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Um Fausti, Lofy und viele andere trauert die Kultur
Kultur 14 Min. 31.12.2021
Gestorben 2021

Um Fausti, Lofy und viele andere trauert die Kultur

Am 20. Februar 2021 hat sich Luxemburgs „Fausti National“ im Alter von 80 Jahren endgültig von der Bühne verabschiedet.
Gestorben 2021

Um Fausti, Lofy und viele andere trauert die Kultur

Am 20. Februar 2021 hat sich Luxemburgs „Fausti National“ im Alter von 80 Jahren endgültig von der Bühne verabschiedet.
Foto: LW Archiv
Kultur 14 Min. 31.12.2021
Gestorben 2021

Um Fausti, Lofy und viele andere trauert die Kultur

Erinnerungen nicht nur an Filmleute, Schriftsteller, Architekten und Musiker, die uns 2021 verlassen haben.

(mt, dpa, KNA) -  Die Erinnerung an verstorbene Kulturschaffende ist weniger Chronistenpflicht als eine Geste des Respekts. Sie eröffnet Kulturgeschichte als einen Raum, der in die Gegenwart ragt, und das nicht nur im Gedenken an prominente Tote.  

Januar

Mit Emile Hemmen hat die Luxemburger Literatur am 8. Januar ihren Doyen verloren. Hemmen wurde 97 Jahre alt, war diskret, aber dennoch eine wichtige Stimme der französischsprachigen Literatur in Luxemburg. Der Schriftsteller veröffentlichte einen Roman, etliche Erzählungen und Gedichte, in denen er sich über Krieg, Angst vor dem Verlust humanistischer Werte, Freiheitsdrang und Identität äußerte.

Der legendäre französische Stuntman Rémy Julienne ist am 21. Januar im Alter von 90 Jahren an den Folgen einer Corona-Infektion gestorben. Julienne hat in rund 1.400 Werken gefährliche Szenen ausgeführt, darunter in etlichen Bond-Filmen. In seiner Karriere hat Julienne unter anderem Alain Delon, Jean-Paul Belmondo, Yves Montand, Roger Moore und Sean Connery gedoubelt.

Februar

Christopher Plummer im März 2018 bei der 90. Oscar-Verleihung auf dem roten Teppich
Christopher Plummer im März 2018 bei der 90. Oscar-Verleihung auf dem roten Teppich
Foto: AFP

Der kanadische Oscar-Preisträger Christopher Plummer ist am 5. Februar im Alter von 91 Jahren gestorben. Plummer war mehr als 50 Jahre im Filmgeschäft tätig. Er wirkte in Filmen wie „12 Monkeys“ und „Star Trek VI: Das unentdeckte Land“ mit. 2012 holte der damals 82-Jährige den ersten Oscar in seiner langen Karriere - für die beste Nebenrolle in dem Drama „Beginners“. Plummer war nach Angaben der Filmakademie der älteste Schauspieler, der in dieser Kategorie einen Oscar erhielt.


Fausti ist tot: Entertainer und Gute-Laune-König
Niemand war so beliebt und wurde zugleich so belächelt wie Fausto Cima. Nun hat sich Luxemburgs "Fausti National" im Alter von 80 Jahren endgültig von der Bühne verabschiedet.

Niemand war so beliebt und wurde zugleich so belächelt wie Entertainer Fausto Cima. Am 20. Februar hat sich Luxemburgs „Fausti National“ im Alter von 80 Jahren endgültig von der Bühne verabschiedet. Das Großherzogtum trauerte um den Entertainer, dem in all den Jahrzehnten hierzulande nie jemand wirklich das Wasser reichen konnte.

