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Zapping: Rückblick auf das Serienjahr 2016
"Stranger Things“ wirkt wie eine Stephen-King-Geschichte, die Wes Craven und Stephen King gemeinsam in den 1980er-Jahren verfilmt haben.

Zapping: Rückblick auf das Serienjahr 2016

Foto: Netflix
"Stranger Things“ wirkt wie eine Stephen-King-Geschichte, die Wes Craven und Stephen King gemeinsam in den 1980er-Jahren verfilmt haben.
Kultur 6 4 Min. 25.12.2016

Zapping: Rückblick auf das Serienjahr 2016

Thierry HICK
Thierry HICK
In diesem Jahr sind so viele neue Serien erschienen wie niemals zuvor. Weil kein Mensch alle sehen kann: sechs Empfehlungen.

Von Pol Schock

Es wird gerne behauptet, Serien seien kein schnödes Fernsehen mehr, sondern große Literatur. Lässt man das Serienjahr Revue passieren, kann man dieser These nur zustimmen: sechs Empfehlungen.

Stranger Things

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Zurück in die 80er: „Stranger Things“ wirkt wie eine Stephen-King-Geschichte, die Wes Craven und Stephen Spielberg gemeinsam in den 1980er-Jahren verfilmt haben. Hinzu kommt noch Winona Ryder als liebenswürdige, aber leicht pathetische Mutter sowie ein exzellenter Soundtrack mit der Klangästhetik der damaligen Popmusik. Doch „Stranger Things“ überzeugt als Serie nicht nur durch das nostalgische Referenzfeuerwerk, sondern auch durch eine spannende Geschichte. Eine Clique von jungen Außenseitern sucht ihren vermissten Freund und nimmt es mit natürlichen und übernatürlichen Gegnern auf.

Wo zu sehen: Netflix (Staffel 1).
Für wen: Freunde des Abenteuer und Science-Fiction-Genres. Und für alle, die mit den Kinofilmen der 1980er-Jahre groß geworden sind.

Love

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Liebe ab Mitte 30: Gus und Mickey sind zwei leichte verpeilte, aber nette Durchschnittstypen auf der Suche nach Glück in Hollywood. Und das ist eigentlich schon die ganze Geschichte von „Love“. Doch in der perfekten Hollywoodwelt wirken diese authentischen Charaktere mitsamt ihren Macken und Schwächen wie angenehme Gegenbilder. Dem Zuschauer dämmert schnell, dass die beiden trotz – oder gerade wegen – ihrer Gegensätze eigentlich ganz gut zueinander passen. Aber das Leben ist kompliziert ... Es hat etwas äußerst Befreiendes, dem Chaos dieser eigentlich zum Scheitern verdammten Romanze zuzuschauen.

Wo zu sehen: Netflix (Staffel 1)
Für wen: Fans von Woody-Allen-Romanzen und Anhänger der Serie „Girls“.

Westworld

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Der Wilde Westen als Freizeitpark: In einer nicht allzu fernen Zukunft suchen Menschen (vorwiegend Männer) den geheimnisvollen Ort Westworld auf – eine Mischung aus Freizeitpark und Videospiel. Dort leben humanoide Roboter in einem historischen Setting des Wilden Westens des 19. Jahrhunderts. Für die Besucher verspricht der Ort das Ausleben der inneren Triebe, aber auch die Erkenntnis des eigenen Ichs. Doch irgendwann entwickelt die künstliche Intelligenz der Roboter Erinnerung und Bewusstsein und entdeckt – frei nach Platons Höhlengleichnis –, dass sie in einer Scheinwelt lebt. Das Remake von Michael Crichtons Romanvorlage gilt für für viele als Serienentdeckung des Jahres. „Westworld“ nimmt sich viel Zeit für Charaktere, Story und Details und besticht mit anachronistischem Soundtrack – Radiohead auf dem Klavier im Saloon.

Wo zu sehen: Sky (Staffel 1).
Für wen: Western-, Science-Fiction-Freunde und Mysterybegeisterte der Serie „Lost“. Aber auch für alle, die große Erzählungen lieben.

Better Call Saul

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Die Verwandlung: „Better Call Saul“ hat 2015 als Prequel zur Serie „Breaking Bad“ begonnen. Doch es wäre ein Missverständnis, die Serie auf diesen Status einer Auskopplung zu reduzieren. Denn „Better Call Saul“ hat dafür zu viel Klasse. Für die Geschichte der Entwicklung des Jimmy McGill in den zwielichtigen Anwalt Saul Goodman lassen sich die Macher sehr viel Zeit – und das ist auch gut so. Denn Vince Gilligan und Peter Gould sind meisterlich im Geschichtenzählen: Sie wissen wann Details vonnöten sind, wann Tiefe verlangt wird und wann das Tempo angezogen werden muss.

Wo zu sehen: Netflix (Staffel 1 und 2).
Für wen: Natürlich für Freunde von „Breaking Bad“. Aber auch für Fans von intelligenten Gesellschaftsepen wie „The Wire“, jenseits von Schwarz-Weiß-Bildern.

Game of Thrones

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Macht, Intrigen, Drachen und Sex: „Game of Thrones“ ist für Serienfreunde eigentlich schon ein altes Eisen. Doch die sechste Staffel konnte das durchweg hohe Niveau der Serie, beruhend auf der Romanvorlage von George R. R. Martin, noch einmal übertreffen: Epische Schlachten die Mel Gibson in „Braveheart“ fast erblassen lassen, Demütigungen, Vergewaltigungen und Racheaktionen, staatlicher Terror, der ganze Gerichtsaale explodieren lässt und der Abschied von einigen geliebten und weniger geliebten Figuren. Die sechste Staffel ist deutlich düsterer als die vorherigen – Winter über Westeros. Und so langsam deutet sich auch das dramaturgische Finale an, wer sitzt am Ende auf dem eisernen Thron.

Wo zu sehen: Sky (6. Staffel)
Für wen: Fantasyfans, die auf Nachfolgesuche von „Lord of the Rings“ sind. Für alle, die sich für „Macht und Intrigen“-Serien à la „House of Cards“ begeistern. Oder mit den Worten des beteiligten Regisseurs Ian McShane: Für Freunde von „Tits and Dragons“.

Narcos

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Das Leben von Pablo Escobar: Er hat den Drogenhandel industrialisiert, tausende Menschen umgebracht, Kolumbien im Chaos versenkt und wurde doch zu Lebzeiten von Kolumbianern wie eine Art Robin Hood verehrt. Beruhend auf den letzten Jahren des Drogenbarons vermittel „Narcos“ ein Bild der globalen Verstrickungen des Drogenhandels. Eine durchwegs überzeugende Serie, die von starken Schauspielern, großartiger Kameraführung und narrativem Geschick lebt.

Wo zu sehen: Netflix (Staffeln 1 und 2)
Für wen: Freunde der Serien „Breaking Bad“ und „The Wire“. Aber auch für alle, die von Drogenfilmen wie „Blow“, „Sicario“ und „Traffic“ oder Mafiafilmen wie „The Godfather“ und „Good Fellas“ begeistert waren.