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Cyberkriminalität: Wenn Gamer in die Falle tappen
Lifestyle 3 Min. 18.08.2015

Cyberkriminalität: Wenn Gamer in die Falle tappen

Cyberkriminalität: Wenn Gamer in die Falle tappen

Lifestyle 3 Min. 18.08.2015

Cyberkriminalität: Wenn Gamer in die Falle tappen

Cyberkriminelle setzen immer stärker auf den Handel mit illegal erworbenen Registrierungsschlüsseln für Spiele - oft mit gestohlenen Kreditkartendaten.

(cid) - Zahlreiche Gamer kaufen Registrierungsschlüssel für Computerspiele im Internet. Top-Hits wie The Witcher 3 oder Grand Theft Auto 5 sind laut dem Sicherheitsunternehmen G Data dort meist für einen Bruchteil des üblichen Ladenpreises erhältlich.

»Cyberkriminelle setzen immer stärker auf den Handel mit illegal erworbenen Registrierungsschlüsseln für Spiele«, erklärt Ralf Benzmüller, Leiter der G Data SecurityLabs. Mit speziellen Schädlingen und gut umgesetzten Phishing-Methoden versuchen die Täter Zugangsdaten für Spieleplattformen und Online-Games zu stehlen, warnt der Experte. »Gamer sollten daher Angebote im Internet genau prüfen und dauerhaft eine Sicherheitslösung einsetzen«.

Der Handel mit illegal erworbenen Game-Keys und Guthaben floriert. Mit Spieleplattformen wie Steam oder Origin ist der Verkauf von Computerspielen längst im digitalen Zeitalter angekommen. Eine aktuell beliebte Masche bei Cyberkriminellen ist der Kauf von Registrierungsschlüsseln für aktuelle Top-Hits, allerdings mit gestohlenen Kreditkartendaten.

Diese Keys werden dann über beliebte Online-Marktplätze laut G Data zu günstigen Preisen weiterverkauft. Die Freude über das Schnäppchen bliebe bei Gamern aber nicht lange bestehen, da die Hersteller bereits nach kurzer Zeit den Zugang wieder sperren würden.

Auch illegal erworbenes digitales Guthaben für Xbox Live, Playstation Network, iTunes oder andere Plattformen sind für einen Bruchteil des eigentlichen Wertes in Untergrundforen käuflich. PSN-Guthaben im Wert von 50 Euro würden hier für rund 25 Euro gehandelt. Die Neugier soll die Anwender in die Falle locken, beispielsweise über eine spielbare Vorabversion, Videos oder Bilder von Spielen wie Fallout 4, Star Citizen oder Star Wars Battlefront.

Cyberkriminelle locken die Gamer so auf präparierte Webseiten, um deren Systeme unbemerkt per Drive-by-Infektion mit Schadprogrammen zu infizieren oder sensible Daten zu stehlen. Daher raten die Sicherheitsexperten von G Data zur Vorsicht bei solchen Angeboten.

Mit folgenden Maßnahmen sollen sich Online-Gamer schützen können: Vorsicht bei inoffiziellen Patches oder Modifikationen. Nur offizielle Updates von Spiele-Herstellern installieren, denn ein vermeintliches Update von Drittanbietern kann sich schnell als Computerschädling entpuppen. Verdächtige Mails lieber sofort löschen: Vorab nicht in die kommenden Spiele-Hits reinschauen, wenn es keine offizielle Demoversion gibt.

Anwender sollten E-Mails unbekannter Absender oder mit verlockendem Inhalt genauestens prüfen und sie im Zweifel lieber direkt löschen sowie Dateianhänge oder Links nicht anklicken. URLs manuell eingeben: Internetnutzer sollten Links in E-Mails stets genau überprüfen, bevor sie darauf klicken. Optimal ist es, Internetadressen der gewünschten Webseiten per Hand in die Adresszeile des Browsers einzugeben.

Eltern sollten mit ihren Kindern nicht nur gemeinsam eine altersgemäße Spieleauswahl treffen, sie können vor allem mit ihren Schutzbefohlenen zusammen über Sicherheitsvorkehrungen sprechen. Spieler sind sicherer unterwegs, wenn sie eine leistungsstarke und umfassende Sicherheitslösung auf dem PC einsetzen, die neben dem Schutz vor Schadprogrammen, Phishing und Spam-Mails auch in Echtzeit beim Surfen schützt.

Die Sicherheitslösung sollte permanent aktiviert sein - auch während des Spielens. Programme müssen dabei aktuell gehalten werden. Das Betriebssystem und die eingesetzte Software sollten immer auf dem aktuellsten Stand sein. Angreifer können so keine behobenen Sicherheitslücken ausnutzen.

Starke Passwörter verwenden, hilft auch beim Gaming. Auch hier gilt, dass Kombinationen aus Klein- und Großbuchstaben, sowie Ziffern und eventuell Sonderzeichen deutlich mehr Sicherheit bieten. Je länger und variabler das Passwort wird, desto stärker ist es. Die G Data Sicherheitsexperten empfehlen zudem bei Plattformen wie Steam oder Origin die Zwei-Faktor-Authentifizierung zu aktivieren.

Gamer sollten bei seriösen Händlern einkaufen und digitale Erweiterungen, Guthaben oder Game-Keys nur bei offiziellen Online-Spiele-Märkten kaufen. Anbieter vor dem Kauf kritisch überprüfen, außerdem empfiehlt sich die Nutzung einer Kreditkarte oder eines Bezahldienstleisters mit Käuferschutz.


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Foto: Oculus VR