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Zapping: "Safe House" auf ZDFneo: Katz-und-Mausspiel im Lake District
Christopher Ecclecstone spielt den von seiner Vergangenheit getriebenen Robert als introvertierten und misstrauischen Mann.

Zapping: "Safe House" auf ZDFneo: Katz-und-Mausspiel im Lake District

Foto: ITV/BEN BLACKALL
Christopher Ecclecstone spielt den von seiner Vergangenheit getriebenen Robert als introvertierten und misstrauischen Mann.
Kultur 1 2 Min. 02.02.2016

Zapping: "Safe House" auf ZDFneo: Katz-und-Mausspiel im Lake District

Vesna ANDONOVIC
Vesna ANDONOVIC
In nur vier Episoden zeigt Regisseur Marc Evans, wie mitreißend britischer Krimi sein kann. Denn in „Safe House“ wird nicht lange gefackelt und ohne große Vorwarnung schonungslos Spannung erzeugt.

von Maria Falkner - In nur vier Episoden zeigt Regisseur Marc Evans, wie mitreißend britischer Krimi sein kann. Denn in „Safe House“ wird nicht lange gefackelt und ohne große Vorwarnung schonungslos Spannung erzeugt. Michael Cromptons dichtes Drehbuch und Evans' fesselnde Umsetzung lassen dem Zuschauer so ab dem 2. Februar, um  22.30 Uhr auf ZDFneo keine Verschnaufpause.

„Safe House“ erzählt die Geschichte eines Ehepaars, das sich aus gutem Grund aufs Land zurückgezogen hat: Der ehemalige Ermittler Robert (Christopher Ecclestone) leidet unter seinem letzten Fall, für dessen Misslingen er sich die Schuld gibt.

Als ihm sein ehemaliger Chef Mark (Paterson Joseph) einen Überraschungsbesuch abstattet und ihm eine neue Arbeit anbietet, nimmt Robert diese in der Hoffnung an, seinen damaligen Fehler wiedergutzumachen. Roberts und Katys (Marsha Thomas) abgelegenes Häuschen soll fortan als „safe house“ fungieren, als sicherer Unterschlupf für Schutz suchende Zeugen eines Verbrechens.

Eine Familie, die gewaltsam angegriffen wurde, ist der erste Gast im „safe house“, in dem jeder etwas zu verbergen hat und nichts so ist, wie es scheint.

An skandinavischer Ästhetik orientiert

Besonders einfallsreich ist der Inhalt der Serie auf den ersten Blick nicht: Entführte Kinder, gefährdete Zeugen und problembeladene Ex-Polizisten hat es schon allzu oft gegeben und sie sind per se kein Garant für eine gelungene Fernsehserie. Zusätzlich macht sich das Gefühl breit, dass sich „Safe House“ zu sehr an skandinavischen Serien orientiert, in denen es ständig regnet und die Landschaft zwar schön, aber unbedingt rau wirken muss.

Das wiederkehrend rhythmische Geräusch des Scheibenwischers stört aber nur bedingt. In Kombination mit Handlung und Musik erzeugt es so unerbittlich Spannung, dass der Zuschauer beinahe froh ist, wenn endlich etwas Schlimmes passiert.

Prickelnder Plot und grandiose Besetzung

Zum Funktionieren des prickelnden Plots tragen aber nicht zuletzt die Schauspieler bei.

Die britische ITV-Produktion besteht aus vier Folgen - Staffen zwei wurde jedoch bereits genehmigt.
Die britische ITV-Produktion besteht aus vier Folgen - Staffen zwei wurde jedoch bereits genehmigt.
Foto: ITV

Christopher Ecclecstone spielt den von seiner Vergangenheit getriebenen Robert als introvertierten und misstrauischen Mann, ohne ihn unsympathisch wirken zu lassen. Hinter jeder ungewöhnlichen Situation vermutet er ein Verbrechen, selbst an seinem Geburtstag, als sich Familie und Freunde wegen einer geplanten Überraschungsparty verstecken.

Ehefrau Katy hingegen könnte offener und liebevoller nicht sein. Die Sorge um ihren Mann schreibt ihr Schauspielerin Marsha Thomas buchstäblich ins Gesicht, gleichwie die Erleichterung, wenn Robert einen seiner charmanten Momente hat. Er ist als Grübler schlechthin maßgeblich für den Erfolg von „Safe House“ verantwortlich.

Rasche Handlungswechsel, bekannter Täter

Zum grandiosen Cast gesellt sich aber auch eine abwechslungsreiche Kameraführung, die dem Zuschauer in der einen Szene den Blickwinkel des Täters gestattet, ihn in einer anderen Sequenz wie eine weitere Hauptperson mitnimmt.

Gepaart mit den diversen parallel laufenden Handlungssträngen von „Safe House“, ist die Serie ein kurzweiliges Erlebnis und hält sich nie zu lange bei einer Thematik auf. Der rasche Handlungswechsel erfordert zwar eine gewisse Konzentrationsbereitschaft, garantiert dadurch aber anspruchsvolle Unterhaltung.

Den Täter kennt man von Anfang an. Sein Motiv hingegen gilt es während der vier Folgen der ersten Staffel herauszufinden. Glücklicherweise ist die Verfilmung einer zweiten Staffel bereits in Auftrag gegeben, sonst hätten sich die aus Nervosität abgekauten Fingernägel noch weniger gelohnt.

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„Safe House“, britisches Krimi-Drama, am Dienstag, dem 2. und 9. Februar um 22.30 Uhr im ZDFneo (in Doppelfolgen).


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