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Zapping - die TV-Kritik: „Limitless“: Wunderpille für das FBI?

Zapping - die TV-Kritik: „Limitless“: Wunderpille für das FBI?

Foto: CBS
Kultur 1 2 Min. 06.03.2016

Zapping - die TV-Kritik: „Limitless“: Wunderpille für das FBI?

"NZT-48" - dank dieser Droge wird der Musiker Brian zum Genie, aber nur für 12 Stunden. Seine Geschichten erzählt die neue Serie "Limitless"

Von Maria Falkner

Brian Finch (Jake McDorman) ist ein Versager. Als Musiker erfolglos, als Sohn eine mehr oder minder herbe Enttäuschung und als Arbeitskraft im kapitalistischen New York unnütz, lässt ihn Serienerfinder Craig Sweeny in „Limitless“ eine Niederlage nach der anderen erleiden. Erst mit Brians zufälliger Entdeckung von NZT-48 erkennen die Menschen – und nicht nur die Guten – seinen Wert.

Wem dieser Plot bekannt vorkommt, kennt wohl den gleichnamigen Kinofilm aus dem Jahr 2011. Mit dem „Hangover“-Star Bradley Cooper in der Hauptrolle war der Blockbuster ein solider Erfolg, dessen Handlung nun in der Serie ihren Fortgang findet. Auch Cooper ist wieder mit an Bord und dient der Serie als Produzent, Nebendarsteller und vor allem Zugpferd.

Denn „Limitless“ stellt für vergleichbare Serien keine Konkurrenz auf dem US-amerikanischen Markt dar. Vielmehr leidet die Handlung an Inspirationsmangel und liefert nichts, was nicht schon einmal da gewesen wäre. Außer dem eigentlichen Hauptdarsteller, die Wunderpille NZT-48.

Als experimentelle Droge verändert diese das Bewusstsein des Konsumenten drastisch. Über einen Zeitraum von 12 Stunden erlangt der Verbraucher vollen Zugriff auf all seine Gehirnkapazitäten und wird somit zum klügsten Menschen der Welt. Richtige Entscheidungen trifft er in Sekundenschnelle und nichts ist unlösbar. Das hohe Suchtpotential und die letztlich tödlichen Nebenwirkungen sind hingegen die Schattenseiten von NZT-48.

Überforderter Superheld

Brian kommt durch Zufall mit der Pille in Kontakt, als ihm auf seiner stupiden Kurzzeitarbeitsstelle ein alter Freund über den Weg läuft. Dieser bietet ihm mir nichts dir nichts eine Kostprobe des Wundermittels an und prophezeit Brian das beste Gefühl seines Lebens. Brian, eigentlich kein Drogenfreund, wirft sich NZT-48 letztlich doch ein und begeistert prompt die New Yorker Parkbummler mit einem fulminanten Gitarrensolo.

Warum Brians Freund seinen knappen Vorrat an NZT-48 ohne zu zögern abgibt, bleibt offen. Genauso wenig lässt sich ein Sinn hinter dem Spontan-Konzert ausmachen, das für den Verlauf der Serie absolut keine Relevanz hat. „Limitless“ hält sich aber nicht nur in dieser Szene mit unlogischen oder allzu vorhersehbaren Handlungsabläufen zurück.

Musiker Brian hat erst kaum seine Talente entfalten können.
Musiker Brian hat erst kaum seine Talente entfalten können.
Foto: CBS

Als Brians Drogenfreund plötzlich ermordet wird, gerät der Protagonist ins Kreuzfeuer der FBI-Ermittlungen und es bleibt ihm letztlich nur eine Verbündete – die für den Fall verantwortliche Agentin Rebecca (Jennifer Capenter). Deren Chefin wiederum kann Rebeccas Sympathie für Brian nicht gutheißen. Wie könnte es anders sein.

Dank des Wundermittels NZT-48 lernt Brian indessen sich selbst und seine Kapazitäten neu kennen. Er überquert stark befahrene Straßen, ohne von einem Auto angefahren zu werden, hilft dem FBI den Mörder seines Freundes zu finden und diagnostiziert die schwere Erkrankung seines Vaters. Trotz allem ist Brian mit seinen neuen Fähigkeiten maßlos überfordert.

Blonder Jüngling im Einsatz

Diese Überforderung spiegelt sich auch in McDormans Darstellung seiner Rolle wider. Weder er selbst noch sein Serien-Ich sind bereit für die Aufgaben, die an sie herangetragen werden. Und während dem blonden Jüngling Brian diese Unsicherheit teilweise gut zu Gesichte steht, geht McDorman neben der aus „Dexter“ bekannten Carpenter sang- und klanglos unter.

Trotz aller Kritik ist Brians charmante Art nicht zuletzt dank seiner jungenhaften Naivität einnehmend und glaubhaft. Im Gegensatz zu anderen Superhelden bleibt er der liebenswürdige Boy Next Door ohne Allüren und Selbstüberschätzung. Zum Erfolg der Serie braucht es jedoch mehr als einen blonden Sunnyboy.

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„Limitless“, ab 10. März um 20.15 Uhr auf ProSieben Fun.