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Alpine A110: Renaissance einer Ikone
Lifestyle 1 4 Min. 22.12.2017

Alpine A110: Renaissance einer Ikone

Vom Original blieb viel erhalten: Sowohl vom Aussehen mit dem Vier-Augen-Gesicht als auch vom Konzept her entspricht die neue Alpine A110 ihrer Vorgängerin.

Alpine A110: Renaissance einer Ikone

Vom Original blieb viel erhalten: Sowohl vom Aussehen mit dem Vier-Augen-Gesicht als auch vom Konzept her entspricht die neue Alpine A110 ihrer Vorgängerin.
Foto: Alpine
Lifestyle 1 4 Min. 22.12.2017

Alpine A110: Renaissance einer Ikone

Marc WILLIERE
Marc WILLIERE
Eine Legende kehrt zurück: 40 Jahre, nachdem die letzte Alpine A110 in der Normandie gefertigt wurde, steht der Sportwagen mit dem ruhmreichen Namen demnächst wieder beim Händler. Ganz in der Tradition der Marke – allerdings in zeitgemäßem Design.

von Marc Willière

Nicht einmal 7 500 Exemplare der Alpine A110 „Berlinette“ wurden zwischen 1962 und 1977 gebaut. Für den Eingang in die Automobilgeschichte reichte es allemal: Die Gewinne der internationalen Markenmeisterschaft und der Rallye Monte Carlo 1971 sowie der ersten Rallye-Weltmeisterschaft 1973 ließen den französischen Sportwagen aus Dieppe zur Legende werden.

Die ideale Kombination von Motorenperformance und niedrigem Gewicht, die einst den hüfthohen Renner zu einer nahezu unschlagbaren Macht im Rallyesport machte, bleibt auch das Markenzeichen der Neuauflage. In der Größe legt der Sportwagen aus der Renault-Gruppe indes zu und wächst in der Länge um 33 Zentimeter auf 4,18 Meter, in der Breite um 25 Zentimeter auf 1,80 Meter und in der Höhe um 13 Zentimeter auf 1,25 Meter.

Auch das Gewicht verdoppelt sich fast, genügt mit 1 080 Kilogramm aber immer noch den technischen Vorgaben. Dank eines Aluminiumanteils von 96 Prozent bei Fahrwerk und Aufbau zählt die neue Alpine zu den leichtesten Fahrzeugen ihrer Klasse. In Leichtbauweise wurden ebenfalls die eleganten Schalensitze (sie wiegen nur 13 Kilogramm, lassen sich aber nicht verstellen) als auch die ein Kilogramm schwere Audioanlage (normal sind sieben Kilogramm) ausgeführt.

Sportlich in allen Hinsichten

Der nunmehr vor der Hinterachse untergebrachte Mittelmotor ermöglicht eine optimale Gewichtsverteilung – 44 Prozent lasten auf der Vorder- und 56 Prozent auf der Hinterachse –, was nicht ohne Einfluss auf das Fahrverhalten bleibt: Obwohl eigentlich für die Straße bestimmt, gestattet die Alpine ebenfalls hohe Kurvengeschwindigkeiten und fühlt sich aufgrund ihrer Agilität auch auf der Rennstrecke wohl. Das sportliche Erscheinungsbild mit 18-Zoll-Rädern, kurzen Überhängen sowie zentralem Auspuffendrohr vervollständigt der satte Sound der Abgasanlage.

Neben den sportlichen Proportionen und dem kompromisslosen Leichtbau, die bereits die Urahnin auszeichneten und ihr aufgrund der geringen Höhe den liebevoll-ironischen Beinamen „Turbot“ einbrachten, wartet auch das Äußere der wiedergeborenen Alpine mit Reminiszenzen an die legendäre Vorgängerin auf: Die runden Doppelscheinwerfer, die abgerundete Fronthaube, die auffällige Profilierung der Fahrzeugflanken sowie die schräg abfallende Heckpartie sind historische Zitate in modernem Design.

