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Château Les Crostes: Zu Besuch bei Prinz Félix und Claire
Lifestyle 22 5 Min. 20.05.2014

Château Les Crostes: Zu Besuch bei Prinz Félix und Claire

Lifestyle 22 5 Min. 20.05.2014

Château Les Crostes: Zu Besuch bei Prinz Félix und Claire

Umgeben von Wäldern, liegt das malerische Château Les Crostes, in dem Prinz Félix und Prinzessin Claire wohnen. Sonne, Wein und provenzalische Lebensart stehen hier auf dem Programm.

Von Jessica Heitz (Text) und Fern Morbach (Fotos)

Umgeben von Wäldern, liegt das malerische Château Les Crostes, in dem Prinz Félix und Prinzessin Claire wohnen. Sonne, Wein und provenzalische Lebensart stehen hier auf dem Programm.

Vom pittoresken Ortskern von Lorgues aus fährt man ein paar Kilometer über einen schmalen Waldweg, bis man an einem großen gusseisernen Tor ankommt, hinter dem sich das Château Les Crostes verbirgt.

Das typisch provenzalische Schloss wurde im 17. Jahrhundert erbaut und 1998 von der Familie Lademacher gekauft. Die gelbe Fassade und die türkisfarbenen Klappläden erstrahlen in der Mittagssonne, flankiert auf beiden Seiten vom satten Grün des Parks und der Weinreben, die seit ein paar Wochen saftige Blätter tragen.

Auf der Terrasse heißen Prinz Félix und seine hochschwangere Frau Claire ihre Gäste willkommen. Gut gelaunt führen sie die Gäste über das Domaine, das zum neuen Zuhause des Prinzen wurde. „Ich habe mit meiner Frau Claire viel darüber gesprochen, wo wir leben werden“, erklärt Prinz Félix. „Ich habe in vielen verschiedenen Ländern und Orten gelebt und bin natürlich immer noch in Luxemburg zu Hause, aber schlussendlich war mir klar, dass wir hier in der Provence leben werden.“ Man muss nur kurz den Blick schweifen lassen, um die Entscheidung des Prinzenpaares zu verstehen.

Oliven und Trauben

Ein eigenes Mikroklima verwöhnt hier die Gegend mit Sonne und angenehmen Temperaturen und lässt die gesamte Flora sowie auch die Olivenbäume gedeihen. Die Früchte dieser ergeben das grüne Gold der Provence, das Olivenöl. Etwa 220 Olivenbäume ergeben 350 bis 500 Liter aromatisches Öl pro Jahr. „Früher wurden Oliven und Trauben angepflanzt, damit das ganze Jahr über Arbeit da war“, so Linda Schaller. Nach der Weinlese kamen die Oliven dran.

Hinter dem Olivenhain liegt ein kleiner See mitsamt Insel, die zum Entspannen einlädt. Das Wasser ist mit Seerosenblättern bedeckt und einige Blüten recken ihre fuchsia-farbenen Blätter zaghaft der Sonne entgegen. Märchenhaft wirkt dieser kleiner versteckte Ort, dessen Stille nur vom Quaken der zahlreichen Frösche gestört wird. „Dies ist einer meiner Lieblingsplätze“, so Prinz Félix. „Genauso wie der Aussichtspunkt“.

Prinz Félix und seine Frau Claire führten die Gäste durch das Weingut.
Prinz Félix und seine Frau Claire führten die Gäste durch das Weingut.
Fern Morbach

Dieser bietet einen seltenschönen Ausblick. Die Sonne lässt das tiefe Tal noch grüner wirken, das das Gut umschließt. Ein würziger Duft steigt einem in die Nase. 
Salbei, Minze und Lavendel – der Duft der Provence. „Hier sehe ich mir öfters den Sonnenuntergang an“, so der junge Gutsherr.

