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Barbie wird 60
Lifestyle 2 Min. 09.03.2019

Barbie wird 60

Ken – hier als Hahn im Korb zwischen Puppen aus den Jahren 1995, 1975 und 1962 (v.l.n.r.) – und Barbie legten von 2004 bis 2011 eine Beziehungspause ein.

Barbie wird 60

Ken – hier als Hahn im Korb zwischen Puppen aus den Jahren 1995, 1975 und 1962 (v.l.n.r.) – und Barbie legten von 2004 bis 2011 eine Beziehungspause ein.
Foto: dpa
Lifestyle 2 Min. 09.03.2019

Barbie wird 60

Michael JUCHMES
Michael JUCHMES
Am 9. März 1959 wurde in den USA die erste Barbie-Puppe auf einer Spielzeugmesse vorgestellt. Sie hat Millionen - vor allem weibliche - Fans in aller Welt. Doch auch Kritiker gibt es zuhauf.

Ein Körper, der unrealistischer nicht sein kann, ein Leben auf großem Fuß und ein Alltag, der sich nur um das eigene Aussehen dreht – Barbie musste in den vergangenen Jahrzehnten schon oftmals Kritik über sich ergehen lassen. Vor allem unter Feministinnen gilt die rund 29 Zentimeter große Kunststofffigur als Wurzel allen Übels, als schlechtes Vorbild für junge Mädchen, denen dadurch falsche Werte vermittelt werden.

Dabei hatte Ruth Handler, die Ehefrau des Mitbegründers des Spielzeugunternehmens Mattel, nur eines im Sinn: Sie war auf der Suche nach einer Puppe für ihre Tochter Barbara – deren Name sich später als „Barbie“ in der ganzen Welt verbreiten sollte –, die im Gegensatz zu den damals vorherrschenden Spielfiguren kein Baby oder Kleinkind, sondern eine erwachsene Frau darstellt. Doch ihr Anliegen stieß zunächst auf taube Ohren.

Die „Teenage Fashion Model Barbie“ von 1959 und ihr Begleiter Ken aus dem Jahr 1961.
Die „Teenage Fashion Model Barbie“ von 1959 und ihr Begleiter Ken aus dem Jahr 1961.
Foto: dpa

„Bild-Lilli“ als Vorbild

Ausgerechnet ein Spielzeug aus Deutschland ließ Mattel aufhorchen. Ruth Handler entdeckte auf einer Europareise eine Puppe, die alles veränderte: die „Bild-Lilli“, die aus einer Comicreihe der „Bild“-Zeitung hervorging. Sie kaufte mehrere Exemplare und stellte diese auch in den USA der Firma ihres Mannes vor. Was danach folgte, weiß heute jedes Kind: der Siegeszug in den Kinderzimmern dieser Welt.

Nun, 60 Jahre nach der Vorstellung der Puppe auf der Spielzeugmesse in New York, gilt die Minitraumfrau weiterhin als Verkaufsschlager. Mehr als eine Milliarde Stück sollen bis heute in über 150 Ländern verkauft worden sein.

Neun Barbie-Puppen aus einer Sonderserie, die zum Internationalen Frauentag am 8. März nach Vorbildern aus aller Welt gestaltet wurden: die brasilianische Surferin Maya Gabeira, die japanische Tennisspielerin Naomi Osaka, die ehemalige deutsche Bahnradsportlerin Kristina Vogel, die kanadische Eiskunstläuferin Tessa Virtue, US-Model Yara Shahidi, das britische Model Adwoa Aboah, die indische Kunstturnerin Dipa Karmakar, die chinesische Künstlerin Chen Man und die australische Journalistin Ita Buttrose (v.l.n.r.).
Neun Barbie-Puppen aus einer Sonderserie, die zum Internationalen Frauentag am 8. März nach Vorbildern aus aller Welt gestaltet wurden: die brasilianische Surferin Maya Gabeira, die japanische Tennisspielerin Naomi Osaka, die ehemalige deutsche Bahnradsportlerin Kristina Vogel, die kanadische Eiskunstläuferin Tessa Virtue, US-Model Yara Shahidi, das britische Model Adwoa Aboah, die indische Kunstturnerin Dipa Karmakar, die chinesische Künstlerin Chen Man und die australische Journalistin Ita Buttrose (v.l.n.r.).
Foto: Mattel

Männer, Familie und Freunde

Barbie - deren voller Name Barbara Millicent Roberts lautet - musste seit ihrer Geburt nur kurze Zeit alleine durchs Leben gehen. Ihr treuester Begleiter: Ken (Kenneth Sean Carson), der 1961 eingeführt wurde und mit ihr in einer äußerst keuschen Beziehung lebt. Das Paar gab 2004 ihre Trennung bekannt. Der Grund: Blane, ein australischer Surfer. 2011 fand das Traumpaar jedoch wieder zusammen.

Ferner wird das Barbie-Universum von unzähligen weiteren Figuren bevölkert. Die Bekanntesten darunter sind Skipper, Barbies jüngere Schwester, und Teresa, ihre beste Freundin. Diese sind nicht nur als Spielfiguren erhältlich, sondern treten auch in den unzähligen Barbie-Zeichentrickfilmen auf, die seit Jahren als inoffizielle Werbeplattform genutzt werden.

Die erste Barbie war nur mit blonden und brünetten Haaren erhältlich. Hier zu sehen: zwei Puppen mit einem rothaarigen Bubble-Cut-Haarschnitt aus dem Jahr 1963.
Die erste Barbie war nur mit blonden und brünetten Haaren erhältlich. Hier zu sehen: zwei Puppen mit einem rothaarigen Bubble-Cut-Haarschnitt aus dem Jahr 1963.
Foto: dpa

Konkurrenz im Spielzeugregal

Mittlerweile muss sich Barbie, die seit drei Jahren auch in verschiedenen Hautfarben sowie Körpergrößen und -formen erhältlich ist, den hart umkämpften Spielzeugmarkt mit günstigen Kopien und der weitaus angesagteren Konkurrenz teilen. Vor allem die „Bratz“-Puppen des Konkurrenten MGA Entertainment sorgten bei Mattel für Umsatzeinbußen. Aus dem eigenen Haus setzte man mit den von Horror- und Science-Fiction-Filmen inspirierten „Monster High“-Figuren dagegen. 

Zu einem Anstieg der Barbie-Nachfrage könnte es womöglich 2020 kommen: Dann soll nach mehreren Jahren Planung endlich ein Barbie-Film mit echten Schauspielern in die Kinos kommen. Als Hauptdarstellerin ist Margot Robbie vorgesehen. Die australische Schauspielerin ist auch als Copruduzentin am Projekt beteiligt.


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