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"The Secret Garden": Wo Wunder wachsen
Kultur 3 2 Min. 15.08.2020 Aus unserem online-Archiv

"The Secret Garden": Wo Wunder wachsen

Colin Firth gibt wieder einmal den perfekten englischen Gentleman - trotz Quasimodo-Buckel.

"The Secret Garden": Wo Wunder wachsen

Colin Firth gibt wieder einmal den perfekten englischen Gentleman - trotz Quasimodo-Buckel.
STX Films
Kultur 3 2 Min. 15.08.2020 Aus unserem online-Archiv

"The Secret Garden": Wo Wunder wachsen

Vesna ANDONOVIC
Vesna ANDONOVIC
Wer braucht denn schon ein Happy End? Aktuell? Wohl alle – und zwar Groß und Klein gleichermaßen. Und dabei geht es weder um Realitätsflucht noch Weltfremdheit. "The Secret Garden" zeigt, dass Heilung möglich ist und auch, dass den Weg dorthin jeder selbst gehen muss.

Ob abgeklärt und hartgesotten oder auch genau das Gegenteil davon, müssten wir uns, wenn wir wirklich ganz schonungslos ehrlich mit uns selbst sind, eingestehen, dass wir manchmal einfach wieder daran glauben wollen, was so viele sich selbst in größter Verzweiflung wie ein Mantra wiederholen: „Alles wird gut!“

Im Roman der amerikanischen Schriftstellerin Frances Hodgson Burnett, der 1911 erschien, ist das so. Nun kann man das Werk als „Kinderkram“ abtun, da es für eine junge Leserschaft geschrieben wurde. 

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Doch die Autorin von „Little Lord Fauntleroy“ hatte schon damals, als die ersten düsteren Anzeichen auf den ersten großen Weltenbrand hindeuteten, der drei Jahre später entfachen sollte, erkannt: Der Mensch braucht Hoffnung – und mag ihr Schimmer auch noch so klitzeklein sein.


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Vom magischen Indien ins düstere England

Als die Eltern der jungen Mary Lennox (Dixie Egerickx) an Cholera sterben, wird sie aus dem heimatlichen Indien ins ferne, düstere Großbritannien zum nicht minder finster anmutenden Onkel Archibald Craven (Colin Firth, wieder einmal als perfekt-distanter, britischer Edelmann) geschickt. 

Das Herrenhaus hat innen und außen so manches Geheimnis zu bieten: als sie wieder einmal der Aufsicht der strengen Haushälterin Mrs. Medlock (Julie Walters) entflohen ist, entdeckt Mary, die sich mit dem jungen Dickon (Amir Wilson) angefreundet hat, nicht nur einen bettlägerigen Cousin Colin (Edan Hayhurst), sondern auch einen geheimen Garten.

Und dieser hat scheinbar magische Kräfte ...

Das junge Waisenmädchen Mary Lennox (Dixie Egerickx) bringt mit ihrer Neugier nicht nur den Garten des Anwesens von Misselthwaite zum Wiederaufblühen.
Das junge Waisenmädchen Mary Lennox (Dixie Egerickx) bringt mit ihrer Neugier nicht nur den Garten des Anwesens von Misselthwaite zum Wiederaufblühen.
STX Films

Balsam für die Seele

Von seiner ersten Verfilmung, im Jahr 1919 durch Gustav von Seyffertitz über die letzte von Agnieszka Holland (1993) ist es die märchenhaft anmutende Verarbeitung ernster Themen wie Familiengeheimnisse, Wut, Enttäuschung, Angst, Krankheit, Tod, Verlust und Trauer, die ihre Zeitlosigkeit ausmacht. Statt darin Heile-Welt-Kitsch zu interpretieren, sollte man „The Secret Garden“ eher als allegorische Trauma-Therapie sehen.

Den kleinen Zuschauern Lust machen - der deutsche Trailer des Films:

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Für den unwiderstehlichen Charme verantwortlich ist dann nicht nur die positive Endnote, sondern auch die liebenswerten Charaktere, die für alle Altersklassen perfekte Identifikationsfiguren bieten – und hier von einer schlüssigen Besetzung getragen werden.

 „Downton Abbey“-Setting mit Technicolor–Touch  

Regisseur Marc Munden setzt bei seiner Adaptierung auf ebenso klassisches wie bezauberndes „Downton Abbey“-Setting mit Technicolor–Touch und taucht sein Publikum in eine visuelle Welt, die das englische „lush“ sprich „üppig“ perfekt umschreibt. 

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Der Regisseur spielt bewusst mit dem Farbkontrast zwischen trauriger Realität des Herrenhauses (kühlen Tönen) und den idyllischen Zufluchtsorten in Vergangenheit (Indien) und Natur (Garten), die in warm-satter Palette gezeigt werden, und lenkt so ebenfalls geschickt, da unbewusst die Emotionen der Zuschauer.

Und die ermutigende Moral? Die Natur heilt zwar nicht alle Wunden, aber sie zeigt, dass Genesung möglich ist ... 

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