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Wirbel um ausgestrahltes Interview
Kultur 2 Min. 07.10.2016 Aus unserem online-Archiv
Causa Lunghi

Wirbel um ausgestrahltes Interview

Das Disziplinarverfahren gegen Enrico Lunghi wird nicht eingestellt.
Causa Lunghi

Wirbel um ausgestrahltes Interview

Das Disziplinarverfahren gegen Enrico Lunghi wird nicht eingestellt.
Foto: Romain Schanck
Kultur 2 Min. 07.10.2016 Aus unserem online-Archiv
Causa Lunghi

Wirbel um ausgestrahltes Interview

Maxime LEMMER
Maxime LEMMER
Obwohl sich der Mudam-Direktor in einem "congé sans traitements" befindet, ist das gegen ihn eingeleitete Disziplinarverfahren rechtens. Die Ausstrahlung von Lunghis Ausraster soll unterdessen für Ärger bei RTL gesorgt haben.

(ml) - Enrico Lunghi darf vorläufig aufatmen: Am Donnerstag gab der Mudam-Verwaltungsrat seinem Direktor Rückendeckung. Man bedauere das Verhalten Lunghis zutiefst, hieß es in einer Pressemitteilung. Dennoch habe man seine Entschuldigung zur Kenntnis genommen und das Vertrauen in ihn bestätigt. Auch die RTL-Journalistin Sophie Schram, die vom Mudam-Direktor verbal bedroht wurde und das Mikrofon aus der Hand entrissen bekam, hat inzwischen ihre Klage wegen Körperverletzung zurückgezogen.

Dennoch bleiben in der Causa Lunghi noch eigene Fragen offen. Zu klären bleibt zum Beispiel, warum RTL Lunghis Ausraster vor der Kamera erst zwei Wochen nach der ersten Ausstrahlung gesendet hat. In den vergangenen Tagen wurde immer wieder bemängelt, dass lediglich Auszüge des Interviews gesendet wurden. Dies würde nicht ausreichen, um sich ein Gesamtbild zu machen.

Schlagabtausch bei RTL?

Programmchef Alain Berwick, der erst später von dem Vorfall Schram/Lunghi in Kenntnis gesetzt geworden sei, habe darauf bestanden, den Auszug, in dem Lunghi die Fassung verliert, zu senden, heißt es in der neusten Ausgabe des "Feierkrop".

Die Satire-Zeitung berichtet von einem "heftigen Schlagabtausch" in der RTL-Kultur- und Fernsehredaktion, bei dem u.a. über die Möglichkeit diskutiert worden sei, den Lunghi-Ausrater zu zeigen. 

Gegenüber dem "Feierkrop" soll Berwick gesagt haben, dass Lunghis Verhalten nicht hinnehmbar sei - unabhängig von der Kritik, die man an der Herangehensweise der Journalisten und der Wahl der von ihr gewählten Interviewpassagen äußern könne.

Das von Premier- und Kulturminister Xavier Bettel angeordnete Disziplinarverfahren gegen den Mudam-Direktor bleibt unterdessen bestehen. Lunghi ist beim Mudam nicht als Staatsbeamter eingestellt. Derzeit befindet er sich in einem "congé sans traitements".

Auch in solchen Fällen behält die entsprechende Person noch immer das Staatsbeamtenstatut, unterstreicht die Staatsbeamtengewerkschaft CGFP gegenüber dem "Luxemburger Wort". Demnach sei ein Disziplinarverfahren beim "Commissariat à la discipline" auch in diesem Fall durchaus möglich.

Beim "Commissariat à la discipline" verweist man auf den Artikel 28 des Gesetzes aus dem Jahr 1979, der besagt: "Le fonctionnaire conserve pendant la durée du congé sa qualité de fonctionnaire. Sauf disposition contraire, il continue de jouir des droits conférés par le présent statut et reste soumis aux devoirs y prévus." Kulturminister Bettel habe sich bei der Anordnung des Disziplinarverfahrens an das entsprechende Gesetz gehalten.

Die Entscheidung über mögliche Sanktionen muss übrigens nicht binnen einer festgelegten Frist getroffen werden. In der Regel wird das Disziplinarverfahren jedoch innerhalb eines angemessenen Zeitraums abgeschlossen.

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