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Zapping: Schuld oder Unschuld
Kultur 1 2 Min. 27.10.2019

Zapping: Schuld oder Unschuld

Ein spanisches, französisches, englisches und deutsches Ermittlerteam nimmt in je drei Folgen Tatverdächtige in die Mangel.

Zapping: Schuld oder Unschuld

Ein spanisches, französisches, englisches und deutsches Ermittlerteam nimmt in je drei Folgen Tatverdächtige in die Mangel.
Foto: joseharo
Kultur 1 2 Min. 27.10.2019

Zapping: Schuld oder Unschuld

Maximilian RICHARD
Maximilian RICHARD
Bei der Netflix-Serie „Criminal“ dreht sich alles um das Katz-und-Maus-Spiel zwischen Ermittlern und Verdächtigen. Im Verhörzimmer wird der Zuschauer mit den Verbrechen von Mördern, Betrügern und Schleppern konfrontiert. Die verschiedenen Länderformate weichen dabei in der Handlung und Schauspielführung stark voneinander ab.

Grelles Neonlicht erfüllt den Raum, ein Tisch trennt die Ermittler von ihrem Gegenüber. Die Polizisten bombardieren den Mann mit Fragen. Sein Gesicht wirkt versteinert – nur ein leises „Kein Kommentar“ gibt er preis. 

Das Surren einer Kamera und das Ticken einer Uhr steigert die Spannung im Verhörraum ins fast Unerträgliche. Die Netflix-Serie „Criminal“ dreht sich ganz um das psychologische Katz-und-Maus-Spiel zwischen Ermittlern und Verdächtigen. Das Leben schrumpft dabei auf eine Frage zusammen – die Frage nach Schuld oder Unschuld. 

"Guilty or not guilty"

Nebenschauplätze zum Polizeikommissariat kennt die Serie nicht. Neben dem Verhörzimmer sind lediglich das angrenzende Büro hinter einem Einwegspiegel und ein Vorraum im Foyer. 

Auf diesem kleinen Raum wird der Zuschauer mit den Verbrechen von Mördern, Betrügern und Schleppern konfrontiert – was zum Teil unerträglich beklemmend wirkt.

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Die Verbindung von Kammerspiel und Krimi ist an sich bereits außergewöhnlich. Doch damit nicht genug: „Criminal“ wurde in vier verschiedenen Länderformaten produziert. 

Ein spanisches, französisches, englisches und deutsches Ermittlerteam nimmt in je drei Folgen Tatverdächtige in die Mangel. Dabei setzen die Produzenten auf einen Einheitslook – alle Folgen wurden nämlich in denselben Studios in Madrid gedreht, sodass die Kulissen sich nicht unterscheiden.

Starke regionale Unterschiede

Die Länderformate weichen aber in der Handlung und Schauspielführung stark voneinander ab. Dabei spielen auch nationale Traumata eine Rolle. So dreht sich die erste französische Folge um eine junge Frau, die sich bei ihren Schilderungen beim Terroranschlag auf das Bataclan in Paris in Widersprüche verwickelt und unter Verdacht gerät.

Die Serie setzt mitunter auf hochkarätige und vor allem talentierte Schauspieler. So spielt zum Beispiel David Tennant, bekannt als Doctor Who und aus den Serien Broadchurch und Jessica Jones, in der ersten britischen Folge einen Stiefvater, dessen Stieftochter erschlagen im Wald gefunden wurde.


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Ein roter Faden zieht sich nicht durch die einzelnen Geschichten. Theoretisch kann man sie auch vollkommen wahllos durcheinander schauen. In 45 Minuten werden somit ganze Lebensgeschichten erzählt – erfundene Alibis und falsche Geständnisse aufgedeckt.

Erzählstränge über das Leben der Ermittler werden nur angedeutet – so wird zum Beispiel das deutsche Ermittlerteam von einer externen Gutachterin beobachtet. Warum, bleibt aber bis zum Schluss weitgehend unklar.

Am Ende kommt immer die Wahrheit ans Licht. Das ausbleibende Scheitern der Ermittlungen lässt die Serie zum Teil etwas vorhersehbar wirken und erweckt den Eindruck, dass auch der verschwiegenste Verdächtige innerhalb von weniger als einer Stunde zum Sprechen gebracht werden kann. In seinen besten Momenten vergehen die 45 Minuten einer Folge aber wie im Flug. „Criminal“ zeigt: Auch im kleinsten Verhörraum ist Platz für große Spannung.
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Alle zwölf Folgen sind auf Netflix aufrufbar. 


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