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Zapping - Unsere TV-Kritik: Dick aufgetragene Tattoos
Blindspot Was krabbelt denn da aus dem Duffel Bag?

Zapping - Unsere TV-Kritik: Dick aufgetragene Tattoos

Foto: NBC
Blindspot Was krabbelt denn da aus dem Duffel Bag?
Kultur 1 11.09.2016

Zapping - Unsere TV-Kritik: Dick aufgetragene Tattoos

Daniel CONRAD
Daniel CONRAD
Da findet das New Yorker FBI-Büro in einer Tasche auf dem Times Square eine über und über tätowierte Frau (Jaimie Alexander) ohne Erinnerung.

Dass das eigentlich nicht so leicht gehen dürfte, haben selbst die Drehbuchautoren bemerkt: Da findet das New Yorker FBI-Büro in einer Tasche auf dem Times Square eine über und über tätowierte Frau (Jaimie Alexander) ohne Erinnerung, die dafür aber mit herausragenden Fähigkeiten wie Kampftechniken und exotischen Sprachen gesegnet ist; und nur zwei „Blindspot“-Folgen später darf sie mit dem Team von natürlich hochkompetenten Agenten auf Verbrecherjagd gehen.

Special Agent Edgar Reade (Rob Brown in einer Nebenrolle) kommt als Bedenkenträger und Anwalt der Zweifler vor den Bildschirmen gerade recht: „Warum vertraut man dieser Frau, deren rätselhafte Tattoos die Ermittler auf die Spur von Schwerstkriminellen führen? Nur weil sie damit ihre Erinnerungen auffrischen könnte? Dass so vielleicht mehr zu dem offenbar über hochbrisante Insiderinformationen verfügenden „Tätowierer“ herauskommen würde? Oder ist gerade die Einbindung der Unbekannten Teil eines großen Plans?

Muskel- und moralbepackte FBI-Teamchef

Der muskel- und moralbepackte FBI-Teamchef Kurt Weller (Sullivan Stapleton) jedenfalls lässt sich darauf ein – auch weil er keine echte Distanz zu dem Fall halten kann. Denn nicht umsonst prangt sein Name groß als Tattoo auf dem Rücken von der übergangsweise als „Jane Doe“ bezeichneten Schönen. Im Kreis der FBI- und Crime-Serien der letzten 20 Jahre nimmt sich „Blindspot“ neben dieser Ausgangslage scheinbar die wichtigsten Punkte heraus: da Action und Getriebenheit von „24“, die Frage nach Vertrauen von „Hannibal“, die Verschwörungen und mysteriösen Verstrickungen von „Akte X“, technisches Brimborium von „CSI“ und eine weiblich-toughe Protagonistin à la „Quantico“ oder „Homeland“.

Die Serie, die in den USA eine zweite, weniger harte Folgestaffel erhalten hat, schreckt nicht vor Bildern wie Kopfschüssen und Folter zurück. Schurken sind hier schnell ausgemacht – und ihr Leben schnell beendet, während „die Guten“ über sich und ihre Zweifel lange brüten dürfen.

Die kryptischen Tattoos führen derweil von einer Katastrophe zur nächsten. Spannend und mit allerlei Wendungen und Täuschungen versetzt ist das schon. Aber von Folge zu Folge den Weltuntergang heraufzubeschwören vielleicht doch ein Tick zu viel.

Mit der Erstausstrahlung im deutschen Free-TV am kommenden Donnerstagabend auf Sat 1 (Pilot, 20.15 Uhr) ist die NBC-Serie nun im klassischen Abendprogramm angekommen. Regelsendeplatz: donnerstags 21.15 Uhr.