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Zapping: „Agents of S.H.I.E.L.D.“ : Sündiges Vergnügen
Ming-Na-Wen, wohl noch aus „Emergency Room“ bekannt, gibt die kühle Killermaschine, die gleich eine ganze Armee ersetzt.

Zapping: „Agents of S.H.I.E.L.D.“ : Sündiges Vergnügen

Foto: ABC
Ming-Na-Wen, wohl noch aus „Emergency Room“ bekannt, gibt die kühle Killermaschine, die gleich eine ganze Armee ersetzt.
Kultur 2 Min. 29.03.2015

Zapping: „Agents of S.H.I.E.L.D.“ : Sündiges Vergnügen

Unter dem sperrigen Namen „Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D.“ feiert das Comic-Universum seinen Einzug auf den heimischen Flachbildfernseher.

(von Pit Thommes) Die gegenwärtige Welle an Superhelden-Filmen im Kino ist ein sündiges Vergnügen. Mag ihr kultureller Wert eher zweifelhaft sein, bieten die gut gemachten, zumeist aus dem Hause Marvel stammenden Blockbuster kurzweilige Zerstreuung. Unter dem sperrigen Namen „Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D.“ feiert das Comic-Universum nun seinen Einzug auf den heimischen Flachbildfernseher.

Die Agenten des für „Strategic Homeland Intervention, Enforcement and Logistics Division“ stehenden Apronyms sollen den Fans die Wartezeit zwischen den neuesten Ablegern von Iron Man, Avengers und Co. verkürzen. Ihr Schöpfer Joss Whedon, Regisseur des hochgepriesenen Avengers-Films, hat bereits mit „Buffy“ und „Firefly“ bewiesen, dass er es versteht, spannende Serien zu produzieren. 

Kleine Anlaufschwierigkeiten, überzeugende Darsteller

Nach kleinen Anlaufschwierigkeiten sind die „Agents of S.H.I.E.L.D.“ auch keine Ausnahme. Allen voran Clark Gregg, der hier seine aus den Kino-Filmen bekannte Rolle des Agenten Coulson aufgreift, überzeugt mit einem wunderbaren Balanceakt zwischen Ernst und Selbstironie angesichts der wahnwitzigen Handlungen. Ihre Inspiration finden die Episoden in den Comic-Vorlagen: ob ein gefährliches Super-Soldaten-Virus, mysteriöse Alien-Artefakte oder 
orientierungslose Jugendliche mit Superkräften – Coulson und sein Team sind ausreichend beschäftigt.

Auch die restlichen Darsteller überzeugen. Chloe Bennet debütiert als widerspenstige Nachwuchsagentin und Ming-Na-Wen, die älteren Zuschauer wohl noch aus „Emergency Room“ bekannt ist, gibt die kühle Killermaschine, die gleich eine ganze Armee ersetzt. Anziehungspunkt der Serie ist aber vor allem, dass sie nahtlos an die Filme anknüpft.

Die S.H.I.E.L.D.-Agenten beseitigen etwa die Überbleibsel der Außerirdischen-Invasion aus dem ersten Avengers-Film oder müssen untertauchen, nachdem S.H.I.E.L.D. im zweiten „Captain America“ diskreditiert wird. Da S.H.I.E.L.D. als Unterstützungsgruppe für Superhelden funktioniert, tauchen auch immer wieder Nebenfiguren aus den Filmen in der Serie auf, so zum Beispiel Gottheiten aus „Thor“.

Auch Samuel L. Jackson macht immer wieder kleine Abstecher in seiner Rolle des S.H.I.E.L.D-Direktors Nick Fury.

Schleppende Handlung

Durch die enge Bindung an die Filme schleppt sich die Handlung aber während der ersten zehn Folgen nur so dahin, um der Erstveröffentlichung der Kinofilme nicht vorzugreifen. Doch Whedon findet rasch das ideale Tempo, und so begeistert die Serie nun eingefleischte Comic-Fans in den USA.

Einige Abstriche muss man bei der Ausstrahlung im deutschen Free-TV auf RTL II schon machen. Die Synchronisation ist nur mittelprächtig und lässt vor allem beim Agenten Coulson die Zwischentöne vermissen. So ist er entweder unangemessen ernst oder bemüht witzig.

Zum Glück wird die DVD- und Blu-ray-Version mit dem Originalton in Kürze veröffentlicht. Eine hohe Einstiegshürde stellt zweifelsohne die gemeinsame Geschichte mit den Filmen aus dem Marvel-Universum (MCU) dar.

Die vielen Anspielungen schrecken Einsteiger ab und verhindern, dass man in den vollen Genuss kommt. Kein Grund jedoch, die Nase zu rümpfen. Denn wenn die „Agents of S.H.I.E.L.D.“ zur Hochform auflaufen, bieten sie mitreißende Unterhaltung, wie man sie sonst nur aus bunten Comic-Heften kennt.

Die 1. Staffel von „Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D.“, ist jeden Samstag, je zwei Folgen ab 20.15 Uhr auf RTL II zu sehen. Ab 16. April als DVD oder Blu-ray im Handel erhältlich.