Seine Finger schwebten über die Tasten, an seine Konzerte hängte er manchmal noch mehrstündige Soli dran, auch in Luxemburg, wo er mehrfach zu Gast in der Philharmonie war und im März dieses Jahres erneut hätte auftreten sollen. Am 9. Februar ist der große US-Jazzpianist Chick Corea mit 79 Jahren an einer seltenen Krebs-Erkrankung gestorben. Ein Konzert aus dem Jahr 1979 in der Echternacher Basilika an der Seite von Herbie Hancock wird vielen noch in Erinnerung sein. „Dans l’excellent cadre de la basilique, les deux ,jeunes’ briscards nous gratifèrent d’une nuit de jazz exceptionnelle en tirant de leurs pianos de concert des sons splendides de clarté et de densité“, schrieb das „Luxemburger Wort“ damals.

Chick Corea war mehrfach zu Gast in der Philharmonie in Luxemburg.
Chick Corea war mehrfach zu Gast in der Philharmonie in Luxemburg.
Foto: AFP

März

Der französische Tänzer Patrick Dupond, ein über die Welt des Balletts hinaus verehrter Star, ist am 5. März im Alter von 61 Jahren gestorben. Er war ein hochbegabter und launischer Tänzer, der sich trotz eines mehrfach gebrochenen Schicksals an die Bühne klammerte. Sein Vater verließ das Haus sehr früh und seine Mutter versuchte, die Energie des aufmüpfigen und unruhigen Sohnes zu bändigen, indem sie ihn zum Fußball und Judo anmeldete. Aber ohne Erfolg. Erst im Ballett fand er seinen Weg. Max Bozzoni, ein ehemaliger Tänzer an der Pariser Oper und Ballettlehrer, nahm ihn unter seine Fittiche.

Der französische Regisseur Bertrand Tavernier ist am 25. März gestorben. Er stellte als europäischer Humanist und Cinephiler die Kraft des Kinos ganz in den Dienst von Erinnerung und Versöhnung. Der Verehrer des US-amerikanischen Genre-Kinos und des französischen „Qualitätsfilms“ begann in der Filmkritik und drehte bitter-ironische Historienfilme („Le juge et l'assassin“), Abrechnungen mit nationalen Mythen („La vie et rien d'autre“) und scharfsichtige Gegenwartsdramen („L.627“), aber auch vielschichtige Krimis („L'horloger de Saint Paul“). In Dokumentationen und Büchern sowie als Präsident des Institut Lumière in Lyon machte sich Tavernier zudem um die Erinnerung an die Filmgeschichte verdient.  

Bertrand Tavernier winkt beim Photocall für seinen Film "Voyage A Travers le Cinema Francais" beim 69. Filmfestival 2016 in Cannes.
Bertrand Tavernier winkt beim Photocall für seinen Film "Voyage A Travers le Cinema Francais" beim 69. Filmfestival 2016 in Cannes.
Foto: dpa

Für sein umfassendes Repertoire erhielt der französische Filmemacher 2015 beim Filmfest in Venedig den Goldenen Ehrenlöwen für sein Lebenswerk. Die Begründung der Jury: Er sei ein nonkonformistischer und couragierter vielseitiger Autor. 

April

Der amerikanische Rapper DMX, gebürtig Earl Simmons, ist am 9. April nach einem Herzanfall im Alter von 50 Jahren gestorben. Der Rapper wurde in den 1990er-Jahren mit Hits wie „Party Up“ und „Get At Me Dog“ bekannt. DMX war dreimal für den wichtigsten Musikpreis Grammy nominiert.

Die italienische Schlager- und Chansonsängerin Milva.
Die italienische Schlager- und Chansonsängerin Milva.
Foto: Bodo Schackow/dpa

Feuerrot das Haar, rollendes R, glanzvolle Auftritte in glitzernden Roben. Die italienische Schlager- und Chansonsängerin Milva erfüllte viele Klischees. Als Diva mit herausragendem Talent wurde sie gefeiert. Dazu der passende Name: „La Rossa“, die Rote. Mit 81 Jahren ist sie am 23. April in Mailand gestorben. In Luxemburg war sie mehrmals, unter anderem beim Sommerfestival in Wiltz und zuletzt in Esch/Alzette, wo sie Brecht-Lieder sang.

