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Wiltzer Festival weiterhin auf Konsolidierungskurs
Kultur 1 3 Min. 04.04.2019 Aus unserem online-Archiv

Wiltzer Festival weiterhin auf Konsolidierungskurs

Die Losers Cirque Company  kommt zurück nach Wiltz.

Wiltzer Festival weiterhin auf Konsolidierungskurs

Die Losers Cirque Company kommt zurück nach Wiltz.
Foto: Festival de Wiltz
Kultur 1 3 Min. 04.04.2019 Aus unserem online-Archiv

Wiltzer Festival weiterhin auf Konsolidierungskurs

Thierry HICK
Thierry HICK
Das „Festival de Wiltz“ will mit einem breit gefächerten Programm ein ebenso breit gefächertes Publikum gewinnen.

Echternach und Wiltz teilen sich ein gemeinsames Ziel: Sie wollen ihren altehrwürdigen Musikfestivals eine neue Ausrichtung geben. Die Abteistadt geht dieses Jahr mit ihrem neuen Konzept „Echterlive“ an den Start. In der Ardennen-stadt dagegen hat sich mit „Festival de Wiltz“ der Name nicht geändert, und dennoch werden dort seit drei Jahren neue Wege eingeschlagen.

„Auch, wenn es in den letzten Jahren zu Schwierigkeiten gekommen ist, braucht unsere Stadt weiterhin ein intensives Kulturleben“, unterstreicht Pierre Koppes, Kulturschöffe der Stadt Wiltz und Vorsitzender des „Culture Wiltz asbl.“, gestern bei der Vorstellung der 2019er-Ausgabe des Festivals.

Regionale Ausstrahlung

„Wir wollen uns für die regionale Ausstrahlung des Festivals einsetzen“, unterstreicht Elvira Mittheis, die mit Marc Scheer seit 2017 die künstlerische Leitung der neuen Sommerfestspiele übernommen hat. Vor zwei Jahren wurde beschlossen, der „Coopérations asbl.“ die Festivals in die Hand zu geben.

Dee Dee Bridgewater wird am 10. Juli mit ihren Chansons erwartet.
Dee Dee Bridgewater wird am 10. Juli mit ihren Chansons erwartet.
Foto: Festival de Wiltz

Dass dabei das Spektrum des Angebots angepasst, und vor allem erweitert werden muss, dessen ist man sich in der Ardennenstadt bewusst. So wird dem Publikum dieses Jahr erneut ein breit gefächertes Programm angeboten: Rock, Pop, Jazz, Chanson, aber auch Ballett, Zirkus, Kindermusical ... International bewährte Namen – Dee Dee Bridgewater, Morcheeba, Bilderbuch ... – bilden dieses Jahr das Gerüst des Programms. Daneben konnten vielleicht weniger bekannte Namen verpflichtet sowie Luxemburger Musiker – NoMad, Pit Dahm, Musikharmonien aus der Region mit ins Boot genommen werden.

Wie in Echternach ist auch in Wiltz die klassische Musik – das Kerngeschäft der früheren Festivals – vom Programm verschwunden. Und wie in Echternach unterstreicht man auch in Wiltz, dass diese Abwesenheit nicht definitiv sein muss.

Neben dem bewährten Amphitheater hat sich das Festivalgelände seit 2017 auf den benachbarten Hexenturm ausgedehnt – mit passendem „Food Village“. Während der zwei ersten „Testphasen“ 2017 und 2018 war man besorgt, den Publikumswünschen nicht gerecht zu werden. „Das Feedback der Zuschauer nach den Konzerten war sehr lehrreich“, so Mittheis. „Für einzelne Programme bleibt das Open-Air-Konzept jedoch noch problematisch“, betont Marc Scheer.

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„Wir sind in der Lage, dass wir dieses Jahr wieder Neues ausprobieren können, dank der vollen Unterstützung der Gemeinde. Wir sind noch immer in einer Experimentierphase“, freut sich Elvira Mittheis.

Auch wenn in den beiden letzten Jahren keine größeren finanziellen Gewinne möglich waren, bleibt man im Ösling zuversichtlich. Für die 2019er-Saison können sich Mittheis und Scheer auf zwei Finanzhilfen stützen: 70 000 Euro werden von der Stadtverwaltung zugesteuert, 149 000 Euro vom Kulturministerium. Pierre Koppes schließt eine Erweiterung der finanziellen Hilfen seitens der Gemeinde nicht aus. „Beim Neustart des Festivals haben wir festgehalten, dass nach drei Ausgaben eine Bilanz des Festivals fällig sei. Dies ist dieses Jahr also der Fall“, so der Kulturschöffe, der betont, dass die diesjährige Festivaledition – mit Mainstreamkünstlern und weniger bekannten Artisten – sich gut dazu eigene, um den Zuspruch des Publikums zu bewerten.


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