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Wer ist Myriam Muller?: Journalismus ist auch ihr Element
Kultur 1 26.03.2016

Wer ist Myriam Muller?: Journalismus ist auch ihr Element

Kultur 1 26.03.2016

Wer ist Myriam Muller?: Journalismus ist auch ihr Element

Christophe LANGENBRINK
Christophe LANGENBRINK
Wer Myriam Muller das erste Mal begegnet, hat das Gefühl eine zarte und gefühlsbetonte Person zu treffen. Wer jedoch etwas genauer hinschaut und den aufmerksamen Blick erhascht, entdeckt in den wachsamen, grünen Augen eine starke Persönlichkeit, die weiß was sie will.

Klar strukturiert, bestimmt im Ton und durchaus gewillt, sich auf Diskussionen einzulassen, wusste Myriam Muller genau, wie sie die Redaktion überzeugen konnte.

„Eine Redaktion zu leiten, ist in etwa vergleichbar eine Theatertruppe zu führen ... Beide sind sensible Wesen, manchmal divenhaft, die ab und zu eine harte und führende Hand benötigen“.

Dabei liegt die Betonung nicht auf hart. Vielmehr liegt sie bei der „directrice artistique du Théâtre du Centaure“ auf der Führung. Selbstbestimmt gibt sie ganz natürlich den Ton an, ohne sich im Ton zu vergreifen.

Wer diese Kraft der Überzeugung besitzt, benötigt erst gar nicht laut artikulierte Argumente. Als natürliches Talent mit feinem, journalistischem Gespür hat Myriam Muller Themen auf den Punkt gebracht, mit denen die Redaktion ohne allzu großen Diskussionsbedarf arbeiten konnte.

Geschickt ist sie in die Rolle der Chefredactrice geschlüpft. Ob sie nun mehr eine Rolle gespielt hat oder tatsächlich voll und ganz in ihrer neuen Position als „Chefredactrice“ aufgegangen ist, bleibt wohl ihr Geheimnis.

Die Redaktion hat auf jeden Fall keinen Unterschied gemerkt. Denn in Diskussionen bleiben ihre Argument stets sachlich. Natürlich bleibt bei einer Schauspielerin, die vielen aus dem Film von Pol Cruchten „Hochzäitsnuecht“ (1992) als Catherine bekannt sein sollte, eine Prise Charme nicht verborgen. Gekonnt eingesetzt hat sie dann doch auch den letzten skeptischen Redakteur überzeugen können.

Dabei ist sie sprachlich sehr begabt. Ob in Französisch, Deutsch oder Luxemburgisch der Umgang mit der Sprache gelingt ihr spielerisch. Auch beruflich hat sie ihre polyglotte Seite ausreizen können. Denn sie hat schon Rollen in englischer Sprache gespielt.

Auf eine knappe Formel gebracht. Wäre ihre Welt nicht die darstellende, könnte der Journalismus durchaus eine Heimat sein.