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CeBIT 2014: jetzt mal ohne Verbraucher
Auf der CeBIT 2014 ist China neben Deutschland größtes Ausstellerland, noch vor Großbritannien.

CeBIT 2014: jetzt mal ohne Verbraucher

Foto: AFP
Auf der CeBIT 2014 ist China neben Deutschland größtes Ausstellerland, noch vor Großbritannien.
Lifestyle 2 Min. 11.03.2014

CeBIT 2014: jetzt mal ohne Verbraucher

Die weltgrößte Computermesse CeBIT kämpft seit Jahren darum, in einer äußerst dynamischen Industrie relevant zu bleiben. Zugleich fehlt es im Vergleich zu anderen Veranstaltungen an Glanz.

(dpa) - Neues Jahr - ganz andere CeBIT. Die  weltgrößte Computermesse richtet sich dieses Jahr nur an Profi-Anwender. Erwartet werden bis Freitag 230 000 Fachbesucher. Insgesamt präsentieren sich vom 10. bis zum 14. März insgesamt 3400 Standbetreiber.

Mit ihrem Motto „Datability“ zielt die CeBIT auf den Trend zu immer größeren Datenmengen und die Verantwortung im Umgang damit.

Neun Monate nach Ausbruch des NSA-Skandals verspricht die Politik auf der weltgrößten Computermesse CeBIT rasches Handeln für ein sichereres Internet. Die EU-Kommission und die deutsche Regierung wollen in diesem Jahr eine europäische IT-Sicherheitsrichtlinie auf den Weg bringen. „Snowden gab uns einen Weckruf. Lassen Sie uns ihn nicht verschlafen“, betonte die für Digital-Themen zuständige EU-Kommissarin Neelie Kroes am ersten CeBIT-Tag in Hannover. Datenschutz und Sicherheit sind fest in den Mittelpunkt der Branchenschau gerückt.

Ein sichereres Internet

Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel und Großbritanniens Premier David Cameron setzen sich gemeinsam für einen IT-Binnenmarkt in Europa ein. Cameron machte nur einen Teil des Messerundgangs mit, blieb den Ständen von auf Datenschutz und Verschlüsselungstechnik spezialisierten Unternehmen aber fern. Die Rolle der britischen NSA-Partnerdienstes GCHQ in dem seit Monaten köchelnden Überwachungsskandal wurde in Hannover nicht angesprochen.

Der russische Virenjäger Eugene Kaspersky warnte auf der CeBIT vor IT-Sabotage als einer bisher unterschätzten Gefahr. Inzwischen steuerten Computer immer mehr lebenswichtige Systeme, die Software dieser Anlagen sei aber unzureichend geschützt. „Wenn nichts unternommen wird, könnte es irgendwann gewaltig krachen“, griff er zu deutlichen Worten.

Gesalzene Preise

Die Eintrittspreise zur CeBIT 2014 sind happig. Das Tagesticket kostet 60 Euro. Vor einem Jahr waren es 20 Euro weniger. Wer dem Konferenz-Programm lauschen will, muss für einen Tag gleich 600 Euro hinblättern. Dafür verspricht die CeBIT „hochkarätige“ Sprecher wie Wikipedia-Gründer Jimmy Wales oder Apple-Mitgründer Steve Wozniak.

Nur: Gerade einmal zwei Wochen vorher setzte eine andere Veranstaltung in Europa die Messlatte für ein Konferenz-Programm hoch. Beim Mobile World Congress in Barcelona waren Facebook-Gründer Mark Zuckerberg und IBM-Chefin Virginia Rometty die Zugpferde. Selbst im „Randprogramm“ gab es noch schillernde Figuren wie WhatsApp-Gründer Jan Koum.


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