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Zapping: Bei Jean-Claude van Damme wird die Hand zur Waffe
Seit etwa einem Monat läuft die sechsteilige Serie „Jean-Claude Van Johnson“ und hat sich dank der herrlichen Selbstironie mehr als einen guten Platz im Bereich der Amazon-Experimente unter den Zuschauern erkämpft.

Zapping: Bei Jean-Claude van Damme wird die Hand zur Waffe

Seit etwa einem Monat läuft die sechsteilige Serie „Jean-Claude Van Johnson“ und hat sich dank der herrlichen Selbstironie mehr als einen guten Platz im Bereich der Amazon-Experimente unter den Zuschauern erkämpft.
Kultur 2 Min. 28.01.2018

Zapping: Bei Jean-Claude van Damme wird die Hand zur Waffe

Daniel CONRAD
Daniel CONRAD
Natürlich lassen sich die „Muscles from Brussels“ nicht lumpen – selbst wenn es um ein Serienprojekt geht, ist Action garantiert. Wie sich für den Zuschauer herausstellt, ist der Schauspieler Jean-Claude Van Damme hinter der Fassade seiner Filmdrehs ein international operierender Geheimagent mit dem Decknamen „Johnson“, der sich erst zurückgezogen hatte und nun wieder ins Spionage-Business zurückkehren will – natürlich, um eine Frau zurückzuerobern.

Das klingt erst mal klassisch – und doch ist die Amazon-Serie „Jean-Claude Van Johnson“ mehr als nur die Rückkehr eines Helden, der die Welt von einem Drogenkartell befreien soll und dabei „die“ Frau für sich gewinnen kann. Hinter der Handlung verbirgt sich hier ein Schatz an Parodien um den sich selbst spielenden belgischen Star Jean-Claude Van Damme.

Persiflage und  heilloses Chaos

Wenn er scheinbar sein eigenes Denkmal (errichtet in der berühmten Spagatpose) poliert und dann nicht mal von Brüssel-Touristen erkannt wird, lässt das mehr als schmunzeln. Seit etwa einem Monat läuft die sechsteilige Serie „Jean-Claude Van Johnson“ und hat sich dank der herrlichen Selbstironie mehr als einen guten Platz im Bereich der Amazon-Experimente unter den Zuschauern erkämpft. Nach einem ersten Pilot, der im August 2016 veröffentlicht wurde, ließ Amazon das Projekt in fünf Folgen auf eine Gesamtspiellänge von drei Stunden weiterentwickeln.

Und neben der Persiflage und dem heillosen Chaos mit Zeitreisequatsch (in Anspielung auf Van Dammes einträglichsten Film, „Time Cop“) nährt das Ganze auch Zweifel: Erzählt der sonst nicht auf den Mund gefallene Schauspieler in den Zwischentönen des Plots weit mehr aus seinem Inneren? Das Thema der Suche nach der echten Liebe und dem gefühlten leeren Inneren spielt jedenfalls eine Rolle in dem Ganzen.

Mal andere Nuancen  entlocken

Oder ist das alles Show, um dem Jean-Claude Camille François Van Varenberg (ja, so lautet der richtige Name Van Dammes) auch mal andere Nuancen zu entlocken? Schließlich schlüpft er ja, wie er selbst in Interviews zum Projekt immer wieder betont hat, in unterschiedlichste Rollen (wenn auch sehr übertrieben).

Für den Fan jedenfalls , der Jean-Claude Van Damme schon seit Jahrzehnten begleitet, ist das mal wirklich etwas anderes. Aktuell steht Van Damme nämlich wieder ganz nach Rollenklischee für das Filmprojekt „The Bouncer“, unter der Regie von Julien Leclercq, vor der Kamera, und ein weiterer Teil der neu aufgenommenen „Kickboxer“-Reihe, unter dem Titel „Retaliation“, in dem er als „Meister“ des Protagonisten gesetzt ist, soll noch auf dem US-Markt in diesem Monat erscheinen.

Zwar hat Amazon angekündigt, keine Folgestaffel in Auftrag zu geben – aber auch so ist das schon mutig und für Freunde des 80er/90er-Jahre-Actionfilms und Reihen wie „The Expandables“ (hinter der auch schon Dave Callaham als Autor und Ideengeber stand) eine echte Empfehlung.


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