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Coco Chanel: Ikone der Haute Couture
Lifestyle 5 2 2 Min. 10.01.2021

Coco Chanel: Ikone der Haute Couture

Zeitdokument aus dem Jahr 1960: Coco Chanel am Flughafen in Paris.

Coco Chanel: Ikone der Haute Couture

Zeitdokument aus dem Jahr 1960: Coco Chanel am Flughafen in Paris.
Foto: AFP
Lifestyle 5 2 2 Min. 10.01.2021

Coco Chanel: Ikone der Haute Couture

Am 10. Januar jährt sich der Todestag der französischen Modeschöpferin Gabrielle „Coco“ Chanel zum 50. Mal.

Von Peggy Conrardy

Seit den frühen 1900er-Jahren war sie Wegbereiterin einer revolutionären Damenmode: Gabrielle Chanel. Spitzname: Coco. Ihr berühmtes Kostüm aus Bouclé- und Tweedstoffen sowie das „kleine Schwarze“ finden bis heute Anklang in der Modewelt. 

Geboren wird Gabrielle Chanel am 19. August 1883 in einem Armenhaus an der Loire als zweites von fünf Kindern und Tochter einer Wäscherin und eines Straßenhändlers. Als sie zwölf Jahre alt ist, stirbt ihre Mutter, woraufhin ihr Vater sie in die Obhut eines von Nonnen geführten Waisenhauses gibt. Nachdem sie das Kloster mit 18 Jahren verlässt, hält sie sich mit Gelegenheitsjobs, etwa als Sängerin – vermutlich stammt ihr Spitzname „Coco“ aus dieser Zeit – und Schneiderin, über Wasser.

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Durchbruch ab 1910

1906 lernt sie im Kurort Vichy Etienne Balsan, einen vermögenden Erben einer Industriellendynastie, kennen und wird mit 23 Jahren seine Mätresse. Er überschreibt ihr 1910 eine Wohnung in Paris, in der sie ihr erstes Modeatelier einrichtet. Im selben Jahr eröffnet sie mit Hilfe einer Bürgschaft in der Rue Cambon dann ihr eigenes Hutatelier. 

Im Jahr 1913 folgt ihre erste Modeboutique namens „Chanel Modes“ im Seebad Deauville und weitere drei Jahre später der „Haute Couture Salon“ in Paris. Mit ihren unkonventionellen Kreationen befreit Gabrielle Chanel zu dieser Zeit die Damenwelt von steifen Stoffen, unpraktischen Schnitten und beengenden Korsetts.

Anfang der 1920er-Jahre gelingt Coco Chanel ein weiterer Durchbruch. Aber nicht etwa mit einem ihrer Kleider, sondern mit einem Parfum: „Chanel No. 5“. Es wird ihr größter Erfolg und ist bis heute der bekannteste und einer der meistverkauften Düfte der Welt. 

Von Paris nach Hollywood 

Als Coco Chanel 1931 auf Einladung von Samuel Goldwyn nach Hollywood reist, bietet der Filmproduzent ihr eine Million US-Dollar an, um Kostüme für seine Schauspielerinnen zu schneidern. Der Erfolg bleibt jedoch aufgrund mangelnder Extravaganz aus. Stattdessen kann Coco einige Hollywoodstars wie Marlene Dietrich und Greta Garbo als Kundinnen gewinnen.

Mit Kriegsbeginn schließt Coco Chanel 1939 ihr Modeunternehmen. Nach Beginn der deutschen Besetzung wird das Hotel Ritz, wo sie Jahre später ihren Lebensabend verbringen wird, erstmals zu ihrem vorübergehenden Wohnsitz. 

In der Nobelunterkunft lernt sie den deutschen Diplomaten Hans Günther von Dincklage kennen. Da sie aufgrund ihrer weitreichenden NS-Kontakte und Spionagetätigkeiten in Frankreich in Ungnade fällt, folgt sie ihm nach Ende des Zweiten Weltkriegs nach Lausanne, wo sie bis 1954 lebt.

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Auf der Erfolgswelle

Zurück in Paris arbeitet die Designerin an ihrem Comeback, motiviert vom „New Look“ des Kollegen Christian Dior. 1954 schafft die mittlerweile 70-Jährige dann das Unglaubliche. Das anfänglich belächelte „kleine Kostüm“ mit den großen Schmuckknöpfen, die Gliedergoldketten, die gesteppten Umhängetaschen und auch die Spangenschuhe katapultieren die Modeschöpferin erneut an die Spitze der Modewelt. 


Gabrielle Chanel: Vermächtnis einer Revoluzzerin
Das Pariser Modemuseum Palais Galliera widmet der französischen Couturière und ihrem unverkennbaren Stil mit „Gabrielle Chanel. Manifeste de la Mode“ eine umfangreiche Retrospektive mit über 350 Exponaten.

Coco Chanel gilt in der Modegeschichte bis heute als herausragende Persönlichkeit und zählt zu einer der einflussreichsten Designerinnen des 20. Jahrhunderts. Die ihr gewidmete Ausstellung im Pariser Modemuseum Palais Galliera – „Gabrielle Chanel – Manifeste de Mode“ mit 350 Ausstellungsstücken – ist noch bis Mitte März in Paris zu sehen.

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