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66. IAA Pkw in Frankfurt am Main: Autobauer geben ordentlich Gas
Lifestyle 20 5 Min. 18.09.2015

66. IAA Pkw in Frankfurt am Main: Autobauer geben ordentlich Gas

Lifestyle 20 5 Min. 18.09.2015

66. IAA Pkw in Frankfurt am Main: Autobauer geben ordentlich Gas

Auf der 66. Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) in Frankfurt am Main (Publikumstage: 19. bis 27. September) lassen es die Autobauer richtig krachen. Sie präsentieren nicht nur eine Rekordzahl an Neuheiten, sondern wagen auch einen Blick in die fernere Zukunft - Stichwort automatisiertes Fahren.


(dpa/tmn) - Mit einem Wort kann zusammengefasst werden, was die Autoindustrie derzeit ausstrahlt: Zuversicht. Zwar spricht alle Welt von den großen Herausforderungen – der Digitalisierung, dem automatisierten Fahren oder der Zukunft ohne Zapfsäule, doch auf der diesjährigen IAA stehen vor allem Neuheiten im Fokus, die das Geschäft wohl schon bald beleben werden. Das könnte allein deshalb gelingen, weil die meisten Premieren in den zulassungsstarken Volumensegmenten gefeiert werden.

So hat VW auf der wichtigsten Automobilmesse des Jahres den Nachfolger des Tiguan enthüllt, der in vielen wichtigen europäischen Märkten als meistverkaufter Geländewagen ganz oben auf der anhaltenden SUV-Welle reitet. Im April soll er mit mehr Platz und geringerem Verbrauch in den Handel kommen.

Dort trifft er allerdings auf 
eine Reihe attraktiver Wettbewerber – wie den Kia Sportage, der noch kurz vor dem VW-Vorbild in die nächste Generation wechselt. Und Besserverdiener mit Lust auf eine hohe Sitzposition möchte künftig Jaguar mit dem F-Pace als Kunden gewinnen.

Viel Bewegung 
in der Kompaktklasse

Wer lieber näher am Boden bleibt, dem empfiehlt sich in Frankfurt die Kompaktklasse. In den vergangenen Jahren ein wenig vernachlässigt, blüht sie auf der IAA mit dem Generationswechsel von Opel Astra und Renault Mégane, mit dem deutlich gewachsenen Mini Clubman, dem Infiniti Q30 oder einem überarbeiteten DS 4 aus dem Hause Citroën wieder richtig auf.

In der 
Liga darüber buhlen Neuheiten wie die Alfa Giulia, der Audi A4, der Renault Talisman oder das Mercedes-Benz C-Klasse Coupé um Aufmerksamkeit. Für die Vermögenden stellen Mercedes-Benz das S-Klasse Cabriolet und BMW den neuen 7er ins Rampenlicht.

Überhaupt ist die Fülle neuer Traumwagen in den unterschiedlichsten Segmenten groß. Sie reicht in der Sportfraktion vom aufgefrischten Porsche 911 oder dem Ferrari 458 GTB Spider (jetzt jeweils mit Turbomotoren) über das besonders vornehme Cabriolet Rolls-Royce Dawn bis hin zum Bentley Bentayga, der die SUV-
Mode für Preise über 200 000 Euro nun auch über die Oberklasse hinaus trägt.

Aber die Messe steht nicht nur für neue Modelle, sondern ist sogar 
eine Bühne für neue oder zumindest neu belebte Marken. Zum ersten Mal nach über 50 Jahren sieht man in Frankfurt wieder einen Borgward. Der Geländewagen BX 7 läutet die Wiedergeburt der Traditionsmarke ein und kommt ab nächstem Jahr zunächst in China in den Verkauf. Frühestens 2017 soll er auch in Europa angeboten werden.

Alternative Antriebe
 an jeder Ecke

Egal wo man hinschaut: Alternative Antriebe sind in Frankfurt so selbstverständlich, dass man schon kaum mehr darüber spricht: Mercedes-Benz und BMW haben je fünf Plug-in-Hybride mitgebracht. VW brüstet sich mit 20 neuen Elektroautos oder Plug-in-Fahrzeugen, auch den neuen Tiguan wird es für die Steckdose geben.

