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Fernsehen verliert bei Jüngeren an Boden
Kultur 2 Min. 11.08.2016 Aus unserem online-Archiv
Video- und Musik-Streaming auf dem Vormarsch

Fernsehen verliert bei Jüngeren an Boden

Das Smartphone wird für junge Leute zum Lebensmittelpunkt. Fernseher, Stereo-Anlage oder MP3-Player verlieren an Bedeutung.
Video- und Musik-Streaming auf dem Vormarsch

Fernsehen verliert bei Jüngeren an Boden

Das Smartphone wird für junge Leute zum Lebensmittelpunkt. Fernseher, Stereo-Anlage oder MP3-Player verlieren an Bedeutung.
Foto: dpa-tmn
Kultur 2 Min. 11.08.2016 Aus unserem online-Archiv
Video- und Musik-Streaming auf dem Vormarsch

Fernsehen verliert bei Jüngeren an Boden

Volker BINGENHEIMER
Volker BINGENHEIMER
Mit den jungen Leuten um die 18 Jahre wächst eine Generation heran, die mit digitalen Medien schon seit der Kindheit vertraut ist. Klassische Medien haben es mit dieser Altersgruppe schwer – auch das Fernsehen verliert an Beliebtheit.

(vb) – Mit den jungen Leuten um die 18 Jahre wächst eine Generation heran, die mit digitalen Medien schon seit der Kindheit vertraut ist. Klassische Medien haben es mit dieser Altersgruppe schwer – auch das Fernsehen verliert an Beliebtheit.

Eine brandneue Studie aus Deutschland zeigt, wie rapide das Medium Fernsehen bei jungen Leuten an Boden verliert. So sagen 21 Prozent der Befragten zwischen 18 und 24 Jahren, sie hätten in den vergangenen sechs Monaten einen Fernseher kaum oder überhaupt nicht eingeschaltet. Stattdessen wandert die Mediennutzung immer mehr ins Internet ab. Laut der Studie der Hochschule Fresenius und des „Wissenschaftlichen Institut für Infrastruktur und Kommunikationsdienste“ haben 57 Prozent der jungen Leute Videoinhalte auf dem Laptop, 24 Prozent auf dem Smartphone und 14 Prozent auf dem Tablet geschaut. Vielfach greifen sie auf Streaming-Dienste wie Netflix oder Youtube zurück. Doch auch die Mediatheken der klassischen Fernsehsender stehen bei den jungen Leuten hoch im Kurs.

In die gleiche Richtung zeigen auch Daten aus Luxemburg. Hierzulande schauen junge Leute deutlich weniger Fernsehen als die Über-25-Jährigen. Laut einer Studie des Forschungsinstituts Liser von 2014, die sich allerdings auf ältere Daten stützt, verbringen die Jüngeren zudem pro Tag weniger Zeit vor dem Fernseher. Geschaut werden am liebsten Serien, gefolgt von Filmen und Sport.

Streaming-Dienste wie Netflix (hier mit der Serie "House of Cards") können beim jungen Publikum punkten.
Streaming-Dienste wie Netflix (hier mit der Serie "House of Cards") können beim jungen Publikum punkten.
Foto: Melinda Sue Gordon

Musik übt eine ungebrochen hohe Anziehungskraft auf die jüngere Bevölkerung aus. Doch während junge Leute früher viel Geld in den Ausbau ihrer Schallplatten- und CD-Sammlung steckten, spielt der Wunsch nach Besitz der Alben nur noch eine untergeordnete Rolle. Der Konsum ist heute vorwiegend in das Streaming von Musikdateien abgewandert. Laut der deutschen Studie haben 62 Prozent der Unter-25-Jährigen in den letzten sechs Monaten keine CD mehr angerührt. Dafür steigt die Bereitschaft, für Streaming-Dienste zu bezahlen. Immerhin ein Viertel der Streaming-Nutzer haben bereits ein Abonnement abgeschlossen. Unter dem Trend, Musik immer und überall aus dem Netz abzuspielen, leidet nicht nur die gute alte Stereo-Anlage sondern auch nicht ganz so alte Erfindungen wie der MP3-Player.

Mehr jüngere Leser

Information und Unterhaltung auf Papier haben bei der jüngeren Zielgruppe einen schweren Stand. Recht gut schlägt sich dabei die Tageszeitung: In Luxemburg greifen der Liser-Studie (basierend auf etwas älteren Daten) 53 Prozent der jungen Leute regelmäßig zu einer Zeitung. Zudem beschäftigen sich die Zeitungsleser unter den jungen Leuten intensiver mit den Inhalten als ältere Leser. Die Zeitschriften leiden am meisten unter dem Aufstieg des Internets als Unterhaltungsmedium: Nur 38 Prozent der jungen Luxemburger nehmen noch regelmäßig eine Zeitschrift in die Hand. 1999 waren es noch 54 Prozent.

Eine zwiespältige Bilanz gibt es beim Buch. Zwar lesen insgesamt mehr junge Leute Romane und Sachbücher als Ende der 1990er Jahre, doch scheint sich diese Bevölkerungsschicht aufzuteilen zwischen einer Minderheit von fleißigen Lesern und einer Mehrheit von jungen Leuten, die eher selten zum Buch greifen.


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Foto: Monique W�stenhagen
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