Durch die Weinberge führt dann wieder der Weg zurück zum Schloss. Etwa 50 Hektar sind mit Weinreben bepflanzt, an denen demnächst saftige Trauben hängen werden. Diese ergeben den ganzen Stolz des Weinguts: die hauseigenen Weine. Weitere zehn Hektar Land liegen noch brach.

Obwohl Prinz Félix Marketing studiert hat, interessierte er sich schon immer für die Landwirtschaft. „Die Erde fasziniert mich. Ich hatte schon immer das Bedürfnis, mich in der freien Natur aufzuhalten und dem Stress der Stadt zu entkommen.“

Von der Frucht zum Wein

Morgens um halb acht beginnt sein Arbeitstag, der oft erst gegen 19 Uhr endet. Dieser passt sich der Saison an, denn je nach Monat fällt die Arbeit anders aus. „Jeden Tag lerne ich etwas dazu“, so der Jungwinzer, der Önologiekurse absolviert hat und sich selbst als Auszubildender beschreibt.

Zum Team der Kellerei, die in den 80er-Jahren unterhalb des Schlosses in den Felsen gebaut wurde, gehören Linda Schaller, die kommerzielle Leiterin sowie der Önologe Ted Garin, der seit über 20 Jahren im Château Les Crostes angestellt ist. „Als man uns mitteilte, dass Prinz Félix zu uns zieht, hat mich das sehr gefreut. Meine verstorbene Frau war Luxemburgerin und so hatte ich schon immer eine enge Beziehung zu dem Großherzogtum“, so der Önologe, der Hand in Hand mit dem Prinzen arbeitet.

Guter Wein braucht Zeit

Im Gegensatz zu Luxemburg geht in der Provence alles etwas langsamer vonstatten. Und das ist auch gut so, denn guter Wein braucht Zeit. Die Trauben werden nicht maschinell, sondern per Hand gelesen, was in dieser Gegend nicht mehr üblich ist. So werden nur die reifen Früchte gepflückt, und es gelangen weniger Blätter unter die gelesenen Trauben, die den Geschmack des Weins negativ 
beeinflussen.

Für den Jungwinzer Prinz Félix ist der Wein zur Leidenschaft geworden.
Für den Jungwinzer Prinz Félix ist der Wein zur Leidenschaft geworden.
Fern Morbach

Jedes Jahr kommen Saisonarbeiter aus Spanien und packen bei der Weinlese mit an. Jedes Jahr werden auch neue Weinreben angepflanzt, die aber erst nach vier Jahren ihre ersten Trauben tragen. Das Winzerdasein ist zur Leidenschaft des Prinzen geworden. „Die Arbeit hier auf dem Weingut bereitet mir viel Freude und das ist auch gut so, denn genauso sollte es sein.“ Wenn Prinz Félix vom Wein oder der Weinbereitung 
redet, leuchten seine Augen.

Etwa 350 000 Flaschen Wein werden jährlich produziert. Aus Rolle- und Sémillion-Trauben entstehen schmackhafte Weißweine. Grenache und Cinsault ergeben helle Rosé-Weine und die Sorten Syrah, Grenache und Cabernet werden für die aromatischen Rotweine verwendet. „Der Mensch nimmt etwas von der Natur und macht etwas Gutes daraus, nämlich Wein“, schwärmt der junge Prinz.

Zu Hause ist es am schönsten

Als goldenen Käfig könnte man das Weingut ansehen. Dem ist aber nicht so. Sein aktuelles Lebensgefühl beschreibt Prinz Félix als frei, sicher und stressfrei. Jedoch zieht es ihn immer wieder nach Luxemburg. Einmal im Monat besucht er seine Familie. „Demnächst fahren wir wieder nach Lu-xemburg, da ja die Geburt unseres Kindes ansteht sowie der Nationalfeiertag, den wir – wenn das Baby es zulässt – mitfeiern werden.“ Denn auch im Süd-Osten Frankreichs werden die luxemburgischen Traditionen gepflegt.

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