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Alles neu bei Microsoft: Plötzlich wieder Trendsetter
Lifestyle 5 4 Min. 09.12.2015 Aus unserem online-Archiv

Alles neu bei Microsoft: Plötzlich wieder Trendsetter

Multifunktionelles „Surface Pro 4“: ein Tablet, das auch als Laptop genutzt werden kann. Der „Surface Pen“ ist ein praktischer Zusatz.

Alles neu bei Microsoft: Plötzlich wieder Trendsetter

Multifunktionelles „Surface Pro 4“: ein Tablet, das auch als Laptop genutzt werden kann. Der „Surface Pen“ ist ein praktischer Zusatz.
Foto: Microsoft
Lifestyle 5 4 Min. 09.12.2015 Aus unserem online-Archiv

Alles neu bei Microsoft: Plötzlich wieder Trendsetter

Nach der Veröffentlichung des „Surface Pro 3“ meldet sich Microsoft mit einem neuen Modell zurück – dem „Surface Pro 4“. Außerdem bringt das Unternehmen gleich drei Lumia-Windows-10-Smartphones auf den Markt. Das beeindruckt Kunden und Konkurrenten zugleich.



Von Michèle Zahlen

Erst belächelt, jetzt gefeiert: Als Microsoft 2012 sein erstes „Surface“, eine Mischung aus Tablet und Notebook, präsentierte, spottete Apple-Chef Tim Cook: „Du kannst einen Toaster mit einem Kühlschrank kombinieren. Aber es wird den Käufern vermutlich nicht gefallen.“ Er hatte recht mit seiner Vermutung – zumindest bis jetzt.

Denn während der Erfolg des ersten Kombigeräts ausblieb, startet das neue „Surface Pro 4“-Modell seit Verkaufsbeginn richtig durch. Und Konkurrenzunternehmen wie Apple versuchen auf einmal nachzuziehen.

Mehr Power, gleicher Look

Viel größer, aber keinen Millimeter gewachsen: Die Maße des „Surface Pro 4“ sind mit denen des Vorgängers „Surface 3“ identisch, und trotzdem ist das neue Display größer. Dafür hat Microsoft die Seitenränder des Tablets verschmälert und so den 12-Zoll-Bildschirm auf 12,3 Zoll ausbauen können. Bei der Leistungsstärke hat man die Qual der Wahl: Die XL-Tablets kommen mit drei unterschiedlich starken Prozessoren – Core-i3, Core-i5 und Core-i7 – und einem Arbeitsspeicher von maximal 16 Gigabyte.

Egal für welche Variante man sich entscheidet (der Einstiegspreis liegt bei 959 Euro), jedes Modell hat eine vollwertige Windows-10-Version, die mit allen Programmen kompatibel ist, die man vom PC kennt. Wer also auch unterwegs seine gewohnte Software nutzen möchte, wird dieses Kombigerät lieben. Noch ein Plus im Vergleich zum Standard-Tablet: Durch einen USB-Anschluss kann Zubehör wie Kopfhörer ohne zusätzlichen Adapter an das Gerät angeschlossen werden.

Dafür bleibt das „Surface Pro 4“ designtechnisch eher bescheiden und kommt nicht an die iPad-Schönlinge von Apple ran. Das kantige Gehäuse und den verstellbaren Standfuß, mit dem der Displaywinkel frei gewählt werden kann, kennt man schon von den früheren „Surface“-Geräten. Das aktuelle Device sieht zwar gut, aber nicht unbedingt stylisch aus.

Pen, Tastatur oder beides?