Der Einstieg in die nur 1,25 Meter hohe Alpine A110 ist erstaunlich bequem. Das sportliche Interieur wurde mit viel Liebe fürs Detail gestaltet.
Der Einstieg in die nur 1,25 Meter hohe Alpine A110 ist erstaunlich bequem. Das sportliche Interieur wurde mit viel Liebe fürs Detail gestaltet.
Foto: Alpine

Als Motorisierung für die neue Alpine wurde das 1,8-Liter-Turbobenzinaggregat gewählt, das bereits den Renault Mégane antreibt. In dem Zweisitzer leistet der moderne Vierzylinder 185 kW (252 PS) bei 6 000 U/min und mobilisiert bereits bei 2 000 U/min sein maximales Drehmoment von 320 Nm. Den Spurt aus dem Stand auf 100 km/h absolviert das Leichtgewicht in nur 4,5 Sekunden. Bei einer Geschwindigkeit von 250 km/h wird elektronisch abgeregelt.

Minimalistisch, aber hochwertig

Die Kraftübertragung an die Hinterräder erfolgt über ein speziell für Alpine entwickeltes SiebenGang-Doppelkupplungsgetriebe, das maximale Performance in allen Situationen gewährleistet. Zur Steigerung des Fahrvergnügens stehen drei verschiedene Fahrprogramme zur Wahl: Die Modi „Normal“, „Sport“ und „Race“ variieren nicht nur Motor-, Getriebe- und Gaspedalcharakteristik, sondern auch den Auspuffsound und die ESP-Eingriffsparameter. Für schnelle Runden auf der Rennstrecke lässt sich das ESP zudem komplett deaktivieren.

Ganz im Sinne eines Sportwagens haben die Alpine-Designer den Innenraum bewusst minimalistisch gestaltet. Vollnarbiges Leder, gebürstetes Aluminium sowie Kohlefaser sorgen dennoch für ein hochwertiges, angenehmes Ambiente, das vom Sportlenkrad sowie vom Touchscreen-Monitor im Stil eines Tablets und darunter angeordneten Kippschaltern optisch dominiert wird. Für das Reisegepäck stehen unter der Fronthaube sowie hinter dem Motor Kofferräume mit insgesamt 196 Liter Fassungsvermögen zur Verfügung.

In Erinnerung an ihr Gründungsjahr hatte Alpine eine auf 1 955 Exemplare begrenzte „Première Edition“ der Alpine A110 herausgegeben. Sie war vor Jahresfrist binnen fünf Tagen ausverkauft und wird derzeit an die Vorbesteller ausgeliefert.

Vergleichbar mit dieser Ausstattung ist das Modell „Pure“, das ebenso wie die hochwertigere Ausführung „Légende“ im März/April 2018 beim Alpine-Händler stehen wird. Die Rückkehr in den Motorsport hat das von Jean Rédélé gegründete Unternehmen ebenfalls – ganz im Sinne der Marken-DNA – mit der A110 Cup fest eingeplant.

Für Luxemburg ist ebenso wie in zehn anderen europäischen Ländern ein eigener Alpine-Stützpunkt geplant. Er soll in Gasperich eröffnet werden. Die Preise des alltagstauglichen Sportwagens sind noch nicht bekannt. Sie dürften bei etwa 57 000 Euro starten.

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Technische Daten

Motor: 1,8-Liter-Vierzylinder-Turbo-benziner; Leistung: 185 kW (252 PS) bei 6 000 U/min; Max. Drehmoment: 320 Nm bei 2 000 U/min; Kraftübertragung: SiebenGang-Automatikgetriebe, Heckantrieb; L x B x H: 4 180 x 1 798 x 1 252 Millimeter; Leergewicht: 1 080 Kilogramm; Kofferraumvolumen: 96 (vorne) und 100 Liter (hinten); 0-100 km/h: 4,5 Sekunden; Höchstgeschwindigkeit: 250 km/h; ECE-Verbrauch: 6,1 Liter pro 100 Kilometer; CO2-Ausstoß: 138 g/km; Preis: etwa 57 000 Euro.


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