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Arbeiten im Biotop
Eine vorbildliche Integration von Pflanzen in ein Gebäude zeigt dieses Hochhaus in Sydney.

Arbeiten im Biotop

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Eine vorbildliche Integration von Pflanzen in ein Gebäude zeigt dieses Hochhaus in Sydney.
Lifestyle 2 Min. 17.07.2018

Arbeiten im Biotop

Glatte Fassaden, asphaltierte Parkflächen und monotone Grünstreifen. So präsentieren sich die meisten Firmengebäude. Doch es gibt da durchaus attraktivere Lösungen – für Mensch und Umwelt.

von Marianne Kollmesch

Industrie- und Firmengelände – da denkt man an große, mit Asphalt versiegelte Park- und Verkehrsflächen samt praktischen Gebäuden, umgeben von kurz geschnittenen Rasenflächen. Aber solche Areale können auch kleine Ökosysteme sein, die gerne von der Natur angenommen werden, wenn sie entsprechend gestaltet sind.

Mehr Wohlbefinden

Der Schritt hin zu einer bewusst naturnahen Bewirtschaftung von Betriebsgeländen ist klein, die langfristigen positiven Auswirkungen sind jedoch groß. Richtig geplante, naturnahe Firmengelände schaffen Lebensräume für wild lebende Tiere und Pflanzen – ohne negativen Impakt auf die Betriebsabläufe. Ein solches Firmenareal unterscheidet sich in der Funktionalität für das Unternehmen nicht von einem "normalen" Gelände: Die primäre Funktion ist die Ausübung einer wirtschaftlichen Tätigkeit. Eine naturnahe Gestaltung nutzt eher die vorhanden Potenziale aus, um der Biodiversität trotz vielfältiger Nutzungsansprüche einen Platz einzuräumen – und darüber hinaus auch einen Erholungswert für die Mitarbeiter zu schaffen.

Naturnahe Firmengelände bringen auch ökonomische Vorteile mit sich: Die Flächen sind pflegeleichter und deshalb günstiger im Unterhalt. Es rechnet sich auch finanziell, wenn man getrimmte Hecken und intensiv gemähten Rasen durch naturnahe Gestaltungsalternativen ersetzt.

Ein Gründach kann Kühlenergie einsparen und neben seinem Beitrag zum Klimaschutz auch Stromkosten sparen. Ein Retentionsbecken kann auch als Feuchtlebensraum gestaltet sein, so eventuell noch besser abpuffern und gleichzeitig einen wertvollen Rückzugsraum für wassergebundene Arten bedeuten.

Positives Image

Ein Firmenareal als "grüne Visitenkarte" ist ein gut sichtbares Zeichen. Sie kommuniziert nach innen und außen zukunftsorientiertes Denken und eine Unternehmenskultur, die Rücksicht nimmt und Impulse setzt.

Ästhetik, Innovation und Ökologie schließen einander keineswegs aus. Sie lassen sich im Gegenteil sehr individuell miteinander zu einer repräsentativen Anlage verbinden. Natur eröffnet einen sehr breiten Gestaltungs- und Handlungsspielraum – ob schlicht oder auffällig. Naturnahe Gestaltung weckt auf jeden Fall Aufmerksamkeit und ist immer ein "Hingucker".

Solche Betriebsareale schaffen Lebensqualität und sorgen für ein attraktives Arbeitsumfeld, das Kreativität und Leistungsfähigkeit fördert. Ein Teil des Grünraumes kann als sozialer Treffpunkt, Erholungs- und Pausenraum gestaltet sowie gezielt als Arbeitsraum genutzt werden.

Mehr Natur im Umfeld des Arbeitsplatzes erhöht das Wohlbefinden der Mitarbeiter, was sich neben anderen Faktoren auch positiv auf deren Gesundheit auswirkt. So kann ein naturnah gestaltetes Betriebsgelände auch positiv zu einer RSE-Zertifizierung (entreprise socialement responsable) des Unternehmens beitragen.

Mit diesem Gastbeitrag informiert dieËmweltberodung Lëtzebuerg (EBL) über biologisch wertvolle Gestaltungsmöglichkeiten von Unternehmensarealen. Weitere Informationen sind zu erfahren unter: www.ebl.lu


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