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Buchtipps für Gartenfreunde
Lifestyle 7 Min. 02.08.2021
Selbstversorger

Buchtipps für Gartenfreunde

Gärtnern kann man nicht nur im Garten - auch auf dem Balkon und der Fensterbank ist einiges möglich.
Selbstversorger

Buchtipps für Gartenfreunde

Gärtnern kann man nicht nur im Garten - auch auf dem Balkon und der Fensterbank ist einiges möglich.
Foto: dpa
Lifestyle 7 Min. 02.08.2021
Selbstversorger

Buchtipps für Gartenfreunde

Sarah SCHÖTT
Sarah SCHÖTT
Wer sich selbst versorgen und Garten und Balkon effektiv nutzen will, kann auf eine ganze Reihe von Ratgebern zurückgreifen.

Selbstversorgung liegt im Trend. Nachhaltigkeit heißt das Gebot der Stunde. Jeder möchte sein Leben ein bisschen grüner, ein bisschen umweltfreundlicher und vielleicht auch ein bisschen naturnäher gestalten. Natürlich klappt das in den seltensten Fällen von einem Tag auf den andere und ganz ohne Planung und Vorbereitung. Die hier vorgestellten Bücher haben sich zum Ziel gesetzt, Menschen zu begleiten, die trotzdem einfach mal anfangen wollen. Ihr Credo: Auch wenn nicht alles perfekt ist, ist es allemal besser, loszulegen als nichts zu tun. 

Autark leben - Tipps für alle Lebensbereiche

Was braucht man für ein gutes Leben? Diese Frage steht am Anfang des Buches von Theresa Mai, aber auch am Anfang ihrer eigenen Geschichte. An diesem Anfang steht ein Wohnwagen namens Oskar und die Erkenntnis, dass es nicht so weitergehen kann wie bisher. Ihre Idee, die Welt zu einem besseren Ort zu machen, fußt auf vier Grundpfeilern: Autarkie, mit der Natur leben, Reduktion auf das Wesentliche und Gemeinschaft. In ihrem Buch gibt die Autorin Tipps, wie diese Grundideen im Leben eines jeden umgesetzt werden können.

Theresa Mai: „Wie wir leben könnten – Autark wohnen, Unabhängigkeit spüren, Gemeinschaft entdecken“, Löwenzahn, 220 Seiten, ISBN: 978-3-7066-2684-2, € 24,90.
Theresa Mai: „Wie wir leben könnten – Autark wohnen, Unabhängigkeit spüren, Gemeinschaft entdecken“, Löwenzahn, 220 Seiten, ISBN: 978-3-7066-2684-2, € 24,90.
Foto: Verlag

Regionales Obst und Gemüse spielt dabei eine ebenso große Rolle wie eine neue Definition von Freizeit. Dabei macht die Autorin auch vor solch relativ schwierigen beziehungsweise sensiblen Themen wie finanzieller Autarkie nicht halt. Auch für Strom, Wärme, Wasser und Renovierung hat sie Ideen parat, wie das Leben ein Stück weit unabhängiger – und je nach Sichtweise damit auch besser – werden kann. Zugegeben, für das Leben in kompletter Autarkie muss man vermutlich gemacht sein, zumindest muss man es wollen und es gehört eine gute Portion Optimismus dazu – dennoch finden Menschen, die sich für das Thema interessieren, hier auch Tipps, wie jeder immerhin ein kleines Stück beitragen kann. 

Es muss ja nicht gleich der eigene Bauernhof sein, auf dem man auch noch seinen Strom selbst produziert. Ein bisschen weniger statt immer mehr tut uns aber sicher allen gut – und so kann nach der Lektüre jeder selbst bestimmen, wie weit er gehen möchte. Vom Gemüse aus dem eigenen Garten bis zur Solaranlage auf dem Dach, die den eigenen Strombedarf deckt, sind dabei alle Optionen offen. 

Kurz und knackig - Tipps für Selbstversorger

222 – genau so viele Tricks hat Marco Jacob in seinem Werk für (angehende) Selbstversorger parat. Wie sich diese 222 Tricks verteilen, listet er gleich zu Beginn seines Buches auf: 32-mal Nutztiere halten und pflegen, 17 Mal nachhaltig leben, 53 Mal haltbar machen und lagern, 74 Mal anpflanzen und anbauen sowie 46 Mal einfacher leben. 

