4K-Monitore: Im Pixel-Himmel
4K-Monitore sind nur dann sinnvoll, wenn Rechner und Grafikchips Auflösungen von 3.840 mal 2.160 Pixeln und mehr auch liefern können.

4K-Monitore: Im Pixel-Himmel

Foto: Andrea Warnecke
4K-Monitore sind nur dann sinnvoll, wenn Rechner und Grafikchips Auflösungen von 3.840 mal 2.160 Pixeln und mehr auch liefern können.
Lifestyle 3 Min.13.05.2015

4K-Monitore: Im Pixel-Himmel

Nicht nur Fernseher, auch Monitore gibt es mit extrem hohen Auflösungen. Unsummen kosten solche 4K- oder Ultra-HD-Displays zwar nicht. Spaß macht das Spielen, Surfen oder Arbeiten damit aber nur unter den richtigen Voraussetzungen.

Nicht nur Fernseher, auch Monitore gibt es mit extrem hohen Auflösungen. Unsummen kosten solche 4K- oder Ultra-HD-Displays zwar nicht. Spaß macht das Spielen, Surfen oder Arbeiten damit aber nur unter den richtigen Voraussetzungen.

(dpa/tmn) - Vor ein paar Jahren war der erste iMac mit 27-Zoll-Display noch ein Exot. Heute sind solche und sogar noch größere Diagonalen bei Monitoren keine Seltenheit mehr. Denn sie bieten nicht nur viel Fläche, sondern auch jede Menge Pixel. Das Zauberwort lautet 4K oder Ultra HD. Dahinter verbergen sich Auflösungen von 3.840 mal 2.160 Pixeln und darüber. Das sind mindestens viermal mehr als bei Full HD (1.920 mal 1.080 Pixel).

Bei der Arbeit können solche Auflösungen ein Riesenvorteil sein. „Bei Büroanwendung sorgt das einfach für mehr Effizienz“, sagt Markus Greve, Managing Director bei der Münchener Design-Agentur Kochan & Partner. „Sie können damit mehrere Anwendungen nebeneinander benutzen - und zwar in einer augenfreundlichen Qualität.“ Denn selbst kleine Texte und Symbole werden mit 4K extrem scharf dargestellt.

Inzwischen sind die hochauflösenden Monitore nicht nur für Design-Profis, sondern auch für Verbraucher erschwinglich: Von sechs aktuellen Modellen, die die Computerzeitschrift „c't“ kürzlich (Ausgabe 8/15) getestet hat, kosten die meisten rund 1.000 Euro. Einzelne Geräte sind auch schon um die 700 Euro erhältlich und schneiden im Test nicht schlechter ab.

Vorsicht bei Grafikkarte

Sinnvoll ist der Kauf eines 4K-Monitors aber nur, wenn der PC die Auflösung auch liefern kann. Dazu müssen Rechner und insbesondere ihre Grafikchips leistungsstark sein: Wer auf den hochauflösenden Displays nicht nur arbeiten, sondern auch spielen oder Bilder bearbeiten will, muss sich schon teure Oberklasse-Hardware zulegen.

Außerdem muss die Grafikkarte die richtigen Standards unterstützen. Die beste Wahl ist dabei Display-Port 1.2, den neuere Macs und viele aktuelle Grafikbeschleuniger für Windows-Rechner unterstützen, selbst in der Onboard-Version von Intel und AMD. Damit lassen sich die Bilder in der Regel auch in ruckelfreien 60 Hertz übertragen.

Bei HDMI klappt das dagegen nur mit HDMI 2.0, das aber längst nicht alle 4K-Monitore und Grafikkarten unterstützen. Der Vorgänger HDMI 1.4 kann die extrem hochauflösenden Bilder zwar ebenfalls übertragen, aber nur mit 30 Hertz. Das sorgt bei jeder Art von Animation für ein störendes Ruckeln. „Beim Scrollen zum Beispiel nervt das schon sehr“, warnt „c't“-Redakteur Stefan Porteck - vom Spielen ganz zu schweigen.

Neben den richtigen Anschlüssen brauchen 4K-Nutzer noch die passenden Kabel. Theoretisch sollten alle neueren Display-Port- und HDMI-Kabel, die für die Vorgängerstandards 1.1 und 1.4 zertifiziert sind, auch Signale der Nachfolger 1.2 und 2.0 transportieren können. In der Praxis funktioniert das aber nicht immer: „Sowohl bei Display-Port als auch bei HDMI ist es uns im Test passiert, dass Kabel von Drittherstellern nicht funktionierten“, erzählt Porteck. Am besten verlässt man sich also auf Kabel, die dem Monitor beiliegen. 

