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Abschlussmodenschau der HS Trier: Nachhaltiges, Leder und Silikon
Joanna Quintus (l.) legt backstage nochmals Hand an, bevor das Model den Laufsteg betritt.

Abschlussmodenschau der HS Trier: Nachhaltiges, Leder und Silikon

Foto: www.art-eo.com
Joanna Quintus (l.) legt backstage nochmals Hand an, bevor das Model den Laufsteg betritt.
Lifestyle 2 Min. 16.01.2017

Abschlussmodenschau der HS Trier: Nachhaltiges, Leder und Silikon

25 Absolventen des Studiengangs Modedesign präsentierten am Samstag in der Tuchfabrik in Trier ihre Visionen von zeitgenössischer und zukunftsweisender Mode. Auch Jungdesignerinnen aus Luxemburg waren dabei, darunter Joanna Quintus aus Buschdorf bei Mersch.

von Michael Juchmes

Tätowiertes Leder, Kunstrasen-ähnliche Stoffe und mit Silikon beschichtete Textilien – die 18 Bachelor- und sieben Master-Absolventen, die am Samstagabend ihre Abschlussarbeiten in Trier zeigten, griffen ganz tief in die modische Trickkiste, um die Professoren, das Publikum und die Jury des Trierer Modepreises – den Tanja Fischer für ihre Kollektion „Tracking Traces“ erhielt – von ihrem Können zu überzeugen.

Die Absolventinnen und Absolventen – lediglich ein Mann machte den Abschluss – zeigten anhand von fünf oder sechs Outfits, welche Fähigkeiten sie sich während ihres arbeitsaufwendigen Studiums aneignen konnten.

Neben den Gewinner-Arbeiten von Tanja Fischer, der Kollektion „Blue.“ von Adriane Lila Fecke, die das Thema Porzellanmalerei aufgriff, und den Oversize-Mänteln von Patricia Szydlowski stach auch die Kollektion „Virot – Die Meinen“ der aus Frankreich stammenden Marine Voelcker hervor.

Die 27-jährige Bachelor-Absolventin griff in ihren Entwürfen ein persönliches Thema auf. Sie ließ sich von den Berufen ihres Cousins, einem Comic-Illustrator, und ihres Onkels, einem Keramikdesigner, inspirieren. Entstanden ist daraus unter anderem ein mit selbst entworfenen Motiven bedruckter Overall mit transparenter Jacke.

Nachhaltiges aus Luxemburg

Unter den insgesamt 25 Absolventen waren auch zwei Luxemburgerinnen zu finden, darunter Joanna Quintus aus Buschdorf. Die 24-Jährige hatte sich bewusst für ein Bachelor-Studium in Trier entschieden, da der Fachbereich Mode der Hochschule Trier deutschlandweit einen sehr guten Ruf hat. An ihrer Abschlusskollektion mit dem Titel „Bio(morph)“ arbeitete sie rund ein halbes Jahr.

Die letzten Vorbereitungen vor dem Defilee.
Die letzten Vorbereitungen vor dem Defilee.
Foto: www.art-eo.com

„Das Thema von ,Bio(morph)’ ist Nachhaltigkeit“, so Joanna Quintus. „Meiner Meinung nach hat konventionelle Mode keine Zukunft, da die Natur immer weiter verschmutzt wird und die Flüsse in den Ländern, in denen die Mode hergestellt wird, so verunreinigt sind, dass irgendwann ein Umdenken stattfinden muss.“

Laut Quintus hat nachhaltige Mode leider momentan immer noch einen faden Beigeschmack. „Ich habe mir daher überlegt, wie man die Menschen dazu bringen kann, ökologische Mode zu kaufen. Und das geht nur dann, wenn sich diese von konventioneller Mode nicht unterscheidet.“

Saisonübergreifende Outfits

Dabei sind die Stücke ihrer Kollektion nicht an eine bestimme Saison gebunden, nicht zuletzt auch, weil es weder finanziell noch ökologisch machbar sei, alle drei Monate eine neue Kollektion auf den Markt zu bringen. „Ich habe meine Kleider für das ganze Jahr geplant“, sagt die Absolventin. „Man kann alles ganz einfach je nach Jahreszeit miteinander kombinieren.“

Für Joanna Quintus geht es nach dem Bachelor-Abschluss jetzt weiter in Saarbrücken. Dort wird sie ein Produktdesign-Studium aufnehmen. „Ich bin im Grunde Künstlerin und will noch weiter als Künstlerin arbeiten“, so Quintus. „Ich sage aber nicht, dass ich die Mode aufgeben will. Ich will einfach nur breitgefächerter arbeiten.“


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