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Da entwickelt sich was ...
"Darwin Project".

Da entwickelt sich was ...

Screenshot: Hersteller
"Darwin Project".
Lifestyle 21 7 9 Min. 11.06.2018

Da entwickelt sich was ...

Heutzutage ist es bei vielen Spieleproduzenten gang und gäbe, Projekte in einer Art Generalprobe zu testen, bevor sie - hoffentlich fertig entwickelt - auf den Markt kommen. Der sogenannte Early Access.

von Matthias Probst

Kunden können dann ein noch nicht fertiggestelltes Game zu einem vergünstigten Preis kaufen und darauf hoffen, dass es irgendwann als gute Vollversion erscheint. Allerdings ist die Flut an solchen "Vorschauversionen" derzeit so groß, dass man leicht den Überblick verlieren kann. Wir haben uns einige dieser Spiele genauer angeschaut und verraten, bei welchen sich der frühe Einstieg jetzt schon lohnt.

Deep Rock Galactic

Taffe Zwerge als Hauptakteure für ein ordentliches Abenteuerspiel gehen eigentlich immer – das sagen zumindest die Verkaufszahlen. Mit "Deep Rock Galactic" verlassen sich die Entwickler von Ghost Ship Games ApS aber nicht auf ein klassisches Fantasy-Setting, sondern befördern die kleinwüchsigen Baumeister kurzerhand ins All. Dort geht es zu verschiedenen Planeten, um wertvolle Mineralien abzubauen. Spielerisch wäre das jetzt weniger spannend, wenn diese fremden Höhlensysteme nicht von feindseligen Wesen bewohnt wären. Während der kurzen Erkundungstouren kommt es immer wieder zum Kontakt zwischen den Zwergen und den Insektoiden, die sich mit Klauen und anderen Attacken wehren. "Deep Rock Galactic" spielt sich daher wie eine Mischung aus Ego-Shooter und Erkundungsspiel à la "Minecraft". Besonders der letzte Vergleich stimmt in einer Hinsicht: Die komplette Umgebung lässt sich zerstören (aber leider nicht mehr aufbauen). Wer also mal in einer Höhle nicht mehr weiterkommt, "gräbt" sich eben seinen eigenen Tunnel – was auch mit durchschlagender Bewaffnung möglich ist.

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Doch Vorsicht: Bei jedem Ausflug in solch ein Höhlensystem sind die Ressourcen streng limitiert. Auch die Spezialfähigkeiten können nur bedingt eingesetzt werden. Derzeit stehen vier unterschiedliche Charaktere zur Auswahl, die allesamt ihre Stärken und Schwächen haben. Zudem lassen sich die Ausrüstungsteile nach jeder Mission verbessern. Das Spiel lässt sich zwar alleine locker zocken, doch im Mittelpunkt stehen die gemeinsamen Ausflüge mit Freunden: Bis zu vier Spieler gleichzeitig können sich in die fremden Welten wagen und sich gegenseitig den Rücken freihalten. Auf diese Weise kommen auch die Spezialfähigkeiten gut zum Einsatz. Beim bisherigen Stand macht "Deep Rock Galactic" einen richtig guten Eindruck. Ob die Langzeitmotivation beim fertigen Spiel gegeben ist, lässt sich allerdings noch nicht abschätzen.

Erhältlich für: PC, Xbox One // Website: www.deeprockgalactic.com

Hoverloop

Bei "Hoverloop" dreht sich alles um den schnellen Action-Spaß mit Kumpels. Der Multiplayer-Shooter, in dem bunte Drohnen gesteuert werden, will Gamer wieder für unkomplizierte Unterhaltung vor den Monitor locken. Online, im Splittscreen mit bis zu vier Freunden oder alleine mit computergesteuerten Kameraden darf man sich hier auf futuristischen Schlachtfeldern bekriegen. Inhaltlich hat man die Qual der Wahl: Die Macher von Not a Company bieten nämlich etliche Spielmodi an, von denen jeder für sich genommen schon über Wochen unterhalten könnte. Im klassischen Deathmatch geht es darum, wessen Drohne als letztes überlebt. Die Invasion lädt zur Gemeinschaftsarbeit ein, um feindliche Wellen an Feinden abzuwehren.

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Sportlich geht es bei einer Art Eishockey-Modus zu, bei dem ein überdimensionaler Puck ins gegnerische Tor befördert werden soll – mit Waffengewalt, wenn nötig. Die Drohnen lassen sich natürlich individuell gestalten und verfügen über spezielle Fähigkeiten, damit es nicht langweilig wird. Während die einen auf ein Schild setzen, vaporisieren die anderen ihre Gegner mit einem Todesstrahl oder werden einfach unsichtbar. Die verschiedenen Klassen und Spielmodi warten jedenfalls mit einer Menge frischer Ideen auf. Geplant ist neben dem Release für den PC auch eine Konsolenversion – wahrscheinlich ist das auch der beste Weg, um abends mit seinen Freunden bei einem netten Kaltgetränk diesen verrückten und wahnsinnig unterhaltsamen Zirkus zu genießen.