Mai

Die US-Schauspielerin und Oscar-Gewinnerin Olympia Dukakis ist am 1. Mai nach längerer Krankheit im Alter von 89 Jahren in New York City gestorben. Dukakis wirkte in Dutzenden Filmen und TV-Serien mit. Für ihre Rolle in der Romantikkomödie „Moonstruck“ von Norman Jewison, in der sie die Mutter der von Cher gespielten Loretta verkörperte, wurde sie 1988 mit dem Oscar als beste Nebendarstellerin geehrt.

Mit seinen Glas-Stahl-Monumentalbauten und seinen futuristischen Flughafenterminals hat Helmut Jahn Architekturgeschichte geschrieben. Im Alter von 81 Jahren ist Jahn am 8. Mai nach einem Fahrradunfall in Campton Hills gestorben. Inspiriert von Bauhaus-Legende Mies van der Rohe wurde er mit kühnen Hochhäusern und Bürotürmen berühmt.  Der Architekt gestaltete in den USA unter anderem das heute wegen vieler Reparaturarbeiten kritisierte Thompson Center in Chicago. In Deutschland zählen der Post-Tower in Bonn, die Bayer-Konzernzentrale in Leverkusen und der Skyline-Tower in München zu seinen bekannteren Arbeiten. Seine kühnen Bauwerke brachten ihm – angelehnt an den „Turnvater“ Jahn – auch den Beinamen „Turmvater“ Jahn ein.

Ikonisches Kinderbuch: "The Very Hungry Caterpillar", auf Luxemburgisch "De Raup, dee Lächer mécht", verkaufte sich 50 Millionen Mal seit 1969. Der Schöpfer der nimmersatten Raupe, Eric Carle, ist im Mai gestorben.
Ikonisches Kinderbuch: "The Very Hungry Caterpillar", auf Luxemburgisch "De Raup, dee Lächer mécht", verkaufte sich 50 Millionen Mal seit 1969. Der Schöpfer der nimmersatten Raupe, Eric Carle, ist im Mai gestorben.
Foto: AFP

„Die kleine Raupe Nimmersatt“ gehört zu den berühmtesten Kinderbüchern der Welt - am 23. Mai ist ihr Schöpfer, der amerikanische  Autor und Illustrator Eric Carle, im Alter von 91 Jahren gestorben.

Juni

„Mir geht es um Wärme. Das möchte ich haben: Dass meine Bauten innen drin und auch außen Wärme ausstrahlen“, sagte Gottfried Böhm in einem Interview zu seinem 100. Geburtstag am 23. Januar 2020. Am 9. Juni ist der deutsche Architekt, der in Luxemburg mit dem Sitz der Deutschen Bank in Kirchberg und dem Verwaltungsbau der Arbed in Esch/Alzette markante Wegmarken hinterlässt, im Alter von 101 Jahren gestorben. Der Pritzker-Preisträger Böhm wurde durch spektakuläre Kirchenbauten wie den Pilgerdom in Neviges bei Düsseldorf berühmt. Er galt als einer der gefragtesten Architekten der Nachkriegszeit und hat mehr als 50 Sakralbauten geschaffen.


Wil Lofy.Wil Lofy kreierte Melodischen Péckvillchen.Der bekannte Kuenstler Wil Lofy hat sich zur diesjaehrigen Eimaischen etwas besonderes einfallen lassen.. Emaischen 1980. Foto: unbekannt
Ein Freibeuter zwischen Stadtgrund und Chile
Wil Lofy war eine wichtige Figur der Luxemburger Kunst, ein eigenwilliger Mensch, der so lebte, wie er es sich erträumt hatte.