Marco Jacob: „Trick 17 Selbstversorger“, TOPP, 310 Seiten, ISBN: 978-3-7724-4522-4, € 19.
Marco Jacob: „Trick 17 Selbstversorger“, TOPP, 310 Seiten, ISBN: 978-3-7724-4522-4, € 19.
Foto: Verlag

Dabei ist das Buch auch für lesefaule Gartenfreunde geeignet, denn der Autor kommt mit vielen großformatigen Bildern und wenig Beschreibung aus, die meisten Tipps nehmen nicht mehr als eine Doppelseite ein. Das kann für Verwirrung sorgen, gibt dem Leser aber auch das gute Gefühl, dass die einzelnen Tipps nicht zu schwer umzusetzen sind – und kann dadurch sogar motivierend wirken. Egal ob eine Futterglocke für Vögel, selbst gemachter Eierlikör, eine Do-it-yourself-Vogelscheuche oder das Ausgeizen von Tomaten: Marco Jacob hält für fast jede Lebenslage einen Trick bereit. 

Nach jedem thematischen Abschnitt bleibt Platz für eigene Notizen, und ans Ende des Buches hat der Autor hilfreiche Checklisten gesetzt: Grundausstattung für Selbstversorger, Tipps für den Tierbestand oder Saisontabellen für Obst und Gemüse – die Listen erleichtern den Durchblick. Und so gilt am Ende schlicht: Einfach mal loslegen und ausprobieren!

Es muss kein großer Garten sein – Gärtnern auf dem Balkon

Nachhaltigkeit ist mit Sicherheit eines der aktuell am häufigsten vorkommenden Wörter. Egal, in welchen Lebensbereich man blickt, Ressourcen schonen ist das Gebot der Stunde. Ob mit der Bahn statt mit dem Auto fahren, Bio-Lebensmittel kaufen oder der Kleidung durch den Kauf im Second-Hand-Shop ein neues Leben geben – der Wille, mehr im Einklang mit der Natur zu leben, ist da. 

Auch der Anbau von eigenem Obst und Gemüse wird dabei immer beliebter. Aber Vorsicht – nicht alles, was nachhaltig klingt, ist es auch. Und auch beim Gärtnern kann man daher in so einige Fallen tappen. In Ihrem Buch „Grüner gehts nicht“ versucht Autorin Melanie Öhlenbach die Leser und Neu-Gärtner vor den Fehlern zu bewahren, die auch sie anfangs gemacht hat. Angefangen bei Plastikgefäßen, die so alles andere als nachhaltig sind, bis hin zur Herkunft der gekauften Pflanzen: Nur wer sich intensiv mit allen Schritten der Obst- und Gemüsegewinnung auseinandersetzt, kann gängige Fehler vermeiden. 

Melanie Öhlenbach: „Grüner gehts nicht – nachhaltig gärtnern auf dem Balkon“, Kosmos, ISBN: 978-3-4401-7110-3, 128 Seiten, 18 Euro.
Melanie Öhlenbach: „Grüner gehts nicht – nachhaltig gärtnern auf dem Balkon“, Kosmos, ISBN: 978-3-4401-7110-3, 128 Seiten, 18 Euro.
Foto: Verlag

Das Beste dabei: theoretisch braucht man nicht mal einen Garten, denn alle Tipps und Tricks, die die Autorin den Leserinnen und Lesern mit auf den Weg gibt, beziehen sich auf einen kleinen Garten auf dem heimischen Balkon. Denn, das beweist sie eindrucksvoll, es müssen nicht immer gleich mehrere Hektar Land sein. Melanie Öhlenbach selbst baut auf ihrem sechs Quadratmeter großen Balkon rund 50 Sorten Obst, Gemüse, Kräuter und Pflanzen an. Das Beste am Balkongarten ist dabei: er lässt sich auch in der Stadt realisieren und macht das eintönige Grau des Beton gleich bunter. 

Aber auch, wer auf dem Land wohnt oder einen großen Garten hat, kann sich hier noch einige Tipps abschauen. Egal ob Ausrüstung, Pflanzenwahl, oder richtige Pflege – die Autorin steht vor allem Einsteigern mit Rat und Tat zur Seite. Sie erklärt, welche Obst- und Gemüsesorten, aber auch Kräuter und Blumen sich besonders für den kleinen Raum eignen. Dabei gibt sie für viele Produkte und Ideen auch nachhaltige Alternativen an und hat einige DIY-Projekte parat, etwa ein Paletten-Pflanzregal oder ein Insektenhotel in der Dose. Wer sich überlegt, seinen Balkon etwas grüner zu gestalten, kann sich hier auf jeden Fall den einen oder anderen Kniff abschauen.