Die Besonderheit von Microsofts Hybrid ist und bleibt seine abnehmbare Tastatur. Sie wurde für die „Pro 4“-Variante optimiert, das Touchpad um 40 Prozent vergrößert. Durch den Abstand zwischen den Tasten wird jetzt auch das Tippen komfortabler und schneller. Neben den neuen Type- Covern gibt es – wie schon beim Vorgänger – den „Surface Pen“, mit dem man wie mit einem Bleistift auf das Display schreiben kann. Er überrascht mit durchdachten Details: So lässt sich die Rückseite als virtueller Radierer bei Skizzen und handschriftlichen Notizen verwenden. Clever ist auch die Klickfunktion des Stylus: Ein einfacher Druck auf das Stiftende startet das Notizprogramm „OneNote“, ein Doppeldruck macht einen Screenshot und baut ihn automatisch in eine neue „OneNote“-Notiz ein. Durch einen Magneten lässt sich der Stift direkt am „Surface Pro 4“ befestigen – und ist so jederzeit griffbereit.

Drei auf einen Schlag

Parallel zum „Surface Pro 4“ stehen auch drei „Lumia“-Smartphones in den Startlöchern. Die beiden High-End-Produkte „Lumia 950“ (ab 599 Euro) und „Lumia 950 XL“ (ab 699 Euro) bieten eine ähnliche Technik. Unterschiede gibt es vor allem bei der Display-Größe und den Prozessoren: Das „Lumia 950“ mit 5,2- Zoll-Bildschirm hat einen Sechskernprozessor, der große Bruder „Lumia 950 XL“ mit 5,7-Zoll-Display hat sogar einen Achtkernprozessor. Die Kamera hat bei beiden Varianten 20 Megapixel und eine traditionelle Zeiss-Linse, die für eine hervorragende Bild- und Videoqualität sorgen soll.

Als neues Mittelklasse-Smartphone liefert das IT-Unternehmen das „Lumia 550“. Das handliche Einsteigermodell gibt es für schmale 129 Euro. Es hat einen 5-Zoll-Display mit Full-HD-Auflösung. Als Prozessor kommt der 4-Kerner Snapdragon 210 mit einem Gigabyte-Arbeitsspeicher zum Einsatz, acht Gigabyte gibt es an internem Speicherplatz.

Ein noch smarteres Smartphone

Weg vom klassischen PC und hin zu mobilen Geräten – das ist die Devise in der digitalen Welt. Die Idee ist seit Jahren da, wurde bis jetzt aber noch nicht richtig ausgearbeitet. Deshalb versucht Microsoft erstmals, mit dem „Lumia 950“ und „Lumia 950 XL“ das Smartphone in einen Computer umzuwandeln.

„Continuum“ heißt die Synchronisierungstechnik, die jedes Windows-10-Smartphone in einen vollwertigen Rechner verwandeln soll. Werden Telefon, Tastatur, Maus und ein Monitor an eine Docking-Station angeschlossen, wechselt Lumia in den Desktop-Modus und übernimmt automatisch die Aufgaben eines PCs, während das Dock, eine kleine Box mit USB- und HDMI-Anschlüssen, die Inhalte des Handys auf das große Display überträgt. Gleichzeitig kann das Smartphone wie gewohnt bedient werden, etwa um Nachrichten zu verschicken, zu telefonieren oder Fotos durchzuscrollen.

Mit den neuen Devices will man sich beim US-Konzern auch von traditionellen Passwortkennungen lösen. Die Kameras des „Lumia 950“, „Lumia 950 XL“ und des „Surface Pro 4“ besitzen eine Gesichtserkennung, mit der man sich auf den unterschiedlichen Geräten anmelden kann. So wird beim Telefon das Auge, beim Tablet sogar das ganze Gesicht gefiltert.

Mit dieser neuartigen Identifikationsmethode und der aktuellen Produktreihe findet Microsoft wieder viel Beachtung. Ob die Strategie mit dem neuen „Lumia“ als mobiler PC aufgeht, muss sich zeigen. Die Branche sieht im Unternehmen schon jetzt wieder einen ernst zu nehmenden Konkurrenten für Apple. Einem Comeback in die Riege der digitalen Big Player scheint womöglich nichts mehr im Weg zu stehen.


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