Er war ein Sohn der roten Erde, ein Freigeist, der ganz bewusst Kunstschulen und Trends aller Art missachtet hat, der seinen eigenen Weg gegangen ist und dennoch – oder gerade dadurch – der luxemburgischen Kunstlandschaft seinen Stempel aufdrücken konnte. Wil Lofy ist am 28. Juni im Alter von 84 Jahren gestorben. Der Künstler war zudem ein großer Reisender, ein abenteuerlustiger Seemann, der viele Jahre lang die Ozeane bereist hat und nun seine allerletzte Ruhe finden wird. Es bleiben seine Kunstwerke, vor allem seine Skulpturen im öffentlichen Raum, die in vielen Ecken des Landes weiterhin an das vergangene Luxemburg, seine Sagen, Märchen und Legenden erinnern werden.

Juli

Schauspieler Ender Frings ist am 6. Juli im Alter von 62 Jahren gestorben. Er wurde dem Luxemburger Publikum bekannt durch sein Mitwirken in Andy Bauschs „Troublemaker“-Filmtrilogie an der Seite von Thierry van Werveke.


Schauspieler Ender Frings gestorben
Er spielte den Chuck Moreno neben Thierry van Wervekes Johnny Chicago. Frings wurde 62 Jahre alt.

In den Filmen „Troublemaker“, „Back in Trouble“ und „Trouble No More“ spielte Frings die Rolle des Chuck Moreno. Die Serie startete 1988 und endete im Jahre 2010. Ender Frings war des weiteren Musiker und Sänger bei den bekannten Luxemburger Bands Everyday Zulu und Nazz Nazz, der auch Thierry Van Werveke angehörte.

Sein „Parlament der Bäume“ entstand auf dem ehemaligen Grenzstreifen zwischen DDR und BRD. Der Berliner Aktionskünstler Ben Wagin wollte damit ein Mahnmal für den Frieden schaffen, und setzte sich auch für eine andere Auseinandersetzung mit der Natur ein. Er starb am 28. Juli im Alter von 91 Jahren. Ben Wagin, der 1930 im heutigen Polen geboren wurde, lebte seit den 1950ern in Berlin. Er setzte sich über Jahrzehnte mit der Natur und mit der deutschen Teilung auseinander. Bei seinen Projekten bewies er große Ausdauer. Er bastelte auch mal eine Installation aus Aktenordnern, um damit die Mauer als bürokratisches Monstrum zu zeigen.


Die Band ZZ Top  konnte ihr Publikum erneut begeistern.
ZZ Top: kurz aber heftig
Am Donnerstagabend war die texanische Kultband in der Rockhal  für einen knappen, aber energiegeladenen Set zu Gast.

Rocker Dusty Hill, eines der bärtigen Mitglieder der Rockband ZZ Top, ist am 27. Juli gestorben. „Wir sind traurig über die heutige Nachricht, dass unser Kumpel Dusty Hill zu Hause in Houston, Texas, im Schlaf gestorben ist“, teilten die weiteren Mitglieder der Gruppe, Billy Gibbons und Frank Beard, auf der Webseite der Band mit. Hill wurde 72 Jahre alt. 2014 gastierten ZZ Top in der Rockhal in Esch/Alzette: „Kurz aber heftig“ konstatierte damals die Wort-Kulturredaktion.  

August

Der berühmte jamaikanische Musiker Lee „Scratch“ Perry ist am 29. August mit 85 Jahren gestorben. Perry gehörte als Produzent und Sänger in den 1960er und 70er-Jahren zu den Pionieren der Reggae-Musik sowie des daraus entstandenen Genres Dub. Er arbeitete mit der Reggae-Legende Bob Marley sowie anderen bekannten jamaikanischen Musikern zusammen, aber auch mit Künstlern aus anderen Ländern wie Paul McCartney, The Clash und den Beastie Boys.

 Charlie Watts
Charlie Watts
picture alliance / dpa

Der Schlagzeuger der legendären Rockband The Rolling Stones, Charlie Watts, ist am 24. August im Kreis seiner Familie mit 80 Jahren friedlich in einem Londoner Krankenhaus gestorben. 