Erhältlich für: PC // Website: www.not-a-company.com

Darwin Project

Das "Darwin Project" von Scavengers Studio klingt zunächst nach einem ganz gewöhnlichen "Battle Royal"-Spielchen. Eine Handvoll Spieler wird in einer geräumigen Arena ausgesetzt und muss sich gegenseitig bekriegen – mit Pfeil, Bogen und Axt. "PUBG" und "Fortnite" haben bereits gezeigt, dass dieses System funktioniert. Also braucht es wirklich noch so ein Spielchen in ähnlicher Optik wie "Fortnite"? Ja, wenn man sich "Darwin Project" genauer anschaut. Denn die Macher haben ein besonderes Feature eingebaut, das für gute Laune sorgt: Ein Spieler darf die Rolle des Showmasters übernehmen und kann das Geschehen in der Arena live übertragen. Dadurch kommt ein Feeling wie bei "Die Tribute von Panem" auf. Und es wird noch besser: Der Showmaster darf auch selbst ins Geschehen eingreifen. Wenn er möchte, kann er beispielsweise eine Person markieren, die dann für alle anderen sichtbar ist. Oder er sperrt einfach ein Gebiet ab, das ab sofort als Todeszone fungiert. Oder er zündet kurzerhand eine kleine Atombombe und schaut, was passiert.

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Die Möglichkeiten sind immens. Dadurch wird das Third-Person-Survival-Abenteuer nicht nur für die Spieler selbst interessant, sondern auch für die Zuschauer. In der aktuellen Testphase wurde bereits ordentlich Blödsinn auf den kalten Schlachtfeldern (dort herrscht immer Winterzeit) angestellt, was für mächtig Unterhaltung sorgte. Nur ein Tutorial fehlt bislang und bei einigen Sitzungen dauert es schon mal mehrere Minuten bis ein Match zustande kommt. Sobald die Action aber losgeht, ist Spannung garantiert – egal, ob man als Überlebender, Showmaster oder Zuschauer agiert.

Erhältlich für: PC, Xbox One // Website: www.scavengers.ca

Descenders

"Descenders" ist wohl der wahrgewordene Traum eines jeden Mountain-Bikers. Bei diesem Extrem-Freeriding-Spiel aus dem Hause RageSquid heißt es, die Kontrolle über sein Zweirad zu wahren. Das geschieht aus der Third-Person-Ansicht und fühlt sich bereits in diesem Stadium der Entwicklung richtig gut an. Mit seinem Bike geht es über eng abgesteckte Rennstrecken meist steil bergab – schnelle Reaktionen sind ein Muss für die Abfahrt. Wer dann noch zwischendurch Zeit findet, kann auf Sprungschanzen tollkühne Tricks vollführen und sein Punktekonto nach oben treiben. Jede Strecke bietet dabei eine neue Herausforderung, weil sie immer prozedural generiert wird und man nie weiß, was einen erwartet.

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Erhältlich für: PC, Xbox One // Website: www.descendersgame.com

Ion Maiden

"Ion Maiden" pfeift auf den Fortschritt und versetzt ballerfreudige Zocker in einen Shooter, der direkt aus dem letzten Jahrhundert kommen könnte. Das Werk der Macher von Voidpoint spielt sich wie eine Hommage an "Doom" oder "Duke Nukem" – was auch kein Zufall ist. Denn hinter der Entwicklung steckt zusätzlich auch noch 3D Realms persönlich, die Entwickler von "Duke Nukem 3D". Was das heißt? Schnelle, actionlastige Shooter-Action gepaart mit markigen Sprüchen. Grafisch solltet man nicht zu viel erwarten: Es sieht haargenau so aus wie die Spiele aus den 90er-Jahren – und sorgt damit für eine charmante, nostalgische Atmosphäre.

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Spielerisch geht es von Anfang an rund: Es wird geballert, was das Zeug hält. In den einzelnen Levels warten zudem noch etliche Geheimnisse darauf, gefunden zu werden. Aktuell kann man eine Art Mini-Kampagne komplett spielen, für die man etwa 90 Minuten einrechnen sollte. Wie umfangreich das fertige Spielchen letztlich werden wird, bleibt abzuwarten. Ebenfalls ist noch nicht klar, ob es einen Multiplayer-Modus geben wird. So oder so: Für eine Zeitreise in die Vergangenheit der Videospiele eignet sich "Ion Maiden" bestens.

