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Autosalon Genf: Von denkbar bis abgehoben
Das elektrisch angetriebene Concept Car „Imagine by Kia“ ist eine Mischung aus SUV, Familienlimousine und Crossover.

Autosalon Genf: Von denkbar bis abgehoben

Foto: Marc Williere
Das elektrisch angetriebene Concept Car „Imagine by Kia“ ist eine Mischung aus SUV, Familienlimousine und Crossover.
Lifestyle 3 Min. 15.03.2019

Autosalon Genf: Von denkbar bis abgehoben

Marc WILLIERE
Marc WILLIERE
Das Auto bleibt ein Publikumsmagnet. Dafür sorgen auf dem derzeit in Genf stattfindenden 89. Autosalon aber nicht allein die namhaften Aussteller mit ihren neuesten Modellen. Am Lac Léman tummeln sich auch viele Exoten.

Während Konzeptautos für die einen Teil der Marketingstrategie sind – sie verdeutlichen das Potenzial der Designer und Ingenieure ihres Unternehmens –, versuchen die anderen, sich mit ihren Einzelstücken aus der Masse herauszuheben. Die Frage der Wirtschaftlichkeit scheint dabei nicht immer an erster Stelle zu stehen. Der Fantasie wird vielmehr freien Lauf gelassen.

Die Reihe der Unikate ist bei der noch bis Sonntag dauernden „Geneva International Motor Show“ dann auch fast ebenso lang wie die Liste der kurz vor Produktionsbeginn stehenden Welt- und Europapremieren. Im Gegensatz zu letzteren schält sich aber ein Trend heraus: Die klassischen Limousinen und die voll im Trend liegenden SUV halten sich dabei noch die Waage.

In puncto Antriebe setzen sie hingegen ausnahmslos auf Strom. Und auch die Karosserien sind bis auf wenige Ausnahmen immer sehr kantig geformt, während es im Cockpit meist sehr bunt und verspielt zugeht. Ein weiteres gemeinsames Merkmal vieler Konzeptautos – einige haben durchaus das Potenzial zur Serienreife – sind die Türen: Sie öffnen gerne gegenläufig, was den Einstieg hinten durchaus komfortabler gestaltet.


Kia ProCeed
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Zuwachs in der Ceed-Familie: Nach dem Schrägheck und dem Sportswagon legt Kia jetzt mit dem Shooting Brake einen besonders geräumigen Sportler unter dem Namen ProCeed auf.

Sportliche Gene

Außerhalb gängiger Kategorien konzipiert ist der viertürige Kia Imagine. Er vereint den muskulösen SUV mit einer eleganten Familienlimousine und der Vielseitigkeit eines Crossover. Mit dem Allradfahrzeug Vision iV gibt Skoda einen Ausblick auf sein erstes Elektromobil. Im Peugeot Sport Engineered 508 sorgen ein Benzinmotor sowie zwei Elektroaggregate für sportliche Fahrleistungen bis 250 km/h Spitze. Eine Hommage an 120 Jahre Autobau von Peugeot ist das Elektromobil e-Legend mit optischer Anlehnung an das legendäre 504 Coupé.

Dass sich die Italiener auf Design verstehen, zeigt der knapp vier Meter lange Tomo, der vom Instituto Europeo di Design in Zusammenarbeit mit Honda entwickelt wurde. Sinnlich und zugleich organisch geformt ist der viersitzige Elektro-GT von Italdesign. Mit ausgeprägten Radhäusern und Haifisch-Front kommt der Mole Costruzione Artigianale daher. Das Konzept des LC Convertible offenbart seinerseits die künftige Ausrichtung des Lexus-Flaggschiffs Coupé LC.

Schicke Elektrostudie: der Italdesign DaVinci Concept.
Schicke Elektrostudie: der Italdesign DaVinci Concept.
Foto: Marc Willière

Als fünftes Elektromodell von Audi soll der in Genf präsentierte Kompakt-SUV Q4 e-tron bereits Ende 2020 in Serie gehen. Er wird über 450 Kilometer Reichweite haben und in 6,3 Sekunden auf 100 km/h spurten. Im SUV-Stil gehalten ist auch der elektrische Lagonda All-Terrain Concept von Aston Martin. Stärke und Dynamik vermittelt der ECF der jungen chinesischen Marke Arcfox. Rein elektrisch ist auch der Antrieb des künftigen SUV-Modells von Nissan: Die beiden Elektromotoren des IMQ Concept leisten 250 kW (340 PS) und 700 Nm.

Mit der Konzeptstudie Engelberg Tourer deutet Mitsubishi die Zukunft seiner Plug-in-Hybrid-SUV-Palette an. Der japanische Sechssitzer soll über eine bi-direktionale Ladetechnologie verfügen, über die er ins Stromnetz eingebunden werden kann. Mit dem Plug-in-Hybrid Formentor schickt sich die Seat-Sportmarke Cupra an, in das Zeitalter der Elektrifizierung zu starten. Das Viziv Adrenaline Concept fokussiert auf eine neue Sportlichkeit bei Subaru.

Urbane Bedürfnisse

Bunt, verspielt, klein und dennoch zweckorientiert sind viele ausnahmslos elektrische Freizeit- und Stadtautos: Sie sollen unkompliziert und günstig Menschen befördern. Während der Seat Minimó vom Motorrad abstammt, hat VW seinen ID. Buggy an die populären US-Strandbuggys der 1960er- und 1970er-Jahre angelehnt. Mit dem Ami One präsentiert auch Citroën einen rein elektrischen Zweisitzer. Als „demokratische Antwort auf Elektromobilität“ will Fiat das Konzept eines Elektroautos verstanden wissen, das ebenfalls in Genf Premiere feiert: Der Centoventi lässt sich entsprechend der gewünschten Reichweiten-Autonomie mit bis zu fünf Batterien bestücken.

Abgehoben ist im wahrsten Sinn des Wortes der PAL-V Liberty. In den Niederlanden hergestellt und mit zwei Propellern bestückt, will er das Zeitalter des fliegenden Autos eröffnen. Einen Beitrag dazu leistet auch Goodyear: Der Konzeptreifen Aero fährt nicht nur auf der Straße, sondern kann auch wie ein Rotor für Auftrieb nach oben sorgen. Auf den Boden der Tatsachen kehrt dafür Skoda mit seinem futuristischen Zweiradkonzept Klement zurück.


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