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Arbeiten ohne Hierarchie
Durch das Wegfallen der hierarchischen Struktur werden alle Mitarbeiter in die Entscheidungsprozesse mit eingebunden.

Arbeiten ohne Hierarchie

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Durch das Wegfallen der hierarchischen Struktur werden alle Mitarbeiter in die Entscheidungsprozesse mit eingebunden.
Lifestyle 2 Min. 30.08.2018

Arbeiten ohne Hierarchie

Der Chef entscheidet, die Mitarbeiter befolgen Anweisungen: Das war einmal. Viele Unternehmen setzen auf den Abbau von Hierarchien und wollen „agil“ arbeiten. Das hat Vorteile, erfordert aber Zeit und Geduld.

(dpa/tmn) - Geschäftsführer, Abteilungsleiter, Stellvertreter - erst dann kommen die ganz normalen Angestellten. In vielen Unternehmen gibt es klare Hierarchien, die den Arbeitsalltag bestimmen. Früher war das der Normalfall, doch jetzt setzen Organisationen auf den Abbau der klassischen Strukturen.

„Es gibt gerade einen sehr spannenden Umbruch in der Arbeitswelt - und zwar über alle Branchen hinweg“, sagt Prof. Michaela Moser, Autorin des Buches „Hierarchielos führen“. „Selbst in Krankenhäusern, wo klassischerweise starre Hierarchien herrschen, ist ein Wandel zu beobachten.“ Ein Grund dafür ist aus Sicht der Expertin ein Wertewandel bei den Mitarbeitern. „Durch Fachkräftemangel und demografischen Wandel haben Arbeitnehmer auf dem Arbeitsmarkt eine stärkere Macht bekommen“, sagt Moser. „Viele möchten sich nicht von einem Chef vorschreiben lassen, was sie zu tun haben. Da müssen sich Unternehmen anpassen.“

Vor allem Jüngere möchten der Professorin zufolge anders geführt werden: nicht mehr von oben herab, sondern kooperativ. „Wir merken das auch an den Studierenden“, sagt Moser. „Sie wollen auf Augenhöhe behandelt und überzeugt werden - und nicht bloß Anweisungen befolgen.“

Immer mehr Unternehmen setzen auf flache Hierarchien.
Immer mehr Unternehmen setzen auf flache Hierarchien.
Foto: dpa-tmn

Schritt für Schritt auf Herausforderungen antworten

Es sind also einerseits die Arbeitnehmer, die die Arbeitswelt transformieren. Und andererseits sorgt die digitale Transformation für Veränderungen - das Stichwort lautet: Agilität. Ein agiles Arbeitsumfeld zeichnet sich durch eine echte Lernkultur aus, durch Lernfreude und sehr gezieltes, schrittweises Vorgehen. Denn man kann in komplexen und chaotischen Fragestellungen nie den gesamten Weg kennen, sondern immer nur Schritt für Schritt entscheiden.

Diese Ansicht basiert auf der Annahme, dass sich alle Strukturen des Arbeitsmarktes durch die digitale Transformation hin zu sogenannten komplexen und chaotischen Systemen entwickeln. Niemand kann mehr vorhersehen, wie das eigene Geschäftsmodell in wenigen Jahren aussieht. Für Unternehmen sei es deshalb nicht möglich, langfristig und starr zu planen. Entscheidungen und Arbeitsweisen müssen ständig überprüft und angepasst werden.

Das verändert auch den Führungsstil: Im agilen Kontext bedeutet Führung, Teams und die gesamte Organisation ins Lernen zu bringen. Das geschieht nicht dadurch, dass der Chef seinen Mitarbeitern etwas beibringt, sondern durch den Ansatz: Es ist etwas aufgetreten, was lernen wir daraus? Das Prinzip lautet: „ Win or learn“.

Alle überzeugen

Führungskräfte müssen sich davon verabschieden, dass sie alle Entscheidungen alleine treffen und bestimmen, was passiert. Sie geben eine Richtung vor und setzen Leitplanken - mehr nicht: Entscheidungen müssen möglichst direkt im Team getroffen werden, damit sie schnell passieren. Denn das ist einer der größten Vorteile, den das agile Arbeiten mit sich bringen soll: Unternehmen können schneller handeln und sich flexibler den ständig neuen Bedingungen der Arbeitswelt anpassen.

Ob der Abbau von Hierarchien in einem Unternehmen sinnvoll ist und wie er gelingt, das lässt sich nicht pauschal beurteilen. „Es ist immer wichtig, individuell die aktuelle Führungskultur, die Unternehmenssituation und die Mitarbeiterstruktur zu betrachten. Entscheidend ist es, alle Beteiligten zu überzeugen. Der Erfolg hängt davon ab, wie sehr man individuell auf die Bedürfnisse der Organisation eingeht. Es gibt kein Patentrezept, das für alle gilt.


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