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40 Jahre Leserreisen des „Luxemburger Wort“
Lifestyle 4 7 Min. 26.01.2019 Aus unserem online-Archiv

40 Jahre Leserreisen des „Luxemburger Wort“

Ein Blick aufs Schiff: Leserkreuzfahrt durch die Ägäis mit der „MS Riviera“ im Oktober 2018.

40 Jahre Leserreisen des „Luxemburger Wort“

Ein Blick aufs Schiff: Leserkreuzfahrt durch die Ägäis mit der „MS Riviera“ im Oktober 2018.
Foto: Marc Willière
Lifestyle 4 7 Min. 26.01.2019 Aus unserem online-Archiv

40 Jahre Leserreisen des „Luxemburger Wort“

Die größte Tageszeitung Luxemburgs nimmt ihre Leser immer wieder mit hinaus in die Welt – und sorgte nebenbei dafür, dass auch im Großherzogtum eine neue Form des Verreisens populär wurde.

von Fern Morbach*

„Einmalig!“ Sowohl Gilbert Lentz vom Kreuzfahrtenveranstalter Neptun Cruises aus Esch/Alzette als auch Aloyse Sales von Cruisopolis aus Merl benutzen dieses Wort, wenn sie an die in ihren Augen schönste Leserkreuzfahrt des „Luxemburger Wort“ zurückdenken. Beide Unternehmen sind seit Jahrzehnten Leserreisen-Partner des Hauses.

Gilbert Lentz' schönste Leserkreuzfahrt fand im Jahr 2000 an Bord des Schiffes „Arkona“ statt und führte von Genua in Italien aus unter anderem nach Tunesien, Syrien, Ägypten, Israel und in den Libanon. „Es war wirklich eine einmalige Route“, so Gilbert Lentz.

Die schönste Leserkreuzfahrt in den Augen von Aloyse Sales – „eine einmalige Reise“ – begann vier Jahre später im Anschluss an die Olympischen Spiele 2004 in Athen. Während der Spiele lag das damals neue Luxusschiff „Queen Mary 2“ im Hafen von Piräus und wurde dort als Unterkunft für Sportler zweckentfremdet. Unmittelbar nach den Spielen gingen 60 Leser des „Luxemburger Wort“ an Bord, die „QM2“ brachte sie in den folgenden Tagen unter anderem nach Rom, Barcelona, Gibraltar, Lissabon und Southampton. Von dort brechen die Queen-Mary-Schiffe noch heute zu Atlantik-Überquerungen auf.

Im März 1979 organisierte das „Luxemburger Wort“ zum ersten Mal eine Leserreise. 2019 steht nun der 40. Geburtstag dieser vergnüglichen und durchwegs erholsamen Leser-Blatt-Bindungsmaßnahme an. Vor 40 Jahren erwies sich gleich der erste Versuch als durchschlagender Erfolg: Mehr als 400 Leser stachen am 10. März 1979 an Bord der „Achille Lauro“ in See und fuhren Richtung Kanaren und Westafrika. Das gleiche Schiffe erlangte 1985 wegen einer Entführung traurige Berühmtheit.

Bis heute hat das „Luxemburger Wort“ gemeinsam mit vielen Luxemburgern und einigen ausländischen Partnern 106 Kreuzfahrten und andere Leserurlaube organisiert: Flugreisen und Busreisen, Citytrips, Wanderaufenthalte und Musicalbesuche. Bis zum Jahresende werden fast drei Dutzend Reisen durchgeführt, die gemeinsam mit dem „Luxemburger Wort“ und „Télécran“ angeboten werden. Der Markt lebt, die Nachfrage ist groß, die steigenden Teilnehmerzahlen verdeutlichen, wie gerne die Luxemburger und mithin auch die Leser dieser Zeitung immer noch verreisen.

Der Kreuzfahrten-Geburtshelfer

Noch lange wird der Begriff Leserreise untrennbar mit dem Begriff Kreuzfahrt verbunden bleiben. „In Luxemburg darf das ,Luxemburger Wort' für sich beanspruchen, die Reiseformel Kreuzfahrt bekannt gemacht zu haben,“ sagt Jean-Pierre Antony, der lange auf Redaktions-, Verlags- und Druckereiebene Leserreisen organisierte, mit Partnern verhandelte und selbst häufig mit an Bord der Kreuzfahrtschiffe ging.

Auch Aloyse Sales und Gilbert Lentz bestätigen im Rückblick die Geburtshelfer-Rolle des „Luxemburger Wort“. Die Zeitung machte nicht nur Werbung für ihre Leserkreuzfahrten und Werbung für diese vor vier Jahrzehnten noch wenig verbreitete Art des Urlaubs. Sie veröffentlichte im Reiseteil auch Dutzende Artikel und Reportagen, die bei den Lesern den Kreuzfahrt-Appetit anregten. Der Erfolg lässt sich heute messen: Obwohl der internationale Kreuzfahrtmarkt enorm wuchs und das Angebot kaum noch überschaubar ist, gehen mehrmals pro Jahr Lesergruppen mit dem „Luxemburger Wort“ auf große Fahrt, nicht nur auf hoher See, sondern gerne auch auf den Flüssen dieser Welt.