Gemüseanbau ohne grünen Daumen – Homefarming mit Judith Rakers

Judith Rakers richtet sich mit ihrem Buch vor allem an eine Gruppe: Anfänger – so wie auch sie einer war, als sie beschloss, es mit dem Obst- und Gemüseanbau zu versuchen. Die erste wichtige Botschaft: Das meiste Obst und Gemüse wächst von ganz alleine, auch ohne grünen Daumen. Zweitens: Zum Homefarming braucht man keine 80 Hektar Land. Es tut auch ein Balkon, denn, so die Autorin, Gemüseanbau ist überall möglich. Dabei gibt Judith Rakers Tipps für die verschiedenen Optionen: Wohnung, Terrasse, Schrebergarten. Egal, ob es um die Auswahl der richtigen Erde, die Vorzucht von Pflanzen oder das Anlegen eines Beetes geht – die Tagesschausprecherin berichtet humorvoll und mit einem Augenzwinkern aus ihrer eigenen Erfahrung, so dass die Leserinnen und Leser auch von ihren Rückschlägen lernen können.

Judith Rakers: „Homefarming – Selbstversorgung ohne grünen Daumen“. Gräfe und Unzer Verlag, 240 Seiten, ISBN: 978-3-8338-7783-4, € 22.
Judith Rakers: „Homefarming – Selbstversorgung ohne grünen Daumen“. Gräfe und Unzer Verlag, 240 Seiten, ISBN: 978-3-8338-7783-4, € 22.
Foto: Verlag

Neben Pflanzen für Anfänger und Fortgeschrittene geht Judith Rakers unter anderem auch auf Themen wie Mischkultur, Fruchtwechsel und Fruchtfolge ein, stellt aber sogleich auch klar: Das klingt alles kompliziert, deshalb ist es am besten, einfach mal anzufangen und zu schauen, was draus wird – ohne sich schon zu Beginn zu viele Gedanken über Details zu machen. 

Doch Judith Rakers konzentriert sich beim Thema Homefarming und Selbstversorgung in ihrem Buch nicht nur auf Obst und Gemüse aus heimischem Anbau. Sie erklärt auch, wie es mit Tieren aussieht – und wie man etwa in die Hühnerhaltung einsteigt. Wen lockt der Gedanke eines täglichen frischen Bio-Eis von glücklichen Hühnern aus dem eigenen Garten nicht? Im letzte Teil des Buches geht die Moderatorin ein weiteres, nicht unerhebliches Thema an. Wer Obst und Gemüse anbaut, hat meistens am Ende mehr davon, als er essen kann. Und wenn alle Nachbarn und Freunde versorgt sind, bleibt die Frage: Wohin damit? Dafür hat Judith Rakers Tipps zusammengetragen, bei welchen Sorten sich eher einfrieren oder doch lieber einkochen lohnt – und wie das eigentlich funktioniert. Bleibt am Ende nur noch eines zu tun: Anfangen!

Vielfalt erhalten – Saatgut selber ziehen

Wer kennt das nicht: Am Anfang der Saison fährt man ins Gartencenter und verbringt Stunden damit, sich auszusuchen, was man alles in den Garten pflanzen will. Das Problem daran, so Sigrid Drage: Fast alle handelsüblichen Samen sind Hybridsamen, also nicht auf Weitervermehrung angelegt. Damit nun aber jeder aus seinen Pflanzen das Beste auch für den nächsten, den übernächsten und noch viele weitere Saisonanfänge herausholen kann, gibt die Autorin Tipps, wie man Pflanzen selbst vermehren kann. Ein wichtiges Stichwort, auf das sie dabei eingeht, ist die Permakultur. Dabei geht es um eine naturnahe Gestaltung des Gartens, mit Mischkulturen und ressourcenschonender Bewirtschaftung. Im Grunde liegt das Ziel dabei in einem guten Zusammenleben von Mensch und Natur. 




Sigrid Drage: „Wie du dein eigenes Saatgut gewinnst – und so ein kleines Stück Welt rettest“. Löwenzahn, 220 Seiten, ISBN: 978-3-7066-2685-9, € 26,90.
Sigrid Drage: „Wie du dein eigenes Saatgut gewinnst – und so ein kleines Stück Welt rettest“. Löwenzahn, 220 Seiten, ISBN: 978-3-7066-2685-9, € 26,90.
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Die Autorin selbst ist promovierte Ökologin und betreibt den permakulturell bewirtschafteten „Sonnentor Frei-Hof“. Mit ihrem Buch will sie Wegbereiterin sein für jeden, der seinen persönlichen Beitrag zu einem gesunden Ökosystem leisten möchte. Sigrid Darge zeigt dabei aber nicht nur allgemeine Basics dazu, wie man eigenes Saatgut oder eigene Stecklinge gewinnen und damit der Artenvielfalt helfen und auch alte Sorten wiederaufleben lassen kann – sie geht noch einen Schritt weiter. Im zweiten Teil des Buches wird die Samengewinnung und Vermehrung für 40 verschiedene Obst-, Gemüse- und Pflanzensorten erklärt; speziell für solche, die für Anfänger geeignet sind und es dem Gärtner auch nicht direkt übel nehmen, wenn mal etwas nicht so ganz funktioniert. 

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