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Unterwegs zu neuen Horizonten
Lifestyle 5 Min. 17.11.2016 Aus unserem online-Archiv
Auf Skisafari durch den Vorarlberg

Unterwegs zu neuen Horizonten

Unterwegs in der Nähe von Lech/Zürs: Bei der Ski-Ride-Tour kommen die Teilnehmer durch mehrere Skigebiete
Auf Skisafari durch den Vorarlberg

Unterwegs zu neuen Horizonten

Unterwegs in der Nähe von Lech/Zürs: Bei der Ski-Ride-Tour kommen die Teilnehmer durch mehrere Skigebiete
Foto: Stefan Herbke
Lifestyle 5 Min. 17.11.2016 Aus unserem online-Archiv
Auf Skisafari durch den Vorarlberg

Unterwegs zu neuen Horizonten

Kevin WAMMER
Kevin WAMMER
Die schönsten Skigebiete zwischen Kleinwalsertal und Montafon, großzügige Tiefschneeabfahrten und einsame Momente abseits des Pistentrubels – der „Ski Ride Vorarlberg“ ist eine faszinierende Tour durch Österreichs westlichstes Bundesland.

Von Stefan Herbke (SRT)

„Die Schneedecke soll man schonen, daher bitte Stürze vermeiden.“ Helmut Düringer, genannt Heli, hat gut reden. Der drahtige Bergführer aus dem Bregenzerwald steht den ganzen Winter über auf Ski. Entsprechend sicher surft er mit seinen breiten Latten durch den Powder, wobei er heute etwas Tempo rausnimmt. „In der Gruppe fahre ich etwas langsamer“, meint er, „ich bin ja Vorbild.“

Mit Bergführer und Kleinbus

Vielleicht bremst er aber auch, weil es diesmal nicht um Geschwindigkeit geht, sondern um das gemeinsame Erlebnis im Rahmen einer außergewöhnlichen Skidurchquerung des westlichsten Bundeslandes Österreichs. Skigebiete mit ihren Liften, Pisten und Freeride-Möglichkeiten dienen dabei als Fixpunkte, einzelne Strecken dazwischen werden mit Tourenski und Fellen zurückgelegt.

Die kleinen Gruppen werden von einem Bergführer begleitet, das Gepäck von einem Teammanager mit dem Kleinbus von Hotel zu Hotel chauffiert. Klingt gut, ist es auch. Der erste Skitag im Kleinwalsertal dient zur Kontrolle des Fahrkönnens. Geplant sind auch kurze Anstiege mit Tourenbindung und Fellen sowie eine Einführung in die Lawinenthematik. Der passende Ort dafür ist das Walmendingerhorn. Ein überschaubarer Skiberg mit tollem Panorama, sportlichen Abfahrten und überraschend vielen Möglichkeiten abseits davon. Nach ein paar Schwüngen auf der Piste steuert Heli bereits ins Gelände.

Eine aufregende Skiwoche

Statt mit dem Lift geht es ab jetzt zu Fuß bergauf. Erst entlang eines kurzen Grates, dann mit Fellen über kurze Hänge auf den Muttelbergkopf. Ein im Grunde unscheinbarer Gipfel in Sichtweite der Bergstation, und doch scheint das Pistenskigebiet Lichtjahre entfernt. Auf der einsamen Aussichtswarte erklärt uns Heli zunächst die Möglichkeiten für den morgigen Übergang in den Bregenzerwald. Dann steuert er eine makellos verschneite, noch unberührte Rinne an und zieht dort als erster eine tolle Line in den Pulverschnee – der perfekte Auftakt einer aufregenden Skiwoche.

Abwarten heißt die Devise am zweiten Tag. Der angekündigte Neuschnee ist da, allerdings auch Nebel. Oder wie Heli meint: „Heute ist die Sicht bodenlos.“ Macht aber nichts, die Stimmung ist bestens. Quasi im Blindflug genießen wir die 20 Zentimeter pulvrigen Neuschnee auf den frisch gewalzten, menschenleeren Pisten im Ifengebiet.

Die geplante Route in den Bregenzerwald muss Heli allerdings ändern. Bei Nebel ist die Orientierung inmitten der riesigen Schneedünenlandschaft des Gottesackerplateaus schier unmöglich. Daher wählt er eine Variante über die Schwarzwasserhütte, die selbst bei Lawinengefahr und Schlechtwetter fahrbar ist. Heli war bei der Planung der Route des Ski Ride Vorarlberg dabei und kennt alle Alternativen, um selbst bei ungünstigen Verhältnissen die Durchquerung durchzuführen.

