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Theater Trier: Staatsanwalt ermittelt gegen Sibelius und Egger
Kultur 03.07.2017

Theater Trier: Staatsanwalt ermittelt gegen Sibelius und Egger

Unter der Intendanz von Karl Sibelius wurde das Budget um drei Millionen Euro überzogen. Dafür interessiert sich jetzt der Staatsanwalt.

Theater Trier: Staatsanwalt ermittelt gegen Sibelius und Egger

Unter der Intendanz von Karl Sibelius wurde das Budget um drei Millionen Euro überzogen. Dafür interessiert sich jetzt der Staatsanwalt.
Foto: Michael Merten
Kultur 03.07.2017

Theater Trier: Staatsanwalt ermittelt gegen Sibelius und Egger

Tom RUEDELL
Tom RUEDELL
Die Staatsanwaltschaft Trier hat Ermittlungen gegen den ehemaligen Intendanten Karl Sibelius und den ehemaligen Kulturdezerneten Thomas Egger aufgenommen. Es geht dabei um das Millionendefizit, das während Sibelius' Amtszeit verursacht wurde.

(tom) - Die Staatsanwaltschaft Trier hat am Montag mitgeteilt, dass sie Ermittlungen gegen den ehemaligen Generalintendanten des Theaters Trier, Karl Sibelius, und den ehemaligen Kulturdezernenten der Stadt, Thomas Egger, aufgenommen hat. Im Raum steht der Anfangsverdacht der Untreue. Zuvor hatte die Staatsanwaltschaft den Bericht des Rechnungsprüfungsamtes der Stadt Trier zum Haushalt des Stadttheaters der Jahre 2015 und 2016 ausgewertet. 

Mit dem Ermittlungsverfahren war zu rechnen gewesen: In der Amtszeit von Sibelius als Intendant war das Budget des Trierer Theaters massiv überzogen worden. Laut Angaben der Staatsanwaltschaft am Montag beliefen sich die Überziehungen im Jahr 2015 auf 1,3 Millionen Euro und 2016 auf 1,7 Millionen Euro.

Egger mitverantwortlich für Budgetüberziehung

Zunächst hatte Sibelius neben der künstlerischen auch die kaufmännische Leitung inne. Ab Juni 2016 war Egger als Kulturdezernent für die Budgetplanung des Theateretats mitverantwortlich - und daher, so Triers Leitender Oberstaatsanwalt Peter Fritzen, auch dafür, dass am Theater Zahlungsverpflichtungen eingegangen waren, die möglicherweise vom Haushaltsplan nicht gedeckt waren.

Es ergäben sich Anhaltspunkte dafür, dass der Stadt Trier dadurch ein Vermögensschaden entstanden ist, so Fritzen weiter. Die Mittel seien von Egger und Sibelius zwar nicht für "theaterfremde Zwecke" eingesetzt worden. Allerdings musste die chronisch klamme Stadt im Jahr 2016 einen zusätzlichen Kredit in Höhe von einer Million Euro aufnehmen, um das Defizit zu decken.

Fritzen weist ausdrücklich darauf hin, das Ermittlungen durch die Staatsanwaltschaft noch nicht bedeuten, dass sich die Beschuldigten tatsächlich strafbar gemacht haben. Man ermittle ergebnisoffen und verweise auf die Unschuldsvermutung.


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