(FILES) In this file photo taken on November 13, 2012 Charlie Watts of the Rolling Stones arrives at the Ziegfeld Theater to view "Crossfire Hurricane" in New York. - Charlie Watts, drummer with legendary British rock'n'roll band the Rolling Stones, died on August 24, 2021 aged 80, according to a statement from his publicist. (Photo by Don EMMERT / AFP)
Die Stones verlieren ihr Fundament
Charlie Watts war gelebtes Understatement. Ein Musiker, der wusste, was er kann. Und der nicht wollte, was er nicht konnte. Er wird fehlen.

Der Musiker hatte früh seine Liebe zu Jazz und Blues entdeckt, sich aus einem alten Banjo sein erstes Schlagzeug gebastelt – es war der Beginn einer jahrzehntelangen Karriere mit diversen Jazz-Formationen und eben den Rolling Stones. Der Drummer galt als einer der bestgekleideten Rockstars. Doch im Gegensatz zu Sänger Mick Jagger und Gitarrist Keith Richards mied er das Rampenlicht. Als Jazzmusiker wusste er musikalische Kollaborationen zu schätzen und schweißte die Stones zusammen – nicht nur, wenn er den Rhythmus auf der Bühne vorgab, sondern vor allem, wenn sich Jagger und Richards über Jahre hinweg immer wieder verkrachten.

September

Als Komponist, Dirigent, Schriftsteller, Widerstandskämpfer und Politiker wurde er international berühmt, für seine Landsleute war er die Stimme des Volkes und die „Stimme Griechenlands“, am 29. Juli hatte er noch seinen 96. Geburtstag gefeiert, Mikis Theodorakis ist am 2. September gestorben. 


ARCHIV - 20.03.2007, Griechenland, Athen: Der griechische Komponist Mikis Theodorakis lächelt während der Präsentation seines Werks "Odyssee" im Palasttheater. Mikis Theodorakis ist am 2. September im Alter von 96 Jahren in Athen gestorben, wie griechische Medien am 02.09.2021 übereinstimmend mitteilte. Foto: epa ANA Pantzartzi/epa ANA/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Komponist Mikis Theodorakis gestorben
In Griechenland galt er als Volksheld, auch international berührte und inspirierte Mikis Theodorakis Millionen.

Der griechische Komponist Mikis Theodorakis war ein weltweit anerkannter Protagonist der zeitgenössischen Musik und in seiner Heimat auch durch sein kontroverses politisches Engagement berühmt. Zu seinen zahlreichen Filmmusiken gehörten insbesondere Werke von Costa-Gavras („Z“) und Michael Cacoyannis, wobei vor allem seine Arbeit für „Alexis Sorbas“ Filmgeschichte schrieb.  

Die französische Filmikone, Schauspieler Jean-Paul Belmondo, ist am 6. September im Alter von 88 Jahren in seinem Haus in Paris gestorben. Der Mann mit dem Spitznamen Bébel spielte in 80 Filmen mit und hinterließ unvergessliche Rollen: Ein junger Schauspieler in „A bout de souffle“ oder hängend aus einem Hubschrauber über Venedig in „L'homme de Rio“.


Eine Ära des französischen Kinos geht zu Ende
Es gibt in Frankreich keine dominanten Schauspieler mehr, keine, die es schaffen, mit Zigarette im Mund Millionen von Fans in die Kinos zu locken.

1986 war Jean-Paul Belmondo auch einmal in Luxemburg. Der Anlass: Eine Retrospektive auf das Werk von Paul Belmondo, Vater des Schauspielers, in der Villa Vauban. Damals waren um die 180 Werke des renommierten Bildhauers und Malers – Gips- und Bronzeskulpturen, Aquarelle, Zeichnungen und Medaillen – ausgestellt. Heute sind sie Teil der Sammlung Belmondo, die im Pariser Vorort Boulogne-Billancourt zu sehen ist. Zeitgleich zur Ausstellung fand eine Filmretrospektive über das Werk des Schauspielers Belmondo statt.


