Trifolion feiert zehnten Geburtstag

„Echternach nicht neu erfinden“

Für den Trifolion-Leiter Ralf Britten hat das Kulturzentrum in den letzten zehn Jahren weitgehend zur Promotion der Stadt beigetragen. Mein Quartier Echternach, le 18 Avril 2016. Photo: Chris Karaba
Für den Trifolion-Leiter Ralf Britten hat das Kulturzentrum in den letzten zehn Jahren weitgehend zur Promotion der Stadt beigetragen. Mein Quartier Echternach, le 18 Avril 2016. Photo: Chris Karaba
Foto: Chris Karaba

von Thierry Hick 

 „Echternach muss sich nicht neu erfinden. In dieser Stadt ist alles vorhanden, viel Geschichte und viel Potenzial, das aufgewertet werden muss. Es muss auch Vertrauen hergestellt werden, denn wir haben unsere maximalen Kapazitäten noch nicht erreicht. Diese Bemühungen müssen in den richtigen Kontext gesetzt werden: In der Stadtentwicklungsstrategie ist Kultur ein Teil des Ganzen“, unterstreicht Ralf Britten unermüdlich.

Für den Trifolion-Leiter hat das Kulturzentrum in den letzten zehn Jahren weitgehend zur Promotion der Stadt beigetragen. Das Haus wurde seinerzeit auch für die lokalen Akteure gebaut – unter anderem das Echternacher Festival, dessen „operative Organisation“ von diesem Jahr an vom Trifolion übernommen wird.

"Fantasy-World"- Sandmalerei vom feinsten.
"Fantasy-World"- Sandmalerei vom feinsten.
Foto: Trifolion

Lokale Verankerung

„Diese lokale Verankerung ist uns gelungen“, freut sich Britten, „Die Musikschule im gleichen Gebäude zu integrieren war eine ausgezeichnete Entscheidung“.

Die lokalen Vereine konnten mit ihrem Publikum Zutritt zum Trifolion gewinnen. Der Weg für ausländische Bürger und Zuschauer der Abteistadt bleibt hingegen schwierig. Bereits bei der Eröffnung 2008 betonte Britten, dass das Kulturzentrum ein Ort der Begegnung für alle Stadtbürger werden sollte. „Wir müssen aber noch daran arbeiten“, so Britten. Ein Fado-Konzert zu veranstalten, solle nicht zum Selbstzweck werden, andere Wege zu einem engeren Kontakt zu den ausländischen Bürgern sollen gesucht werden: „Die Trennung zwischen den einzelnen Gemeinschaften soll aufgebrochen werden.“

Ute Lemper wird am Jubiläumswochenende erwartet...
Ute Lemper wird am Jubiläumswochenende erwartet...
Foto: Trifolion

„Die Mischung macht's“

Das Programmangebot der kommenden Wochen, soll – über das Jubiläumswochenende am 21. und 22. April hinaus – die Vielseitigkeit des kulturellen Lebens des Hauses, der Stadt und der gesamten Region widerspiegeln. „Die Mischung macht's“, unterstreicht Ralf Britten.

Dass dabei ein möglicher „roter Faden“ im Programm fehlt, ist gewusst. „Dies ist nicht unser Auftrag“, betont Britten und streicht hervor das Trifolion habe auch „eine Bildungsfunktion“, deren Ziel es nun mal sei, sich an ein breites Publikum zu wenden.

Das geschriebene Wort

Und trotzdem wird in Echternach parallel eine bewusste Nischenpolitik weitergeführt. Nach dem Schwerpunkt „Frieden“ 2017, heißt es 2018 „Gesundheit“. In der 2012 eingeführten Vortrags- und Talkreihe „Horizonte“ geht es „um das geschriebene Wort“, erklärt Britten und erinnert, dass Echternach, mit seinen Kirchen und seiner Abtei, seit mehr als 1 000 Jahren ein „Zentrum für die Verbreitung des geschriebenen und gesprochenes Wort“ ist. Weiterhin geht es in der kommenden Spielzeit mit Entertainment, Konzerten und Kabarett weiter. Mit Ute Lemper, Tom Gaebel, Shaolin Kung-Fun, dem Chœur de chambre de Luxembourg oder der kubanischen Band Choco y sus Complices wird Altbewährtes hier auf Neues treffen. Die Kooperationen mit verschiedenen Partnern werden auch weiter gesucht. Die Musikschule und das Lyzeum der Stadt sind an dem Projekt „Dorade Royale“ – ein Querschnitt aus 20 Jahren Musicals des LCE – beteiligt. Das „Carte Blanche“-Programm bietet eine „Plattform für kulturelle und gesellschaftliche Begegnungen“. Konzerte des European Union Baroque Orchestra werden nicht mehr stattfinden. Das Ensemble, das regelmäßig in Echternach in Residenz war, musste seine Aktivitäten wegen finanzieller Schwierigkeiten aussetzen. „Schade, denn wir hatten alle an dieses Projekt geglaubt“, bedauert Britten.

Highlights der Saison

  • Die Vortrags- und Talkreihe „Horizonte“ (Beginn: 10. März) beschäftigt sich in diesem Jahr mit dem Thema „Gesundheit“. Gastredner sind unter anderem Holger Stromberg, Reinhold Messner und Renate Zimmer.
  • Im „Kinder & Schule“-Zyklus sind die Sandmalerei-Show „Fantasy-World“ (4. März), das Musical „Lauras Stern“ (28. April) und die „Tour des Mélodies“ (13. Juni) geplant.
  • Konzerte, Kabarett und Entertainment sind ebenfalls angesagt: Shlomit Butbul (2. März), „Operette trifft Klassik“ (10. März), Shaolin Kung-Fu (4. April), Ute Lemper (21. April), Tom Gaebel (22. April), Choco y sus Complices (27. April), Schmit Happens (1. und 2. Juni).
  • Die Reihe „Judeum Epternacum“ (Beginn: 18. Januar) beschäftigt sich mit der jüdischen Geschichte Echternachs.
  • Im „Kooperationen“-Programm steht das Konzert „Dorade Royale – Best of LCE Musicals“ (11. bis 13. Mai) im Mittelpunkt. Weitere Infos und Tickets zu den einzelnen Veranstaltungen über:

www.trifolion.lu