Am nächsten Tag strahlt die Sonne von einem tiefblauen Himmel. Und das auf der Etappe vom Hochtannbergpass hinüber nach Lech und damit mitten hinein in das Schneeparadies des Arlbergs. Die Möglichkeiten abseits der Pisten sind legendär, allerdings schnell verspurt. Doch wir haben Heli – und Tourenski mit Fellen für kurze Anstiege. Der Lohn: unberührte Tiefschneehänge.

Heli legt die Runde so, dass wir mit Liftschluss das Madlochjoch erreichen. Als wäre ein Schalter umgelegt worden, sind die Skifahrer, die tagsüber zu Tausenden die Pisten bevölkern, verschwunden – und wir komplett allein. Weit unten liegt unter einer Nebeldecke das Klostertal. Ringsum werden die Schatten der Berge immer länger, während wir nach einem kurzen Anstieg im fotogenen Abendlicht zur letzten Abfahrt des Tages starten – mehr Erlebnis geht nicht.

Die vielen Tiefschneeabfahrten hinterlassen Spuren, vor allem beim Material. „Passt a bisserl auf, ist wenig Schnee“, meinte noch der junge Mitarbeiter beim Skiverleih im Kleinwalsertal. Vergebens. Trotz aller Vorsicht zieren am Ende des Tages hässliche Kratzer den Belag. Kein Problem, der Teammanager bringt alle Ski zum Service, während wir die müden Beine „hochlegen“ und an der Bar auf den großartigen Skitag anstoßen.

Auch sonst gewöhnt man sich schnell an die Annehmlichkeiten eines Teammanagers. Bei der Ankunft im Hotel ist die Anmeldeprozedur längst erledigt. Im Skikeller warten schon die bequemen Schlappen und auf dem Zimmer das Gepäck. Für Andreas Schwarzmann von Vorarlberg Tourismus eine Selbstverständlichkeit: „Beim Ski Ride Vorarlberg sind uns drei Dinge besonders wichtig: die Verbindung der einzelnen Skigebiete, das Gruppenerlebnis mit Bergführer, wobei der auch viel über Vorarlberg zu erzählen weiß, und der perfekte Service.

Klassiker ins Tal

Der 2.529 Meter hohe Maroikopf steht als erster Höhepunkt des vierten Tages auf dem Programm. Klingt anstrengend, ist es aber nicht. Denn beim Ski Ride Vorarlberg werden Lifte und Bahnen genutzt. Von der Bergstation am Albonagrat sind es nur noch 150 Höhenmeter bis zum Gipfel, das ist selbst bei gemächlicher Gangart in weniger als einer halben Stunde zu schaffen.

Bergab brauchen wir deutlich länger, immerhin wartet ein Abfahrtsklassiker über 1.300 Höhenmeter hinunter nach Langen. Dazwischen: endlose Hänge, kurze Steilstufen, eine Querung unter himmelhohen Schneeflanken und ein kurvenreicher Forstweg, der eher einer Bobbahn ähnelt. Unten steht bereits das Taxi für den Transfer ins benachbarte Skigebiet Sonnenkopf – der zweite Höhepunkt des Tages. Das Tagesziel Montafon ist zum Greifen nah. Man könnte mit Ski direkt hinüber fahren. Skifahrerisch interessanter ist es, die Off-Piste-Möglichkeiten am Sonnenkopf auszukosten – und anschließend bequem mit dem Teambus ins Montafon zu wechseln.

Am letzten Skitag ist es ungewöhnlich ruhig am Frühstückstisch. Alle sind satt an Eindrücken – und die Beine müde von den Abstechern ins Gelände. Außerdem spielt das Wetter nicht mit. Nur Heli ist fit: „Wir treffen uns um kurz vor neun, fahren rauf ins Skigebiet und fragen im Freeride Center nach den neuesten Infos.“

Der Infopunkt am Grasjoch und damit mitten im Skigebiet ist eine wichtige Anlaufstelle für alle Freerider. Hier erfahren sie aus erster Hand, wie die aktuellen Verhältnisse sind und was für Runs möglich sind. Zumindest heute keine. Es schneit, und die Sicht beträgt nur wenige Meter.

Für Heli kein Problem, der kurze Winterklettersteig auf die 2.386 Meter hohe Zamangspitze geht immer. Das Drahtseil gibt die Richtung vor. Statt auf der längsten Variantenabfahrt des Montafons geht es jedoch mit der Gondel bergab, um die Talseite und damit das Skigebiet zu wechseln. Dort ist die Sicht besser und das Finale ist gesichert: Die Tiefschneeabfahrt nach Gargellen bildet den letzten Höhepunkt einer außergewöhnlichen Skisafari durch Vorarlberg.


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