„In Medien, in Zeitungen soll nicht nur über Reisen und Reiseziele berichtet werden. Wir wollen unseren Lesern die Möglichkeit geben, mit uns die Welt zu entdecken und wir wollen ihnen diese Ziele näher bringen“, sagt Petz Sandt, der zurzeit das Leserreisen-Geschäft von Saint-Paul koordiniert. Auch deshalb bauten Verlag und Redaktionen das Angebot in den vergangenen Jahren beständig aus.

Ähnlich sieht Chefredakteur Roland Arens die Dinge: „Die Luxemburger sind heimatverbunden und gleichzeitig weltoffen. Sie schätzen gute, journalistische Information und sie reisen gerne. Deshalb gehören Berichte zum Thema Reise und Erholung seit vielen Jahren zum festen redaktionellen Angebot des „Luxemburger Wort“. Unser Programm mit exklusiven „Wort“-Leserreisen und -Kreuzfahrten ergänzt diese Reiseberichterstattung auf ideale Weise. Dieser Premium-Service trägt aus unserer Sicht wesentlich dazu bei, den Kontakt zwischen unseren Lesern und ihrer Zeitung zu intensivieren.“

Pionierarbeit einer Tageszeitung

Kreuzfahrten spielen immer noch eine wichtige Rolle. Viele Leser haben noch nie ein Kreuzfahrtschiff betreten, für sie ist und bleibt die Kreuzfahrt etwas Neues, etwas Besonderes, obwohl es heute auf Schiffen weniger exklusiv und mondän zugeht als 1979 auf der „Achille Lauro“. Sehr gut im Rennen liegen mittlerweile auch Fernreisen und Studienreisen. Es gibt auch Leser, die sich für Moldauklöster und Siebenbürgen interessieren, die im „African Explorer“ von Namibia nach Kapstadt reisen möchten, die eine europäische Kulturhauptstadt besuchen wollen oder sich für die Kunstausstellung Art Basel begeistern.

Zur Vielfalt passt ein Blick in die Statistik: Ja, es gab Leserkreuzfahrten mit bis zu 400 Teilnehmern, es gab aber auch viele andere, sehr erfolgreiche Leserreisen, mit Bussen, mit Flugzeugen, mit der Bahn. Im Juni 1999 fuhren 900 Leser mit dem „Luxemburger Wort“ nach Bochum, um sich in einer Sondervorstellung das Musical „Starlight Express“ anzusehen. Und im September 2000 stiegen im Hauptbahnhof in Luxemburg 350 Leserinnen und Leser in einen TGV, der sie anschließend an die Côte d’Azur brachte. Zu dieser Zeit war der französische Hochgeschwindigkeitszug wirklich noch etwas Außergewöhnliches – und das „Luxemburger Wort“ leistete erneut Pionierarbeit.

2001 noch etwas ganz Besonderes: Mit dem neuen TGV an die Côte d'Azur reisen.
2001 noch etwas ganz Besonderes: Mit dem neuen TGV an die Côte d'Azur reisen.
Foto: Serge Waldbillig

Für Reisende mit Anspruch

Mitte Januar begann in Point-à-Pitre in Gouadeloupe die erste Leserkreuzfahrt in diesem Jahr. Eine Woche lang waren rund 130 Leser von „Luxemburger Wort“ und „Télécran“ in der Karibik unterwegs. Zwischen dieser Kreuzfahrt und der ersten Leserkreuzfahrt im März 1979 hat sich viel getan auf dem Luxemburger Medien- und Reisemarkt. Partner der ersten Stunde – wie etwa die Icelandair oder die Vereinigung Lux-Tours – sind verschwunden, neue Bündnisse wie die ULT sind entstanden, spezialisierte ausländische Veranstalter wie Studiosus sind ins Leserreisen-Boot zugestiegen.

Wodurch unterscheidet sich eine Leserreise überhaupt von einer anderen Reise, was hat sie in den vergangenen vier Jahrzehnten so populär gemacht? Im Gegensatz zu vielen ausländischen Verlagen setzt das „Luxemburger Wort“ nicht auf günstige Preise. Leserreisen waren und sind keine Schnäppchen. Sie sollen sich von Angeboten von der Stange unterscheiden: Neue Schiffe, exklusive Routen, besondere Ausflüge, interessante Vorträge, Abholdienste – aus diesen Leistungen werden die beliebten Pakete geschnürt.

Für Aloyse Sales von Cruisopolis ist die Partnerschaft zwischen einer Zeitung und einem Reiseunternehmen auch eine vertrauensbildende Maßnahme im Interesse der Kunden und Leser: „Wenn das ,Luxemburger Wort‘ eine Reise anbietet, haben die Leser sofort Vertrauen. Für sie steht fest, dass eine solche Reise gut und sicher sein muss, sonst würde sie nicht von dieser Institution unterstützt.“ Diese Erkenntnis ist nicht neu, sie stammt aus der Anfangszeit der Leserreisen. Marktforscher und Marketingmenschen dürften auch heute noch Freude daran haben.

* Fern Morbach, der Autor dieses Berichtes, koordinierte und organisierte vor seinem Eintritt in den Ruhestand zehn Jahre lang die Leserreisen von „Luxemburger Wort“ und „Télécran“.


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