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Zapping: The End of the F****** World: Kaputte Welt
Auch wenn die beiden Hauptdarsteller nicht unbedingt bekannt sind, blutige Anfänger sind sie dennoch nicht: Jessica Barden tanzte bereits in „The Lobster“ mit Colin Farell, und Alex Lawther spielte in „The Imitation Game“

Zapping: The End of the F****** World: Kaputte Welt

Foto: Netflix
Auch wenn die beiden Hauptdarsteller nicht unbedingt bekannt sind, blutige Anfänger sind sie dennoch nicht: Jessica Barden tanzte bereits in „The Lobster“ mit Colin Farell, und Alex Lawther spielte in „The Imitation Game“
Kultur 2 Min. 04.02.2018

Zapping: The End of the F****** World: Kaputte Welt

Maximilian RICHARD
Maximilian RICHARD
Der 17-jährige James (Alex Lawther) ist ein Psychopath, oder das glaubt er zumindest. Im seinem Innern herrscht Leere. Als Kind steckte er seine Hand in eine Fritteuse, nur um etwas zu fühlen. Die Gefühle sind trotzdem nicht zurückgekehrt, nur seine Hand ist seitdem stark vernarbt. In seiner Freizeit tötet James Tiere – vom Schmetterling bis zur Katze.

Das reicht ihm aber nicht mehr, und so sucht er nach einem neuen Opfer. Er beschließt, seine Mitschülerin Alyssa (Jessica Barden) zu ermorden. Alyssa fühlt im Gegensatz zu James ganz viel. Glücklicher ist sie trotzdem nicht. Denn ein ausgeprägter Vaterkomplex ist nur eines ihrer Probleme. Sie rastet ständig aus und entscheidet Dinge aus dem Affekt heraus.

Sie beschließt spontan, James Freundin zu werden. Der will dabei erst einmal mitspielen und schiebt seine blutigen Pläne auf die lange Bank. Nach einem Zwischenfall drängt Alyssa James, mit ihr von zu Hause wegzulaufen, und beide begeben sich auf einen Roadtrip durch das ländliche England.

Jugendlicher Welthass

Misanthropische Teenager gibt es in der Serienwelt eigentlich schon genug. Netflix erweitert in Zusammenarbeit mit dem britischen Channel 4 seine Videothek mit „The End of the F***ing World“ dennoch um eine mit schwarzem Humor angereicherte Coming-of-Age-Serie. Die Serie basiert auf dem gleichnamigen Comic von Charles S. Forsman. Die Handlung der in England spielenden Serie unterscheidet sich allerdings zum Teil maßgeblich von der Vorlage. Die ist nämlich noch düsterer.

Auch wenn die beiden Hauptdarsteller nicht unbedingt bekannt sind, blutige Anfänger sind sie dennoch nicht: Jessica Barden tanzte bereits in „The Lobster“ mit Colin Farell, und Alex Lawther spielte in „The Imitation Game“ an der Seite von Benedict Cumberbatch und Keira Knightley den jungen Alan Turin.

Die beiden jungen Schauspieler können mit ihrer Leistung überzeugen. Besonders in den stilleren Momenten gelingt es ihnen, die ungewöhnliche Beziehung der zwei Teenager zu mehr werden zu lassen als nur eine spontane Entscheidung. Auf ihrer Flucht bewegen die beiden Außenseiter sich in ihrem eigenen Mikrokosmos und beginnen, langsam aufzublühen.

Idyllische Blase platzt  schnell

Dabei ist es ist kein Zufall, dass ihnen dies erst gelingt, nachdem sie ihr Zuhause verlassen haben. Denn die Teenager haben ihre Probleme nicht ohne Grund. James Mutter brachte sich vor den Augen ihres eigenen Sohnes um. Sein Vater verdrängt die Probleme und ist seinem Sohn keine Stütze.

Alyssas Vater hat sie hingegen als Kind verlassen und sich nie um sie gekümmert. Ihre idyllische Blase platzt allerdings schnell. Denn auch ihre neue Außenwelt ist ihnen alles andere als gut gesinnt. Nicht nur auf subtile Weise erhält der Zuschauer Einblick in die Verletzlichkeit und Naivität, die die Teenagerjahre bestimmt.

Durch die schrittweise Enthüllung des Innenlebens der Teenager entwickelt der Zuschauer in den kurzen acht Folgen eine ungewöhnlich enge Bindung zu den Hauptfiguren. Plötzlich ist es nicht mehr völlig unverständlich, dass James kleine Tiere tötet – und in Alyssa sieht man nicht nur mehr eine launische 17-Jährige.

Denn für jedes Aufbrausen, jeden Fehltritt gibt es einen Grund – die Welt von „The End of the F***ing World“ ist nicht einfach Schwarz oder Weiß.

Alle acht Folgen sind auf Netflix abrufbar.