Erhältlich für: PC // Website: www.ionmaiden.com

Elea

Entwickler Kypdai und Publisher SOEDESCO entführen Spieler von "Elea" in die Tiefen des Kosmos. Im Jahre 2073 brach ein Raumschiff auf, um einen neuen Planeten zu kolonisieren. An Bord war auch der Wissenschaftler Ethan. Denn auf der Erde wird es eng für die Menschheit, da eine unkontrollierbare Krankheit wütet: Diese verwandelt Neugeborene in wütende Berserker. Nur die Flucht ins All und der damit verbundene Neubeginn kann die Menschen jetzt noch retten. Kurz bevor das Raumschiff namens Pilgrimage auf dem Planten Solace landen kann, bricht die Funkverbindung ab. Elea (mit vollem Namen River Elea Catherine Jones) macht sich Sorgen – denn Ethan ist ihr Ehemann. Dreizehn Jahre nach seinem Verschwinden macht sich Elea, ihres Zeichens ebenfalls Wissenschaftlerin, auf die Suche nach ihm. Die Reise beginnt. Das Setting und die Ausgangssituation klingen schon mal recht ansprechend, sofern man auf Science-Fiction steht.

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Spielerisch sollten sich Käufer auf einen gemächlichen Ausflug  vorbereiten, da sich "Elea" in der Nische der Erkundungssimulatoren - scherzhaft auch "Walking-Simulatoren" genannt - einnistet. Die eigentliche Geschichte wird durch Eleas Gedanken erzählt und ihre Interaktion mit der Umgebung. Nur wer sich die Zeit nimmt und auf der Raumstation Objekte betrachtet, wird die gesamte Story vermittelt bekommen. Ein guter Vergleich wäre an dieser Stelle "The Station", das durch seine packende Story zu fesseln weiß. Wie sich die Geschichte von "Elea" später entwickeln wird, steht bislang noch nicht fest: Die erste von geplanten drei Episoden befindet sich im Early Access und soll zu rund 80 Prozent fertig sein. Bisher ist zu sagen, dass die Story einen spannenden Eindruck vermittelt und die Grafik ebenfalls eine atmosphärische Präsentation ermöglicht. All das wird durch leichte Rätsel aufgelockert. Nur bei der Sprach- und Sound-Ausgabe ist noch Luft nach oben. Wer allerdings nicht von diesem Setting abgeneigt ist und nach gut erzählten Geschichten Ausschau hält, sollte sich "Elea" definitiv im Hinterkopf behalten – oder direkt für 5 Euro zugreifen.

Erhältlich für: PC // Website: www.projectelea.com

Deep Sky Derelicts

Was passiert, wenn man die Spiele "Darkest Dungeon" und "XCOM" miteinander vermischt und sie mit einer leichten Prise "Hearthstone" und "FTL: Faster Than Light" würzt? Man erhält "Deep Sky Derelicts" – ein taktisches Rollenspiel, das auf ein Kartenspiel-System und zufallsgenerierte Missionen zurückgreift. Die Entwickler von Snowhound Games präsentieren mit ihrem Debüt einen exzellenten Indie-Strategie-Leckerbissen, der sich für einen Early Access Titel in einem erstaunlich fertigen Zustand befindet. Der Grafikstil ist zwar etwas eigen, dafür aber perfekt für das düstere Sci-Fi-Setting – und handgemalt. Fast fühlt es sich an als würde man sich in einem interaktiven Comicbuch befinden.

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Im Mittelpunkt stehen die rundenbasierten Kämpfe gegen fiese Kreaturen, die sich auf Raumschiff-Wracks eingenistet haben. Denn als Söldner müsst ihr das All nach neuen Ausrüstungsgegenständen durchkämmen und landet dabei immer wieder auf mehr oder weniger bewohnten Raumschiffen. Die Kämpfe selbst drehen sich um das Kartendeck, das jeder mit sich führt: Bei jeder Auseinandersetzung bekommt man Karten aus dem eigenen Deck auf die Hand, mit denen "gearbeitet" werden soll. Der Reiz des Abenteuers liegt im Entdecken neuer Karten, neuer Fähigkeiten, besserer Ausrüstung und immer ausgeklügelter Taktiken. "Deep Sky Derelicts" würde sogar für ein fertiges Produkt einen ausgereiften Eindruck machen – was Publisher 1C Company noch großartig daran ändern möchte, bleibt abzuwarten. Der Trip ins All mit den Karten lohnt sich jedenfalls jetzt schon gewaltig.

Erhältlich für: PC // Website: www.snowhoundgames.com/deep-sky-derelicts


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