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Wiener Sängerknaben und OPL in der Philharmonie: Feinsinniges und Populäres zum Fest
Kultur 2 Min. 21.12.2014

Wiener Sängerknaben und OPL in der Philharmonie: Feinsinniges und Populäres zum Fest

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Wiener Sängerknaben und OPL in der Philharmonie: Feinsinniges und Populäres zum Fest

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Alfonso Salgueiro Lora
Kultur 2 Min. 21.12.2014

Wiener Sängerknaben und OPL in der Philharmonie: Feinsinniges und Populäres zum Fest

Kaum ein Konzert in der Philharmonie ist so gut besucht wie das Weihnachtskonzert. Kein Wunder bei einer Konzeption, die Kinder, Eltern und die Großelterngeneration gleichermaßen anzieht.

VON JOHANNES SCHMIDT

Die Philharmonie geht nun schon ins zehnte Jahr ihres Bestehens und kann sich über den Zuspruch des Publikums wahrlich nicht beklagen. Aber kaum ein Konzert ist so gut besucht wie das Weihnachtskonzert. Kein Wunder, bei einer Konzeption, die gleichermaßen Kinder, die Eltern- und die Großelterngeneration anzuziehen scheint. Die damit verbundene Betriebsamkeit findet nur im Foyer statt.

Im Saal ist gespannte Aufmerksamkeit angesagt, beim Zuhören wie beim Mitsingen. Die Wiener Sängerknaben sind diesjähriger Gastchor, genauer einer der vier Chöre, der heute insgesamt 100 Knaben zählt, deren Wirken auf Kaiser Maximilian I., also eine Tradition von gut 500 Jahren, zurückgeht.

Sie spiegelt sich auch im Programm wieder. Nach der festlichen Eröffnung mit Händels Ouvertüre zur „Feuerwerksmusik“ durch das von David Reiland inspiriert geleitete „Orchestre philharmonique du Luxembourg“ erklingen Lobgesänge aus dem 17. bis 19. Jahrhundert, alle mit Begleitung des Orchesters, das sich erst mit Mozarts „Laudate Dominum“ aus den „Vesperae de Confessore“ optimal auf die schlanke Stimmführung der absolut intonationssicheren 25 Knaben eingestellt hatte. Besonders angebracht war das bei den zahlreichen Soli, die die Buben, natürlich unplugged, betont uneitel absolvierten.

Eine Entdeckung war der einzige, die Geburt Jesu thematisierende Gesang von Johann Ritter von Herbecks „Pueri concinite“. Der Komponist, der Mitte des 19. Jahrhunderts den Wiener Singverein gründete, verbreitet in diesem Lied eine im besten Sinne kontemplative Atmosphäre durch ein Wechselspiel von Chor und Solostimme, wobei letzterer einige berückend schöne Spitzentöne vorbehalten sind, die einen entsprechend lang anhaltenden Beifall hervorrufen, nachdem der kleine Solist sich längst wieder in die Reihen seiner Kameraden zurückgezogen hat.

Weinachtslieder zum Mitsingen

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Alfonso Salgueiro Lora

Nach der Pause dann die Weihnachtslieder zum Mitsingen. Camille Kerger besorgt dazu mit bewährtem Schwung und einem viersprachigen Kanon das Einsingen. Bei den deutschen, französischen und englischen Liedern gehen die Sängerknaben mit gutem Beispiel voran, werden aber in den Kehrreimen vom Plenum leicht übertönt.

So ist man froh, sie beim österreichischen „Es wird scho glei dumpa“ auch einmal a capella in ihrem vollen stimmlichen Glanz zu erleben. Gerne hätte man davon noch ein oder zwei Beispiele gehört, dirigiert von der jungen Koreanerin Bomi Kim, die als Leiterin des Chores zwar im Programm aufgeführt war, sich aber erst beim Schlussbeifall zeigte. Erwähnung verdienen noch die farbig instrumentierten und vom OPL akkurat ausgeführten Begleitungen aus den Federn des künstlerischen Direktors der Sängerknaben, Gerald Wirth, und Ivan Boumans.


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