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Braune Pest adé
Lifestyle 4 Min. 10.05.2016 Aus unserem online-Archiv
So bleiben Oldtimer rostfrei

Braune Pest adé

Aufgedeckt: Rost gedeiht oftmals im Verborgenen und muss doch frühzeitig entdeckt werden, um größere Schäden zu vermeiden.
So bleiben Oldtimer rostfrei

Braune Pest adé

Aufgedeckt: Rost gedeiht oftmals im Verborgenen und muss doch frühzeitig entdeckt werden, um größere Schäden zu vermeiden.
Foto: dpa-tmn
Lifestyle 4 Min. 10.05.2016 Aus unserem online-Archiv
So bleiben Oldtimer rostfrei

Braune Pest adé

Moderne Autos haben kaum mehr Rostprobleme. Bei alten Fahrzeugen sieht das anders aus: Rostvorsorge gab es früher selten. Doch mit einigen Tricks bleiben auch Oldies blitzblank.

(dpa/tmn) - Kleine Bläschen rund um den Lampenring lassen Böses erahnen: Unter dem Lack blüht Rost, platzt bald durch. Young- und Oldtimer kämpfen heute mit der mangelnden Rostvorsorge früherer Jahre. Während moderne Fahrzeuge dank Tauchlackierung, Aluminium und Hohlraumkonservierung nur noch selten von der braunen Pest befallen werden, trifft es ältere Autos umso härter.

„Wenn Besitzer regelmäßig die dunklen Ecken im Blick haben und auf ein paar Dinge achten, lässt sich Rost gut verhindern“, sagt Marius Brune vom Oldtimerbewerter Classic Data. Dazu zählt für ihn eine gründliche Bestandsaufnahme des Bleches, aber auch regelmäßiges Putzen. Allerdings nicht auf dem Blech, sondern darunter. „Viele Besitzer putzen ihre Autos nur außen, damit Chrom und Lack schön glänzen. Wichtiger ist aber, dass das Auto von unten und innen sauber ist.“ Dazu zählen der Unterboden, die Innenseite der Kotflügel und die Bördelkanten der Radhäuser. „Alte Autos haben keine Innenkotflügel, der Straßendreck wird durch die Reifen aufgewirbelt und landet in den entlegensten Ecken wie den Lampengehäusen.“

Bindet sich dort der Schmutz mit Feuchtigkeit, wird er zum fruchtbaren Rostherd. Rund um die Lampenringe blüht dann mit der Zeit die braune Pest. „Deshalb sollten regelmäßig alle Ecken und Kanten mit einem Hochdruckreiniger sauber gehalten werden“, sagt Brune. Mit den Fingern oder einer alten Zahnbürste lässt sich danach der Dreck aus den Radhäuserkanten leicht entfernen. Für viele Modelle gebe es im Zubehörhandel auch sogenannte Innenkotflügel aus Aluminium oder Kunststoff. Mit etwas handwerklichem Geschick lassen die sich leicht montieren - und die versteckten Ecken bleiben sauber.

Bestandsaufnahme: Um Rost zu vermeiden, sollte auch der Unterboden regelmäßig inspiziert und gesäubert werden.
Bestandsaufnahme: Um Rost zu vermeiden, sollte auch der Unterboden regelmäßig inspiziert und gesäubert werden.
Foto: dpa-tmn

Runter mit altem Bitumen

Brune empfiehlt auch, den Unterboden des Fahrzeuges regelmäßig mit einem Hochdruckreiniger zu strahlen. „Wenn der Besitzer nicht weiß, wie es unter dem Bitumen aussieht, schafft eine Trockeneisstrahlung Klarheit.“ Spezielle Betriebe schießen mit Trockeneis auf den Unterboden, die kalten Pellets sprengen die alte Bitumenschicht ab und legen das nackte Blech frei. „So eine Vorsorgeuntersuchung ist bei alten Autos günstiger, als später bei viel Rost große Bleche einschweißen zu lassen“, sagt er.

