere Duftimpression und Duftaura“, so Polge. Ein Eau de Parfum, das die Macht einer Powerfrau unterstreicht – und selbst einem Mauerblümchen zu einem sinnlich-opulenten Auftritt verhilft. 

Kopf/Herz/Basis: unter anderem Tuberose, Jasmin, Ylang-Ylan und Orangenblüte. 

„La Belle“ von Jean Paul Gaultier 

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(mij) - „Tauchen Sie ein in den Garten von Jean Paul Gaultier“, heißt es in der Beschreibung des neuen Eau de Parfum – und irgendwie kann man nicht glauben, dass es dort wirklich derart duften soll: Stehen an diesem Ort tatsächlich nur Bäume mit überreifen Birnen herum? Und irgendwo ein Diffuser, der alles mit einem süßen Vanilleduft einhüllt? Immerhin bleibt Gaultier sich auch bei „La Belle“ (100 ml, um 126 Euro) treu: der Duft ist schwer und aufdringlich. „Aufgepasst, hier komme ich“, scheint die Duftkomposition zu rufen. Das passende Gegenstück heißt übrigens „Le Beau“ und tritt ähnlich mächtig in Erscheinung. Die weibliche Variante ist aber weitaus aufdringlicher – und sicher einer der süßesten Düfte im Test. 

Kopf: Grüne Birne

Herz: Bergamotte

Basis: Vanille 


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