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Wie die „Monuments Men“ Europas Kunst retteten
US-Schauspieler und -Regisseur George Clooney verfilmt die Geschichte der „Monuments Men“ in Deutschland.

Wie die „Monuments Men“ Europas Kunst retteten

Foto: Paul Zinken
US-Schauspieler und -Regisseur George Clooney verfilmt die Geschichte der „Monuments Men“ in Deutschland.
Kultur 2 Min. 14.04.2013

Wie die „Monuments Men“ Europas Kunst retteten

Mit dem Vormarsch der deutschen Truppen im Zweiten Weltkrieg setzten die Nationalsozialisten einen Kunstraub in gigantischem Maßstab in Gang. Die Spezialgruppe „Monuments Men“ sollte die Werke wieder sicherstellen.

(dpa) - Es war ein Beutezug, wie ihn die Geschichte bis dahin nicht erlebt hatte: Mit dem Vormarsch der deutschen Truppen im Zweiten Weltkrieg setzten die Nationalsozialisten einen Kunstraub in gigantischem Maßstab in Gang. Mehr als fünf Millionen Werke verschwanden aus Museen, Kirchen und jüdischen Privatsammlungen.

Auf Hitlers Befehl sollte „Reichsfeldmarschall“ Hermann Göring ein „Führermuseum“ in Linz aufbauen. Erst nach 1945 wurden die meisten Objekte zurückgegeben - unter anderem Dank einer Gruppe von Kunsthistorikern und Kuratoren, die hinter den Alliierten-Linien die geraubten Güter sicherstellten.

Die Geschichte dieser „Monuments Men“, wie die rund 350 Männer und Frauen aus 13 Ländern im Militärjargon hießen, hat der Amerikaner Robert M. Edsel in einem Buch nacherzählt, das sich wie eine Mischung aus Bildungsroman und Krimi liest.

Film von und mit Clooney

Dass sich „Monuments Men. Die Jagd nach Hitlers Raubkunst“ auch hervorragend zum Filmplot eignet, ahnte auch George Clooney. Der Hollywoodstar dreht nach der Geschichte in diesen Tagen seinen neuen Film in Berlin und Potsdam. Clooney führt Regie und spielt die Hauptrolle, den Kunsthistoriker George Stout.

Der Mann mit dem schmalen Oberlippenbart und einem Revolver an der Hüfte erscheint auf den Fotos in Edsels Buch wie eine Mischung aus Indiana Jones und Ernest Hemingway. Stout galt als Fachmann für Erhalt und Restaurierung von Kunstwerken. Im Januar 1943 meldete er sich für den Kriegsdienst, in der Hoffnung etwas zur Rettung der Kunst beitragen zu können.

Erst auf Druck von amerikanischen Museumsdirektoren wurde eine Sondereinheit gebildet. Es gehe um einen Kampf, „der dem Schutz unserer Zivilisation dient“, sagte US-Präsident Dwight D. Eisenhower. Stout wurde zum Koordinator der Mission ernannt. Es wurde seine Lebensaufgabe.

Retter an vorderster Front

Stout hatte viele Helfer. Unklar war, welche Befugnisse die „Monuments Men“ überhaupt hatten. Die US-Generäle ließen sich von Kunsthistorikern ungerne hineinreden. Von Sizilien aus rückten Stouts Leute mit den Truppen nach Norden vor. Auch bei der Alliierten-Landung in der Normandie waren „Monuments Men“ dabei. In dem von den Deutschen besetzten Frankreich stützten sich die Kunstretter auf ein Netz von Informanten, das bis in die Spitze des Louvre-Museums reichte.

Als Stout im August 1945 Europa verließ, war er mehr als 50 000 Kilometer in einem von den Deutschen erbeuteten VW kreuz und quer durch Westeuropa gefahren. Kurz danach wurde erhielt er einen neuen Marschbefehl - zu den US-Truppen nach Japan.

  • Robert M. Edsel: Monuments Men. Die Jagd nach Hitlers Raubkunst. Residenz Verlag, Wien, ISBN 978-3701733040