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Zapping : "Cloak & Dagger"
Kultur 2 Min. 08.07.2018

Zapping : "Cloak & Dagger"

 Kommt Licht in das Dunkel? 
Tyrone (l.) und Tandy versuchen herauszufinden, wie ihre Kräfte funktionieren und wie sie miteinander in Verbindung stehen.

Zapping : "Cloak & Dagger"

Kommt Licht in das Dunkel? 
Tyrone (l.) und Tandy versuchen herauszufinden, wie ihre Kräfte funktionieren und wie sie miteinander in Verbindung stehen.

FOTO: DISNEY ENTERPRISES
Kultur 2 Min. 08.07.2018

Zapping : "Cloak & Dagger"

Daniel CONRAD
Daniel CONRAD
Irgendwie erinnert das in der Machart an „Teen Wolf“ und eine Soap: „Cloak & Dagger“ fügt dem Marvel-Universum in Kino und Fernsehen nun die jugendliche Komponente bei. Und nach den bisher veröffentlichten fünf Folgen schälen sich gerade einmal die Bösewichte heraus.

Nach den Ablegern der Marvel-Comic-Adaptationen bei Netflix wie „Daredevil“, „Iron Fist“ und „Jessica Jones“ hat sich Amazon Prime Video die Europa-Streamingrechte für den jüngsten Spross des Marvel Cinematic Universe gesichert. Und zäh ist noch gar kein Ausdruck: Sehr langatmig führt die neue Serie ihre Protagonisten und deren Kräfte ein. Im Gegensatz zu Iron Man oder anderen zentralen Figuren sind „Cloak & Dagger“ aber eben nun mal nicht die erste Garde. Das hat Vorteile – schlicht weil die über das Lesen der Comics entstandenen Bilder selbst im Kopf der Insider längst nicht so ausdefiniert sind.

So macht die Serie eine verzweigte Geschichte auf. Zwei Kinder landen nach Schreckenserlebnissen – einem Autounfall und dem Mord des Bruders – im Wasser, eine geheimnisvolle Bohrinsel des ominösen Roxxon-Konzerns explodiert und Strahlung wird ins Wasser geleitet. Zwar wachen das Mädchen und der Junge gemeinsam am Strand auf, doch jeder geht seiner Wege.

Erst Jahre später entwickelt sich beim plötzlichen Zusammentreffen der Teenager Tandy und Tyrone die Frage, ob nicht mehr dahintersteckt, als sie feststellen, dass sie zwar immer wieder zueinandergeführt werden, aber sich zum Beispiel nicht berühren können, ohne eine Art Explosion zu erzeugen. Anziehung und Abstoßung: Es geht irgendwie nicht mehr alleine, aber auch nicht so recht zusammen.

Superhelden-Sozialdrama

Letztlich fügt sich nach fünf Folgen ein grobes Bild zusammen: Er kann nicht nur sich, sondern auch Dinge und Personen von Ort zu Ort teleportieren und erkennt die menschlichen Ängste; sie kann einen schlagkräftigen Lichtdolch in ihrer Hand erschaffen und erspürt bei Berührungen die Hoffnungen der Menschen. Zwischen ihnen herrscht wohl eine besondere Verbindung, von der zumindest in der Serie noch nicht klar ist, wie sie genau zusammenhängt.

Doch die Serie wagt sich noch viel weiter vor: Sie thematisiert das Scheitern von Trauerbewältigung, das Scheitern von einstigen Träumen, den Versuch, sich neu zu orientieren, und Rache – und mischt sogar noch die Hautfarbendebatte, das Coming-of-Age beider Portagonisten und das Lokalkolorit von New Orleans zusammen.

Er hat nach dem Tod des Bruders durch die Hand des zum Drogendealer gewordenen Cops Conners im Nacken, sie hat den offenbar von dem Konzert Roxxon gewollten Tod des Vaters, den sozialen Absturz ihrer Mutter und das eigene Leben auf der Straße zu überwinden. Und erst seit der aktuellen Folge bekommen die Gegner ein klareres Gesicht.

Spürbar ist hier zu anderen Marvel-Serien, dass die Gewaltszenen etwas heruntergeschraubt sind und das Ganze eher an „Teen Wolf“ oder „Twilight“ erinnert – ein Produkt, das auf ein jüngeres Zuschauerfeld zugeschnitten ist. Aber vielleicht ist es genau das, was die Serienmacher ja bezwecken wollten.

Jeweils freitags wird eine neue Folge auf Amazon Prime freigeschaltet.