Und nicht zuletzt plant Borgward beim BX 7 einen Steckdosen-Anschluss. Bei dieser Fülle an Modellen wird selbst die vierte Auflage des 
Toyota Prius als meistverkauftes Hybridmodell der Welt in Frankfurt fast schon zur Nebensache.

Zwar werden viele marktreife Neuheiten in den nächsten Monaten das Volumengeschäft bestimmen. Doch immer wieder öffnet sich am Main der Blick und schweift in die Ferne. So betreiben die Aussteller mit ebenso aufwendigen wie auffälligen Studien aktive Zukunftssicherung. Sie wollen den Beweis antreten, dass sie fit für die neuen Herausforderungen und Herausforderer sind.

Tesla-Konkurrent aus Ingolstadt

Das zeigen vor allem zwei Schaustücke aus dem VW-Konzern und ein Concept Car von Mercedes-Benz. Audi bringt gegen das Model X, das erste SUV des Elektropioniers Tesla aus Kalifornien, den e-tron quattro concept in Stellung. Er soll mit mehr als 500 Kilometern elektrischer Reichweite als Geländewagen für das gute Gewissen bis 2018 in Serie gehen. Porsche skizziert derweil mit dem über 442 kW (600 PS) starken Mission E, wie ein elektrisch angetriebener Erbe des 911 dem Tesla Model S davon fahren könnte.

Und Mercedes-Benz visualisiert den Umbruch der Branche mit einem Auto (Concept IAA), das wie ein Transformer auf Knopfdruck die Form wechselt. Vordergründig dient diese Funktion der Aerodynamik und senkt den cw-Wert auf ein Rekordniveau von 0,19. Doch soll dieser Wechsel auch symbolisch den Sprung in ein neues Zeitalter des Automobilbaus demonstrieren, wie Daimler-Chef Dieter Zetsche sagt.

Die vermeintlichen Totengräber der etablierten Konzerne halten sich in Frankfurt dagegen vornehm zurück. Vom Apple-Auto ist zwar auf der IAA überall die Rede, aber nichts zu sehen. Google versteckt sich in der Sonderausstellung „New Mobility World“, und Tesla lässt die Chance für das Debüt des vielbeschworenen Model X ungenutzt. Der US-Hersteller zeigt in Frankfurt nur das sattsam bekannte Model S. Angstgegner sehen irgendwie anders aus.

VW-Chef spricht von
 der „Neuerfindung von Volkswagen“

Kein Wunder also, dass die Konzernchefs in Frankfurt sehr selbstbewusste Töne anschlagen: VW-Boss Martin Winterkorn spricht 
etwa von der „Neuerfindung von Volkswagen“. Porsche-Chef Müller träumt vom Sportwagen für das 21. Jahrhundert, und Daimler-Chef Dieter Zetsche sieht die beste Zeit des Automobils erst noch kommen.

Zuversichtlich wie nie blicken die Autohersteller in Frankfurt in die Zukunft. Ob der von ihnen eingeschlagene Weg denn der richtige ist, wird sich allerdings womöglich erst in ein oder zwei Jahrzehnten zeigen. Doch die Schwarzmalerei vieler Branchenbeobachter jedenfalls scheint vielleicht etwas übertrieben und die von Tesla & Co. ausgelöste Schockstarre erst einmal überwunden.

Öffnungszeiten und Eintrittspreise

Die 66. IAA Pkw auf dem Messegelände Frankfurt/Main (Ludwig-Erhard-Anlage 1) ist nach je zwei Presse- und zwei Fachbesuchertagen ab Samstag, den 19. September, bis einschließlich Sonntag, den 27. September, täglich von 9 bis 19 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet werktags 12 Euro und am Wochenende 14 Euro. Schüler zahlen 7,50 Euro. Sogenannte Nachmittagstickets (werktags ab 15 Uhr) gibt es für acht Euro. Kinder bis einschließlich sechs Jahren zahlen keinen Eintritt.



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