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Zapping: "The I-Land" als höllisches Paradies
Kultur 1 2 Min. 13.10.2019

Zapping: "The I-Land" als höllisches Paradies

Rebellion im Paradies: Die aufmüpfige Chase (r., gespielt von Natalie Martinez) treibt die Gestrandeten-Gang in den Wahnsinn.

Zapping: "The I-Land" als höllisches Paradies

Rebellion im Paradies: Die aufmüpfige Chase (r., gespielt von Natalie Martinez) treibt die Gestrandeten-Gang in den Wahnsinn.
Foto: Netflix
Kultur 1 2 Min. 13.10.2019

Zapping: "The I-Land" als höllisches Paradies

Jörg TSCHÜRTZ
Jörg TSCHÜRTZ
Palmenstrand, türkisblaues Meer, dichter Urwald: In diesem Paradies wachen zehn Gestrandete auf – und wissen weder, wie sie heißen, noch wie sie hier gelandet sind. In Muskelshirts, Tanktops und Safarihemden wirken die Neuankömmlinge, als wären sie von einer Modenschau für Outdoor-Klamotten auf die Insel gebeamt worden.

Erste Skepsis stellt sich ein: Hat Netflix schon wieder ganz tief in die Trash-Tonne gegriffen?

Aktuelle TV-Serien in der Kritik

Von Kritikern wurde die Miniserie „The I-Land“ des unbekannten Autors Anthony Salter gnadenlos verrissen. „Die schlechteste TV-Show aller Zeiten“, lautet das Urteil der Website Quartz.com. Es fällt schwer, nicht zuzustimmen.

„The I-Land“ nimmt großzügig Anleihen bei Serienhits wie „Lost“ oder „The Hunger Games“. Jules Vernes Roman „L'Île mystérieuse“ wird als Strandgut angespült. In der Abenteuergeschichte aus dem Jahr 1874 verschlägt es fünf „Naufragés de l’Air“ auf eine Insel in der Südsee. Unter den Augen des legendären Kapitän Nemo erlebt die Gruppe allerlei Seltsamkeiten. Mysteriöse Ereignisse gibt es auch auf Salters geheimnisvoller Insel zuhauf. 

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Mit den berühmten Vorlagen kann sie trotzdem nicht mithalten: Die Story trampelt durch seichte Gewässer und driftet ab der dritten Folge in den Sumpf eines peinlichen Sci-Fi-B-Movies ab. Der Gipfel der Effekthascherei ist erreicht, als eine der Gestrandeten ihre eigenen Finger kocht. Auch die Einbindung von Regisseur Neil LaBute („Possession“) und die Kulisse der Dominikanischen Republik können das Fiasko nicht abwenden. 

Dabei hätte die Miniserie durchaus Potenzial: Das Klima auf der einsamen Insel ist von Anfang an von Feindseligkeit und Misstrauen geprägt. Der Zickenkrieg zwischen den beiden Alphafrauen der Gruppe, gespielt von Kate Bosworth und Natalie Martinez, erzeugt glaubhaft eine bedrohliche Atmosphäre. Gemeinschaftsgefühl? Kooperation? Pustekuchen! Die Gruppe macht sich das Paradies schnell zur Hölle. Es dauert nicht lange, bis der Strand mit Blut getränkt ist.

Später erfährt man, dass es sich bei den Kolonisten um Schwerverbrecher handelt, die „Matrix“-ähnlich von einem Gefängnis in der Zukunft in eine computergenerierte Inselwelt entsendet wurden, um sich dort während eines virtuellen „Hafturlaubs“ zu rehabilitieren. Zwischenmenschliche Probleme neigen jedoch dazu, sich im Urlaub sogar noch zu vermehren. So schlägt das Experiment von „The I-Land“ krachend fehl – auch weil der trinkfeste Gefängnischef mit Cowboy-Hut (ein Klischee auf zwei Beinen: Bruce McGill) seine eigenen Spielchen mit den freigelassenen Mördern und Vergewaltigern spielt. Nach sieben peinvollen Episoden lautet das Fazit: Bitte keine Fortsetzung!

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Die Miniserie „The I-Land“ ist auf Netflix verfügbar.


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