Sticht durch seinen asymmetrischen Standfuß ins Auge: Der 27 Zoll große 4K-Monitor S277HK von Acer (ab ca. 680 Euro).
Sticht durch seinen asymmetrischen Standfuß ins Auge: Der 27 Zoll große 4K-Monitor S277HK von Acer (ab ca. 680 Euro).
Foto: Acer

Betriebssysteme noch nicht bereit

Ärger kann es außerdem mit der Software geben: „Die Programme und Betriebssysteme sind auf solche Auflösungen noch nicht vorbereitet“, sagt Miroslav Sykora, Analyst beim Marktforscher IDC. Denn gerade auf kleineren Monitoren, etwa mit 24 Zoll Diagonale, sind Schaltflächen, Buchstaben und Symbole in 4K oder Ultra HD oft schlicht zu klein.

Um da gegenzusteuern, haben Windows 7 und 8.1 zwar eine sogenannte Skalierung an Bord, mit der alles automatisch etwas größer dargestellt wird. Ähnliche Funktionen bietet auch OS X für den Mac. Innerhalb von Grafik- oder Textverarbeitungsprogrammen kann die Skalierung aber dazu führen, dass einzelne Elemente nur verpixelt oder verwaschen zu sehen sind, warnt die „c't“. Und auch längst nicht jedes Spiel unterstützt Auflösungen jenseits von Full HD.

Solche Hürden sind aber nur ein Grund, warum Designer wie Markus Greve bei aller Begeisterung noch nicht täglich mit 4K-Monitoren arbeiten: „Für das gleiche Geld gibt es da einfach noch nicht die Qualität wie bei anderen Monitoren.“ Vor allem bei der Farbraumtiefe, die bei der Profi-Bildbearbeitung besonders wichtig ist, hätten Modelle mit kleinerer Auflösung noch die Nase vorn.

Ähnlich sieht das auch Analyst Sykora: „Zurzeit sind 4K-Monitoren in wichtigen Punkten wie Farbdarstellung und Reaktionszeit noch schlechter als Full-HD-Modelle der gleichen Preisklasse.“ Er rät Verbrauchen daher eher zu einer Kompromisslösung. Wer unbedingt eine hohe Auflösung, aber trotzdem ausgereifte Qualität will, könne zum Beispiel zu einem Quad-HD-Monitor mit 2.560 mal 1.440 Pixeln greifen: „Die bieten zurzeit die beste Kombination aus hoher Pixeldichte und erschwinglichen Preisen.“


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

4K oder nicht: Worauf es beim neuen Monitor ankommt
Was früher Full HD war, ist bei neuen Computerbildschirmen nun 4K. Doch was hat es mit der höheren Auflösung eigentlich auf sich? Kann man die Pixelwunder an jeden PC anschließen? Und wer braucht eigentlich so viele Bildpunkte?
Zum Themendienst-Bericht von Thomas Schörner vom 8. November 2016: Monitore mit 4K-Auflösung (3840 zu 2160 Pixel) bringen mehr Platz für eine detailliertere Darstellung mit. Sie stellen den angeschlossenen Computer aber auch vor neue Herausforderungen. (Archivbild vom 02.09.2016/Nur zur redaktionellen Verwendung durch Themendienst-Bezieher.) Foto: Andrea Warnecke
Das muss ein Computer für den 4K-Betrieb können
Hohe Auflösung auf dem Bildschirm ist eine schöne Sache. Aber längst nicht jeder Rechner kann mit den immer häufiger angebotenen 4K-Monitoren sinnvoll zusammenarbeiten. Grafikchip, Anschlüsse und Betriebssystem müssen stimmen.
Zum Themendienst-Bericht vom 2. Dezember 2015: Immer mehr Monitore im Handel haben 4K-Aufl�sung (mindestens 3840 zu 2160 Pixel). Doch l�ngst nicht jeder Computer kann solch hochaufl�sende Bildschirme auch bespielen. (Archivbild vom 05.09.2014/Die Ver�ffentlichung ist f�r dpa-Themendienst-Bezieher honorarfrei.) Foto: Andrea Warnecke
Steuerungszentrale Smartphone: Volle Kontrolle
Nur Telefonieren und Surfen? - Smartphones und Tablets können mehr. Apps befähigen sie etwa, auf Filme, Musik und Fotos im Heimnetzwerk zuzugreifen. Und sogar anderen aus der Ferne bei Computerproblemen zu helfen, ist möglich.
Zum Themendienst-Bericht von Benjamin�Kr�ger vom 7. Mai 2015: AirDroid kann unter anderem eingehende�Nachrichten auf den Rechner umleiten. (ACHTUNG - HANDOUT - Nur zur redaktionellen Verwendung im Zusammenhang mit dem genannten Text und nur bei vollst�ndiger Nennung der Quelle. Die Ver�ffentlichung ist f�r dpa-Themendienst-Bezieher honorarfrei.) Foto: AirDroid