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100 Jahre BMW: Glanz und Elend einer Weltmarke
Lifestyle 27 1 3 Min. 04.03.2016

100 Jahre BMW: Glanz und Elend einer Weltmarke

Architektonische Meisterwerke: Die BMW Welt, das BMW Museum und das „Vierzylinder“ genannte Verwaltungsgebäude gehören mittlerweile zu den Wahrzeichen der Stadt München.

100 Jahre BMW: Glanz und Elend einer Weltmarke

Architektonische Meisterwerke: Die BMW Welt, das BMW Museum und das „Vierzylinder“ genannte Verwaltungsgebäude gehören mittlerweile zu den Wahrzeichen der Stadt München.
Foto: BMW Group
Lifestyle 27 1 3 Min. 04.03.2016

100 Jahre BMW: Glanz und Elend einer Weltmarke

Marc BOURKEL
Marc BOURKEL
Am Montag feiert BMW 100. Geburtstag. Beim Festakt wird sicher über die Vergangenheit, vor allem aber über die Zukunft gesprochen. Das Motto der Feier lautet nämlich „The Next 100 Years“. Da wir keine Kristallkugel besitzen, beschäftigen wir uns vorerst mit den ersten 100 Jahren.

(MB) - BMW heißt heute eigentlich nicht mehr BMW, sondern BMW Group. Zum Münchner Unternehmen gehören mittlerweile neben BMW schließlich auch noch die Marken Mini und Rolls-Royce. Die Sache mit dem Firmennamen ist ohnehin etwas kompliziert.

Die Ursprünge von BMW gehen nämlich auf die am 6. März 1916 gegründete und einen Tag später ins Handelsregister eingetragene Bayerische Flugzeugwerke AG (BFW) zurück. Als Bayerische Motoren Werke fungiert das Unternehmen eigentlich erst seit dem 6. Juli 1922. An jenem Tag übernahm die Bayerische Flugzeugwerke AG den Firmennamen Bayerische Motoren Werke, das 1917 eingeführte BMW-Emblem und den Motorenbau vom zwischenzeitlichen Eigentümer, der Knorr-Bremse AG.

Erst zwei, dann vier Räder

Nachdem das Unternehmen anfangs ausschließlich Flugzeugmotoren gebaut hatte, wagte es sich zu Beginn der 1920er-Jahre auf neues Terrain. Auf dem Berliner Autosalon stellte BMW am 28. September 1923 sein erstes Motorrad vor. Die R 32 genannte Maschine war eine kleine Sensation. Während andere Hersteller sich bei ihren Motorrädern noch immer an der Geometrie von Fahrrädern orientierten, entwickelte der damalige BMW-Chefkonstrukteur Max Friz die R 32 konsequent um den Motor herum.

Zum Automobilbau kam BMW im Jahr 1928 durch die Übernahme der wirtschaftlich angeschlagenen Fahrzeugfabrik Eisenach. Auf die Fertigung des Dixi 3/15, einer in Lizenz gebauten Version des Austin Seven, und dessen Weiterentwicklung, des BMW 3/15 (ab 1929), folgte 1932 als erste BMW-Eigenkonstruktion der BMW 3/20 mit 15 kW (20 PS) starkem Vierzylinder-Motor.

Für Furore sorgte BMW dann ein Jahr später mit dem in Berlin enthüllten 303, dem ersten BMW mit Sechszylinder-Motor und auch dem ersten Auto der blau-weißen Marke, das die noch heute typische BMW-Niere im Kühlergrill trug.

Dunkle Schatten

In den Folgejahren profitierte das Unternehmen enorm von den Rüstungsanstrengungen in Deutschland. So wurden auf Anordnung des NS-Regimes die Fertigung ziviler Fahrzeuge heruntergefahren und die Produktion von Flugzeugmotoren priorisiert. Aus Profitgier wurden zudem ab 1939 polnische Kriegsgefangene, später dann auch Strafgefangene, Zwangsarbeiter, Kriegsgefangene aus anderen Ländern sowie KZ-Häftlinge in den BMW-Werken eingesetzt. In der Nähe des Werks München-Allach hatte BMW sogar ein eigenes KZ.

Die Auseinandersetzung mit diesem dunklen Kapitel der BMW-Geschichte verlief lange Zeit zögerlich. Knapp 40 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs, im Jahr 1983, brachte BMW dann als erstes deutsches Unternehmen eine öffentliche Debatte über die NS-Zeit in Gang, unter anderem durch die Veröffentlichung „BMW – eine deutsche Geschichte“. 1999 gehörte BMW zudem zu den Gründungsmitgliedern der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung, Zukunft“ zur Entschädigung ehemaliger Zwangsarbeiter.

Schwieriger Neuanfang

Der Neuanfang nach dem Zweiten Weltkrieg gestaltete sich sehr schwierig. Das erste Nachkriegsmotorrad wurde erst 1948, das erste Auto erst 1952 gebaut. Trotz einiger Erfolgsmodelle wie der Isetta fuhr BMW immer weiter in die roten Zahlen und wäre 1959 fast an die Daimler-Benz AG verkauft worden. Vor allem durch das Engagement des Industriellen Herbert Quandt konnte dies aber quasi in letzter Minute verhindert werden.

Der Aufschwung des Unternehmens wurde auch in der Folgezeit immer wieder gebremst, etwa durch die Ölkrise Anfang der 1970er-Jahre oder strategische Fehler wie die Übernahme der britischen Rover Group im Jahr 1994 – von dieser blieb am Ende nur Mini übrig. Die Weichenstellung für den heutigen Erfolg als Premiumhersteller erfolgte im September 2007 – und damit noch vor dem Ausbruch der weltweiten Finanzkrise 2008 – mit der auf langfristiges, profitables Wachstum ausgerichteten Unternehmensstrategie „Number One“.

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BMW in Luxemburg

In Luxemburg wurden die ersten BMW-Fahrzeuge ab Ende der 1950er-Jahre von der Familie Kontz importiert. Diese fungierte bis zum Jahr 2003 als Importeur der Marke, ehe diese Funktion von der BMW Group Belux übernommen wurde. Auf die Familie Kontz folgten ab Mitte der 1960er-Jahre die Garage Schweig, die Garage Schmitz und die Garage Muzzolini als weitere BMW-Händler.

2015 konnte BMW hierzulande 5 376 Neuwagen verkaufen (plus 782 Mini) und belegte damit Platz zwei der Marken-Hitparade hinter Volkswagen (5 872). In den ersten beiden Monaten des Jahres 2016 kam BMW auf 947 Neuzulassungen (plus 16,48 Prozent) und ist damit aktuell die Nummer eins auf dem Luxemburger Automarkt.

Zukunftsvision aus München: Der Anfang Januar auf der CES in Las Vegas vorgestellte BMW i Vision Future Interaction gibt Ausblick auf das vernetzte Cockpit und das User-Interface der Zukunft.
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Foto: BMW Group



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