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Trauer um Organisten : Pierre Drauth ist tot
Ein Leben für die Orgel: Pierre Drauth

Trauer um Organisten : Pierre Drauth ist tot

Foto: Tessy Hansen
Ein Leben für die Orgel: Pierre Drauth
Kultur 17.01.2017

Trauer um Organisten : Pierre Drauth ist tot

Pol SCHOCK
Pol SCHOCK
Der Musikprofessor, Organist und Komponist Pierre Drauth starb am 13. Januar im Alter von 91 Jahren, wie seine Familie mitteilte. Seine erste Komposition stammt bereits aus dem Jahr 1943.

(tw/ps) Der Musikprofessor, Organist und Komponist Nicolas Pierre Drauth ist tot. Er starb am 13. Januar im Alter von 91 Jahren, wie seine Familie mitteilte.

Pierre Drauth wurde am 14. Februar 1925 in Esch/Alzette geboren. Das musikalische Interesse wurde bei ihm schon mit zehn Jahren geweckt. Er war Mitglied des Kinderchores in Beles, mit elf lernte er Violine, etwas später auch Mandoline. Harmonie- und Orgellehre wurde Drauth von Heinz Finzel im Jahr 1943 in Düdelingen erteilt. Geprägt wurde er neben Pierre Schmit (Kontrapunkt) vor allem von Albert Leblanc, der ihn in Klavier und Orgel unterrichtete.

Erste Komposition im Arbeitsdienst

Seine Anfänge als Komponist machte Drauth im Jahr 1943, als er während des Zweiten Weltkriegs in Österreich im Arbeitsdienst war. Hier komponierte er seine erste Sonate, die er mit einem Freund aufführte. Neben diesem Auftritt interpretierte Drauth im Arbeitsdienst auch Operetten von Dicks und Lentz.

Nach dem Krieg wurde Drauth 1946 zum Titularorganisten an der Dekanatskirche in Esch/Alzette ernannt. Hier war er bis 1958 tätig, bevor er für ein Jahr nach Weimerskirch wechselte, später dann für zehn Jahre nach Limpertsberg. Von 1972 bis 2007 saß er an den Manualen der Orgel in Bonneweg.

Pierre Drauth Ende der 1990er-Jahre an seiner geliebten Heimatorgel.
Pierre Drauth Ende der 1990er-Jahre an seiner geliebten Heimatorgel.
Foto: Adam Jos/LW-Archiv

Im Musikkonservatorium in Liège nahm er Orgelunterricht bei Jeanne Demessieux. Die Kurse schloss er mit dem „Prix supérieur d'orgue avec médaille de l'Etat belge“ ab. Er erhielt in Harmonie, Orgel und Solfège ebenfalls drei erste Preise und ging als Bester seines Jahrgangs hervor. Nach seinen Studien wurde er 1958 zum Musikprofessor im hauptstädtischen Konservatorium in den Bereichen Solfège, Orgel, Klavier und Harmonie ernannt.

Sehr stolz war er stets auf seine Hausorgel, die er selbst entworfen hatte: Sie besitzt drei Manuale und zwanzig Register. Über Jahre war Pierre Drauth auch als Musikkritiker für die Kulturseiten des „Luxemburger Wort“ tätig. Er hinterlässt seine Frau Suzanne Drauth-Hammer sowie fünf Kinder.

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