Doch auch mit einfachen Mitteln und ein bisschen Pflege lässt sich der Rost eindämmen. „Wenn die Ablauflöcher in den Türen, am Boden und im Motorraum frei sind, kann auch das Wasser ablaufen“, sagt Brune. Bei älteren Autos, die muffig riechen, hilft ein Blick unter die Fußmatten oder die Reserveradmulde. Dort kann sich, hervorgerufen durch undichte Scheibenrahmen, Wasser im Dämmmaterial einnisten und das Blech angreifen. Wasser sammelt sich immer an der tiefsten Stelle. Deshalb würden Bodenbleche auch oft von oben nach unten rosten - und nicht umgekehrt. Dann hilft nur vollständiges Trocknen der Matten und Wachsen des nackten Blechs.

Rost lässt sich mit speziellen chemischen Wandlern oder im Sandstrahlverfahren beseitigen. Es sei denn, die Löcher sind zu groß. Dann hilft nur noch der Griff zum Trennschleifer und anschließend zum Schweißgerät.

Blühende Landschaften: Rostvorsorge gab es früher kaum. Doch mit einigen Tricks und Kniffen kann man auch Oldtimer vor der braunen Pest bewahren.
Blühende Landschaften: Rostvorsorge gab es früher kaum. Doch mit einigen Tricks und Kniffen kann man auch Oldtimer vor der braunen Pest bewahren.
Foto: dpa-tmn

Keine Schlupflöcher für Wasser

Für Frank Meyer von „Autobild Klassik“ gehört neben der Kontrolle von Hohlräumen auch, die Fenstergummis vorsichtig anzuheben und zu überprüfen. Poröse Scheibengummis sollten getauscht werden. Durch sie dringt oft Wasser in den Oldtimer ein und findet keinen Weg wieder hinaus. Die Innenkotflügel, falls vorhanden, rät er auszubauen, um nach einer gründlichen Unterbodenwäsche auf einer Hebebühne das Auto von unten besser inspizieren zu können.

Für einen intensiveren Blick gebe es ab rund 90 Euro brauchbare Endoskope, mit denen Besitzer in die Hohlräume schauen können. „Hohlräume haben unten Ablauflöcher, damit Kondenswasser entweichen kann - das funktioniert aber nicht, wenn sie mit diesem Dreck zugesetzt sind. Die Ablauflöcher sollten deshalb regelmäßig freigestochen werden“, sagt Meyer. „Wenn's perfekt werden soll, muss der alte Unterbodenschutz ab. Das erledigt am besten ein Profi. Der weiß auch, welchen Bereich des Autos er mit Trockeneis abstrahlen sollte und welchen lieber mit Glasperlen, Stahlkies, Plastik-Granulat, Wasser oder Korund“, sagt Meyer. Das könne aber um die 1000 Euro kosten.

Den Rost wegschließen

Als Rostvorsorge auf einem sauberen Blech empfiehlt Meyer Produkte, die auf Fett oder auf Wachs basieren. Diese sollten möglichst heiß in die ganze Karosserie gespritzt werden, damit sie sich gut verteilen und das Blech schützen können. „Fett hat den Vorteil, dass es in jede noch so kleine Ecke kriechen kann. Es tropft zwar an warmen Tagen auch aus dem Auto wieder heraus, aber es umschließt vorhandenen Rost und stoppt ihn so. Wachs deckt Rost nur zu und bremst ihn - ist aber prima auf blanken, rostfreien Blechen, weil es von dort nicht abrutscht“, sagt Meyer. Vorsicht, wenn nach der Behandlung mit Fett noch einmal geschweißt werden muss: Das Fett kann sich entzünden.

Ein gute Vorsorge sei übrigens ganz einfach: Das Auto einfach nicht im Winter bewegen, vor allem nicht nachdem der Streudienst die Straße gepökelt habe. Heutiges Streusalz ist hochaggressiv. „Salz frisst an der Substanz jedes Autos und zerstört es“, sagt Knoop. Es sei wie beim Menschen: Schönheit komme doch von innen, nicht von außen.


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