Jean-Paul Belmondo und Lydie Polfer 1986 bei einem Besuch des Schauspielers in Luxembourg
Adieu Bébel
Seine Filme brachten 130 Millionen Menschen in die Kinos. Sie mochten ihn vor allem in der Rolle des kleinen Gauners. Nach Luxemburg kam er auch.

Die spanische Sängerin María Mendiola vom Frauen-Duo Baccara ist am 11. September mit 69 Jahren „im Kreise ihre Lieben“ friedlich eingeschlafen, so die Familie. An der Seite von Mayte Mateos (70) war Mendiola in der zweiten Hälfte der 70er-Jahre erfolgreich. Kurz nach der Gründung des Duos im Jahr 1977 landeten sie mit „Yes Sir, I Can Boogie“ einen Welthit. Erfolgreich waren die beiden Spanierinnen in Zusammenarbeit unter anderem auch mit Liedern wie „Sorry I'm a Lady“, „Ay, Ay Sailor“ und „Darling“. Beim Eurovision Song Contest 1978 in Paris vertrat das Duo Luxemburg. Mit „Parlez-vous français?“ belegte es Platz sieben.

Der Mitgründer der britischen Rockband Status Quo, Musiker Alan Lancaster, ist am 26. September im Alter von 72 Jahren gestorben. Er litt seit Jahren an Multipler Sklerose. Lancaster hatte die Band 1985 verlassen und anschließend auch juristische Auseinandersetzungen mit seinen früheren Band-Kollegen geführt. Für eine Reunion-Tour 2013/14 spielte er aber doch noch einmal mit der Stammbesetzung zusammen.

Oktober

Als die letzte Note im Amsterdamer Concertgebouw verklang und Bernard Haitink den Dirigentenstock senkte, erhob sich das Publikum zu einer letzten großen Ovation für den Meister. Acht Minuten und sechs Sekunden lang dauerte der Applaus – eine Ewigkeit für die eher nüchternen Niederländer. Und es hätte noch länger gedauert, wenn Haitink selbst den Applaus nicht mit einer festen, klaren Handbewegung gestoppt hätte. 


ARCHIV - 07.05.2003, Nordrhein-Westfalen, Köln: Der niederländische Dirigent Bernard Haitink dirigiert die Wiener Philharmoniker bei einer Probe in der Kölner Philharmonie.  Er sei am Donnerstag, 21.10.2021 im Alter von 92 Jahren in seinem Haus in London im Beisein seiner Familie gestorben. Der in Amsterdam geborene Haitink war weltweit berühmt und vielfach ausgezeichnet worden. Foto: Hermann Wöstmann/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Dirigent Bernard Haitink ist tot
Bernard Haitink war ein Welt-Star wider Willen. 65 Jahre lang begeisterte er Musikliebhaber in aller Welt, auch in Luxemburg.

Am 21. Oktober starb der große und geliebte Dirigent in London im Alter von 92 Jahren. Mit einer großen Verbeugung hatte sich das Amsterdamer Publikum im Juni 2019 von seinem geliebten Dirigenten verabschiedet. Mehr als 60 Jahre lang war er eng mit dem Königlichen Concertgebouw-Orchester verbunden gewesen. Seine Weltkarriere war offiziell mit dem letzten Konzert am 6. September 2019 im Schweizerischen Luzern zu Ende gegangen.

November

Der brasilianische Pianist Nelson Freire ist am 1. November im Alter von 77 Jahren in Rio de Janeiro gestorben. Nelson Freire spielte in Dutzenden Ländern, oft zusammen mit der argentinischen Pianistin Martha Argerich, und verfügt über eine umfangreiche und preisgekrönte Diskografie. Der Musiker war regelmäßig zu Gast in Luxemburg. So auch im Januar 2017, als Nelson Freire mit den Solistes européens Luxembourg unter der Leitung von Christoph König, in der Philharmonie auftrat.

