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Zapping: Serienstart von „Club der roten Bänder“ auf VOX
Ungeachtet manch lustiger Szene, bleibt dem Zuschauer dennoch das 
Lachen im Hals stecken.

Zapping: Serienstart von „Club der roten Bänder“ auf VOX

(FOTO: VOX)
Ungeachtet manch lustiger Szene, bleibt dem Zuschauer dennoch das 
Lachen im Hals stecken.
Kultur 1 2 Min. 14.11.2015

Zapping: Serienstart von „Club der roten Bänder“ auf VOX

Zwischen Krankheit und jugendlicher Lebenslust: Trotz der Dramatik der Geschehnisse bleibt bei der neuen Serie „Club der roten Bänder“ viel Platz für spontanen Witz und kurzfristige Unbeschwertheit.

Von Maria Falkner

Am Vorabend seiner durch eine Krebserkrankung notwendig gewordenen Beinamputation feierte der 14-jährige Albert Espinosa ein Fest zum Abschied von seinem Bein und bisherigen Leben. Zehn Jahre lang kämpfte der Spanier erfolgreich gegen den Krebs und verbrachte die meiste Zeit im Krankenhaus. In seiner autobiografischen Erzählung „El mundo amarillo“ („Glücksgeheimnisse aus der gelben Welt“) beschreibt Espinosa seine Jugend, die er als schönste Zeit seines Lebens bezeichnet, und erntete soviel Anerkennung, dass seine Geschichte 2011 fürs spanische Fernsehen verfilmt wurde.

„Polseres Vermelles“ feierte große Erfolge und wurde letztlich sogar von Steven Spielberg für das US-amerikanische Fernsehen adaptiert. „Red Band Society“ floppte jedoch, denn Spielberg kam von der eigentlichen Idee Espinosas ab, die erkrankten Jugendlichen in den Vordergrund zu stellen und nicht die Ärzte und Krankenschwestern, wie bei „Grey's Anatomy“ oder „Dr. House“.

Der deutsche Privatsender VOX möchte diesen Fehler nicht machen. Er bleibt mit seiner ersten Eigenproduktion namens „Club der roten Bänder“ nahe an der Originalidee Espinosas.

Coming of Age im Krankenhaus

Sechs Jugendliche zwischen zwölf und 17 Jahren sind die Protagonisten der untypischen Krankenhausserie, die den Fokus auf die Sicht der jugendlichen Patienten legt. Das Krankenhaus und die pädiatrische Station sind dabei jener Ort, an dem Leo (Tim Oliver Schultz), Emma (Luise Befort), Hugo (Nick Julius Schuck), Jonas (Damian Hardung), Toni (Ivo Kortlang) und Alex (Timur Bartels) ihr Leben verbringen.

Vor ihren Erkrankungen hatten die Teenager nur wenig gemeinsam. Aufgrund des gemeinsamen Schicksals arrangieren sie sich jedoch, freunden sich an und erleben eine tiefe Verbundenheit, die sich vor allem durch ihren unendlichen Lebenswillen, das gleichzeitige Erwachsenwerden und gemeinsame Hoffen auszeichnet. So veranstalten die sechs nächtliche Krankenhaustouren sowie Rollstuhl-Rennen, haben Spaß, aber auch Angst vor dem, was kommt. Sie werden zu einer eingeschworenen Gemeinschaft und gründen den „Club der roten Bänder“, dessen Name auf die roten Bänder verweist, welche die Patienten vor ihren Operationen ums Handgelenk bekommen.

Unter der Situation leiden

Die bislang weitgehend unbekannten Schauspieler der Serie überzeugen. Gekonnt mimen sie ihre Charaktere in einer Mischung aus großem Ernst und jugendlicher Leichtigkeit. Trotz der Dramatik der Geschehnisse bleibt viel Platz für spontanen Witz und kurzfristige Unbeschwertheit.

Ungeachtet manch lustiger Szene bleibt dem Zuschauer dennoch das Lachen im Hals stecken, als sich etwa ein junger Krebspatient darüber beschwert, immer so viel zu tun zu haben und vor lauter Röntgen, Reha und Schule nicht einmal die Möglichkeit habe, einen auf krank zu machen. Wie sehr nicht nur die Jugendlichen sondern auch ihre Eltern unter der Situation leiden, zeigt sich, als einer der Jungs sich bereit erklärt, die Mahlzeit der magersüchtigen Emma aufzuessen. Deren verzweifelte Mutter beschuldigt ihn daraufhin, ihrer Tochter die Medizin weggenommen zu haben.

Seit Montag dem 9. November läuft „Club der roten Bänder“ auf  VOX und soll dem Privatsender einen neuen, ernsthafteren Anstrich verleihen. Bantry Bay Productions sowie ein Team an Regisseuren zeichnen für Produktion und Regie verantwortlich, wobei die Serie vor allem dank der Leistung ihrer unverbrauchten Jungschauspieler funktioniert. Vielleicht schafft es VOX sogar, an die bisherigen Erfolge der ausländischen Adaptionen anzuknüpfen. Mit „Club der roten Bänder“ könnte dies gelingen.

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„Club der roten Bänder“, deutsche TV-Drama-Serie; je zwei Folgen montags um 20.15 Uhr auf VOX.


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