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Zum 80. von Edouard Kutter: Malerei mit Licht und Dunkelheit
Kultur 6 05.11.2014 Aus unserem online-Archiv

Zum 80. von Edouard Kutter: Malerei mit Licht und Dunkelheit

Kultur 6 05.11.2014 Aus unserem online-Archiv

Zum 80. von Edouard Kutter: Malerei mit Licht und Dunkelheit

Wie kaum ein anderer setzte Edouard Kutter Luxemburg fotografisch in Szene. Zu seinem 80. Geburtstag haben wir einige seiner schönsten Fotos zusammengetragen.
Foto: Edouard Kutter / Photothèque de la Ville de Luxembourg

(jls) - Schon zur Entstehungszeit der Fotos war der Name Kutter in Luxemburg bereits ein Begriff. 1882 hatte sich der Schweizer Paul Kutter in Luxemburg niedergelassen, wo er kurz danach sein eigenes Fotografenatelier eröffnete. Den Beruf des Vaters ergriffen seine Söhne Bernard und Edouard. Zu Edouard Kutters Kunden zählten viele prominente (darunter die großherzogliche Familie) und weniger prominente Luxemburger. Sein 1934 geborener Sohn, der ebenfalls Edouard hieß, trat Mitte der 50er-Jahre in die Fußstapfen des Vaters. Neben der Auftragsfotografie im Atelier – unter anderem für Hochzeitsbilder und Porträts – stellte die Arbeit als „Photographe de la cour“ in den 1960er-Jahren einen Schwerpunkt seiner Arbeit dar.

Anders als sein Vater betrieb der jüngere Edouard Kutter die Fotografie aber auch außerhalb des Ateliers, mehr der Kunst wegen als für gewerbliche Zwecke. Sein Handwerk hatte er Anfang der 1950er-Jahre unter anderem an der Staatlichen Schule für Kunst und Handwerk Saarbrücken bei Professor Otto Steinert erlernt, einem der bedeutendsten deutschen Fotografen der Nachkriegszeit. Kunstfotografie war damals vor allem Schwarzweißfotografie: mal geometrische Komposition aus Linien, Flächen und Hell-Dunkel-Kontrasten, mal impressionistisches Stimmungsbild aus zarten Graunuancen, mal „Schnappschuss“, der durch ungewohnte visuelle Gegenüberstellungen überrascht.

Mit Geduld und künstlerischem Gespür

Dass Edouard Kutter die Kameratechnik glänzend beherrschte, und ebenso die viel Geduld und künstlerisches Gespür erfordernde Nachbearbeitung in der Dunkelkammer, zeigt sich auf fast allen Bildern, die in der Ausstellung zu sehen sind. Über ihren dokumentarischen Charakter als Zeitzeugnis hinaus sind viele von ihnen regelrechte Kunstwerke.

Kutter, der später sein Fotogeschäft aufgab und eine Kunstgalerie eröffnete, hat sein umfangreiches Fotoarchiv vor ein paar Jahren der hauptstädtischen Photothek übertragen. Diese hat im Einvernehmen mit dem Künstler auch die Ausstellung „Lëtzebuerg – Stad a Leit“ zusammengestellt. Zeitgleich ist ein Edouard Kutter gewidmeter Band in der Fotobuchreihe „Trésors de la Photothèque“ erschienen, die bereits Bände über Pol Aschman, Théo Mey, Marcel Schroeder und Tony Krier umfasst.


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