Der deutsche Schauspieler, Sänger, Synchronsprecher und Regisseur Volker Lechtenbrink ist am 22. November im Alter von 77 Jahren gestorben. Seinen großen Durchbruch feierte er bereits mit 14, als er in Bernhard Wickis Antikriegsfilm „Die Brücke“ (1959) einen der sieben Jungen spielte, die kurz vor Kriegsende sinnlos eine Brücke verteidigen müssen. Nach Stationen an Theatern in Hannover, Köln, Berlin, München und Hamburg, folgten zahlreiche Fernsehauftritte („Derrick“, „Ein Fall für zwei“). In den 1970er-Jahren startete Lechtenbrink seine Karriere als Musiker und Moderator.

Dezember

Die Liedzeilen werden unvergessen bleiben „Music was my first love / And it will be my last“ – der britische Musiker John Miles ist am 5. Dezember im Alter von 72 Jahren nach kurzer Krankheit friedlich eingeschlafen. Miles war vor allem für seinen Hit „Music“ aus dem Jahr 1976 bekannt. In den letzten Jahren war er als quasi unumstößlicher Teil der „Night of the Proms“-Tour mehrmals in Luxemburg zu Gast. In einer Mitteilung seiner Familie auf der Facebook-Seite des Künstlers hieß es in Anlehnung an die erste Zeile des Songs: „You were our first love and will be our last.“

Der Hightech-Architekt Richard Rogers ist am 18. Dezember im Alter von 88 Jahren verstorben. Er galt als einer der erfolgreichsten und einflussreichsten Architekten weltweit. Richard Rogers' bekanntestes Bauwerk ist der radikale Kulturpalast Centre Pompidou in Paris, den er zusammen mit dem Italiener Renzo Piano entwarf. Rogers studierte erst in London, dann mit Norman Foster in Yale. Nach seinem weltweiten Durchbruch in den siebziger Jahren mit dem Centre Pompidou entwarf er das Hauptquartier für den Versicherungsmarkt Lloyd's of London; es folgten der Millennium Dome, der Terminal 5 des Flughafens Heathrow sowie das Leadenhall Building im Londoner Finanzbezirk.


Das gepflegte Wort war Henri Losch ungemein wichtig.
Der „Här Lehrer“ und das Wort
Der Lehrer und Mann hinter vielen Projekten wie "Déi Zwéi vum Bierg" ist im Alter von 90 Jahren verstorben.

Er hat sein ganzes Leben gerne mit Wörtern gearbeitet und gespielt. Als Grundschullehrer, Schauspieler im Theater oder im Kino, Autor, Diktionsprofessor oder als Moderator und Präsentator hat er stets das geschriebene Wort mit viel Liebe zum Detail und Empathie gepflegt. Henri Losch ist am 25. Dezember im Alter von 90 Jahren gestorben.   

Die französisch-schweizerische Fotografin Sabine Weiss, eine der wichtigsten Vertreterinnen der humanistischen Fotografie, starb am 28. Dezember im Alter von 97 Jahren an ihrem Wohnort in Paris. Weiss hat mit ihren Alltagsbildern die „Photographie Humaniste“ geprägt. Sie hatte ein Gefühl für das Besondere im Alltag und stellte auf ihren Fotos den Menschen in den Mittelpunkt. Die gebürtige Schweizerin hatte die französische Staatsbürgerschaft angenommen und arbeitete seit 1949 in ihrem Atelier in der französischen Hauptstadt.

