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Zapping: "Sleepy Hollow": Der Reiter ohne Kopf
Kultur 2 2 Min. 10.09.2017

Zapping: "Sleepy Hollow": Der Reiter ohne Kopf

In Abbie Mills (Nicole Beharie) findet der von den Toten auferstandene Ichabod Crane (Tom Mison) eine Verbündete im Kampf gegen Dämonen.

Zapping: "Sleepy Hollow": Der Reiter ohne Kopf

In Abbie Mills (Nicole Beharie) findet der von den Toten auferstandene Ichabod Crane (Tom Mison) eine Verbündete im Kampf gegen Dämonen.
Foto: Fox
Kultur 2 2 Min. 10.09.2017

Zapping: "Sleepy Hollow": Der Reiter ohne Kopf

Vesna ANDONOVIC
Vesna ANDONOVIC
Wer reitet so spät durch Nacht und Wind? Nein, es ist nicht der Vater mit seinem Kind: Es ist der Tod auf einem Schimmel mit glühend roten Augen. Die Serie "Sleepy Hollow" macht das Köpfe-rollen-lassen zur Unterhaltung.

Die Amerikaner lieben einfach Verschwörungstheorien – und, wie Renner à la „The Da Vinci Code“ beweisen, sind sie damit nicht alleine. Wenn aber dann auch noch der Gründervater der Nation, George Washington, höchstpersönlich seine Finger mit im Spiel hat, wird es richtig prickelnd spannend.

Dabei hat er nur eine kleine Nebenrolle in „Sleepy Hollow“, auch wenn er eine zentrale Rolle darin ist. Denn Washington führt Krieg. Nicht, wie heutzutage in den Geschichtsbüchern vermerkt ist, gegen die britische Kolonialmacht, von der sich die dreizehn amerikanischen Kolonien emanzipieren wollen, sondern gegen das Böse – mit großen „B“.

Die Apokalypse soll verhindert werden – dringend, denn ihr erster Reiter, der Tod, wütet im Rotrock des Empire (nebenbei bemerkt ein historischer Fehler, denn die hessischen Söldner der Briten trugen diese nicht) schon höchstpersönlich auf der Erde herum und soll, auf Geheiß Molochs, demnächst auch seine drei grimmigen Gesellen wecken.

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Doch dann kommt ihm urplötzlich 1781 Washingtons Doppelagent Ichabod Crane (Tom Mison) in die Quere und durchkreuzt seinen Plan: Der Tod verliert Kopf und Kragen – und Ichabod das Leben.

Scheinbar, denn Jahrhunderte später erwacht er plötzlich – und muss sich nicht nur erst 2013 in Zeiten von Starbucks und Emanzipation zurechtfinden und damit klarkommen, dass seine Frau Katrina (Katia Winter) als Hexe verbrannt wurde, sondern er auch noch mit der jungen, schwarzen Polizistin Abbie Mills (Nicole Beharie) gegen seinen alten Widersacher antreten ...

Humorvoller Macho-Charmebolzen

Mit dem gleichnamigen Film von Kultregisseur Tim Burton aus dem Jahr 1999, in dem Johnny Depp und Christina Ricci gegen Christopher Walken als kopflosen Reiter antraten, hat die Serienaufarbeitung der 1820 veröffentlichten Kurzgeschichte „The Legend of Sleepy Hollow“ des amerikanischen Autors Washington Irving nur die düstere Atmosphäre gemein.

Zudem mischen sich noch Spuren der amerikanischen Hexenverfolgungen; man erinnere sich an die Hexenprozesse und -verbrennungen von Salem, denn auch hier sind es zwei Hexen-Vereinigungen (eine gute, eine böse versteht sich), und manche der albtraumartigen Figuren wie beispielsweise der „Sandman“ scheinen geradewegs aus „Silent Hill“ zu kommen.

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Gerade durch die Transposition in die Jetztzeit und den regelrechten Kulturschock, den der altmodische Charakter und dementsprechend machohafte Charmebolzen Ichabod mitsamt seiner Unbedarftheit für moderne Gepflogenheiten erfährt – gewinnt die Geschichte an Humor und Anziehungskraft.

Maßgeblich verantwortlich für den Charme von „Sleepy Hollow“ ist die Tatsache, dass die Chemie zwischen den Hauptdarstellern Nicole Beharie und ihrem Leinwandpartner Tom Mison einfach stimmt.

Dabei fällt ihr Kampf gegen die Schergen des Bösen zwar recht konventionell aus, doch die Folgen lassen sich ohne große Mühe, sprich Anstrengung, anschauen. Nach der ersten Staffel mit jeweils 13 und zwei weiteren mit 18 Folgen, stellte Fox die Serie nach der vierten (erneut nur 13 Episoden) im Mai ein: Vielleicht waren die darin aufgetischten Feindbilder ja dann doch nicht genügend im Trump-Zeitgeist ...

Die drei ersten Staffeln von „Sleepy Hollow“ sind auf der Streamingplattform Netflix abrufbar.

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