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Zeitreise mit Limp Bizkit
Kultur 22 22.06.2018 Aus unserem online-Archiv

Zeitreise mit Limp Bizkit

Kultur 22 22.06.2018 Aus unserem online-Archiv

Zeitreise mit Limp Bizkit

Gilles SIEBENALER
Gilles SIEBENALER
Limp Bizkit erfinden das (musikalische) Rad nicht mehr neu. Das muss man wissen, wenn man ihre Konzerte besucht. Die alten Sachen funktionieren aber immer noch. Für einen angenehmen Konzertabend reicht es allemal.

„Break Stuff“, „Rollin“, „Take a Look Around“: Limp Bizkit nahmen die Zuschauer in der Rockhal am Donnerstagabend mit auf eine Reise zurück in die Vergangenheit, in die Zeit um die Jahrtausendwende. Eine Zeit, in der der Nu-Metal seine Hochzeit hatte – und Limp Bizkit die Könige des Genres waren. Lang, lang ist's her

Die Setlist hatte am Donnerstag denn auch etwas von einem Déjà-vu. Diese Zusammensetzung von Songs hat es so von Limp Bizkit immer wieder gegeben, vielen (älteren) Luxembuger Fans kam sie sogar sehr bekannt vor, denn eigentlich waren es jene Lieder - mit wenigen Ausnahmen - die die US-Combo schon 2003 auf dem Escher Terres-Rouges-Festival dargeboten hatte.

Neben den angesprochenen „Break Stuff“, „Rollin“, „Take a look around“ durften dabei natürlich auch „My Way“, „Nookie“, „ Boiler", „My Generation“ sowie die Cover-Versionen „Faith“ (George Michael) und „Behind Blue Eyes“ (The Who) nicht fehlen. Mancher Fan war enttäuscht, dass gar keine Zugabe gespielt wurde. Doch wenn man ehrlich ist, wüsste man auch nicht auf Anhieb, welchen Song man noch hätte hören wollen. Insofern: Prädikat: „ zufriedenstellend “ .

Schuster, bleib bei deinem Leisten

Kritiker mögen aber nun zurecht monieren, dass sich die Band über die Jahre musikalisch nicht wirklich weiterentwickelt hat - was auch die wenigen Veröffentlichungen der vergangenen Jahre beweisen. Konzertgänger können dem aber - getreu dem Motto „Schuster, bleib bei deinem Leisten“ -  entgegenhalten, dass es für einen gelungenen Abend nur diese - und genau diese - alten Schinken braucht. Wenn denn auch die Live-Performance stimmt.

Diese, also die Live-Performance war, sagen wir mal, ganz in Ordnung - hatte aber noch Luft nach oben. Einiges wirkte etwas lust- und lieblos, dennoch schaffte es Fred Durst das Publikum, vor allem die vorderen Reihen, zu animieren und amüsieren. Das musikalische Spiel, allen voran der Bass, war druckvoll, wies ansonsten aber hie und da einige Schwächen auf. Das lag wohl auch daran, dass man Gitarrist Wes Borland schon mal besser erlebt hat.

Fazit: Limp Bizkit hat man sicher schon mal besser gesehen, aber auch schlechter. Wiederkommen dürfen sie gerne. Ganz gerne auch mit neuem Songmaterial.