Fotografin Sabine Weiss
Fotografin Sabine Weiss
Foto: AFP


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Welt der Musik in Trauer
Bernard Haitink war ein Welt-Star wider Willen. 65 Jahre lang begeisterte er Musikliebhaber in aller Welt, auch in Luxemburg.
ARCHIV - 07.05.2003, Nordrhein-Westfalen, Köln: Der niederländische Dirigent Bernard Haitink dirigiert die Wiener Philharmoniker bei einer Probe in der Kölner Philharmonie.  Er sei am Donnerstag, 21.10.2021 im Alter von 92 Jahren in seinem Haus in London im Beisein seiner Familie gestorben. Der in Amsterdam geborene Haitink war weltweit berühmt und vielfach ausgezeichnet worden. Foto: Hermann Wöstmann/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Zum Tod Jean-Paul Belmondos
Seine Filme brachten 130 Millionen Menschen in die Kinos. Sie mochten ihn vor allem in der Rolle des kleinen Gauners. Nach Luxemburg kam er auch.
Jean-Paul Belmondo und Lydie Polfer 1986 bei einem Besuch des Schauspielers in Luxembourg
Französische Filmikone
Für viele war er einfach nur Bébel, Jean-Paul Belmondo, ein Schauspieler der Nouvelle Vague und actionbetonter Komödien, eine Ikone der siebten Kunst.
(FILES) In this file photograph taken on May 17, 2011, French actor Jean-Paul Belmondo poses on the red carpet before a ceremony in his honor and the screening of "The Beaver" presented out of competiton at the 64th Cannes Film Festival in Cannes, southern France. - Actor Jean-Paul Belmondo, one of postwar French cinema's biggest stars, has died aged 88, his lawyer told AFP on September 6, 2021. Belmondo, who first came to fame as part of the French New Wave film movement with films like "Breathless" by Jean-Luc Godard, went on to become a household name acting in 80 films across many genres, including comedies and thrillers. (Photo by Valery HACHE / AFP)
Zum Tod von Charlie Watts
Charlie Watts war gelebtes Understatement. Ein Musiker, der wusste, was er kann. Und der nicht wollte, was er nicht konnte. Er wird fehlen.
(FILES) In this file photo taken on November 13, 2012 Charlie Watts of the Rolling Stones arrives at the Ziegfeld Theater to view "Crossfire Hurricane" in New York. - Charlie Watts, drummer with legendary British rock'n'roll band the Rolling Stones, died on August 24, 2021 aged 80, according to a statement from his publicist. (Photo by Don EMMERT / AFP)
Musikwelt in Trauer
Schlagzeuger Charlie Watts war für viele die Seele der Rolling Stones, er schaffte Ausgleich zu den Band-Hitzköpfen.
ARCHIV - 12.01.2010, Bayern, München: Charlie Watts, Schlagzeuger von den Rolling Stones, gastiert im Variete GOP mit der Band ABC & D of Boogie Woogie.  Der Schlagzeuger der legendären Rockband Rolling Stones, Charlie Watts, ist tot. ** SW-Version ** Foto: picture alliance / dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Erbauer der Deutschen Bank in Kirchberg
Spektakuläre Betonbauten, die in der Nachkriegszeit heftige Debatten auslösten - das war das Markenzeichen des Kölner Architekten Gottfried Böhm.
ARCHIV - 30.11.1999, --: Der Architekt Gottfried Böhm in einer undatierten Aufnahme. Der Kölner Architekt Gottfried Böhm ist tot. Er starb im Alter von 101 Jahren, wie sein Büro bestätigte. Böhm wurde durch spektakuläre Kirchenbauten wie den Pilgerdom in Neviges bei Düsseldorf berühmt. (ACHTUNG: Nur Schwarz/weiß Foto verfügbar) Foto: dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Seine Finger schwebten über die Tasten, an seine Konzerte hängte er manchmal noch mehrstündige Soli dran. Nun starb der große US-Jazzpianist Chick Corea. Ein Konzert, dass er im März in der Philharmonie geben sollte, wurde ersatzlos gestrichen.
Am Donnerstagabend war die texanische Kultband in der Rockhal  für einen knappen, aber energiegeladenen Set zu Gast.
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