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The Disliked setzen beim Fünften voll auf Reggae
Kultur 2 4 Min. 29.05.2019 Aus unserem online-Archiv

The Disliked setzen beim Fünften voll auf Reggae

In der aktuellen Besetzung steht die Band seit fünf Jahren auf der Bühne, gegründet wurde sie aber bereits 2002.

The Disliked setzen beim Fünften voll auf Reggae

In der aktuellen Besetzung steht die Band seit fünf Jahren auf der Bühne, gegründet wurde sie aber bereits 2002.
Foto: Alain Piron
Kultur 2 4 Min. 29.05.2019 Aus unserem online-Archiv

The Disliked setzen beim Fünften voll auf Reggae

Sophia SCHÜLKE
Sophia SCHÜLKE
Entspannte Band, gechillte Klänge: Die Luxemburger Band The Disliked stellt an diesem Freitag mit „Reggae Rescue“ ihr neues Album in der Kufa vor.

Ja, man hat richtig gehört. Raphael Dumont singt „Smoke dope, full metal jacket, we‘ll obey, yes sir“. Der Song „Atlantic Coast“ ist erklärtermaßen sein Lieblingslied. „Weil es das verrückteste ist“, sagt der Sänger von The Disliked und erklärt, wie dieser Refrain auf einer Tour in Südfrankreich entstand: „Das war nach einer harten Probe, nach der wir mit der Band schon früh um 11 Uhr auf einer Strandparty waren“.

Auch für den Zuhörer ist „Atlantic Coast“ ein Kurzausflug. Witziger Sprechgesang, harmonische Chorantwort, unter den Instrumenten fällt das helle Trommeln einer Steel Pan auf. Es ist ein Song, der unerwartet daherkommt und durch lausbübisch-entspannten Charme auch weniger rauchfreudigen Zeitgenossen ein Feixen ins Gesicht zaubern wird.

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„Atlantic Coast“ ist einer von elf Titeln des neuen Albums „Reggae Rescue“, welches die Band am Freitagabend in einem Konzert in der Kufa vorstellt. Mit der neuen Platte wollten Sänger Raphael Dumont, Trompeter Ben Nilles, Bassist Jean Hommel, Schlagzeuger John Wolter sowie die Gitarristen Cédric Metz und Laurent Biver eine neue Lebenssituation widerspiegeln: Die Band sieht sich definierter; nicht nur, weil sie seit fünf Jahren in dieser Besetzung besteht. Von anfänglichem Punk und später Ska hat sich die Band klar dem Reggae zugewandt. 


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„Das Reggae-Album war notwendig, wir sind entspannter als vor zehn Jahren“, beschreibt Dumont die Stimmung. Und Nilles erklärt: „Wir wussten mehr, was wir wollten. Das Album davor war mehr Sturm und Drang, jetzt ist weniger Sturm“. Heftige Gitarren, schwere Beats und viel Energie gehören dennoch dazu.

Klangfarben intensiv erforscht

Instrumentenpuristen, die Gitarrenriffs genauso schätzen wie Trompetensoli, und es lieben, wenn die Vielfalt der Instrumente bewahrt wird, anstatt sie in einem Mix untergehen zu lassen, werden an der Platte Freude haben. „Das liegt auch an der Aufnahmetechnik und dem Werdegang des Albums“, erklärt Nilles. „Wir haben mehr Zeit in die Erforschung der Klangfarben investiert und waren sehr offen beim Aufnehmen.“


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Im Gegensatz zu den Vorgängerplatten ist die Band diesmal auch nicht in das deutsche Kohlekeller Studio gefahren, sondern hat das Aufnahmestudio gewechselt. „Reggae Rescue“ haben die Musiker mit Tom Gatti im Daft Recording Studio im belgischen Malmedy eingesungen. Mit Produzent Charel Stoltz hatten sie bereits zwei Jahre an der Platte gearbeitet und in Luxemburg alle Songs aufgenommen. Dadurch eröffnete sich die Möglichkeit, sich in dem belgischen Studio mehr auf die Klangfarben zu konzentrieren.

In der Folge sei das Team mit einer Fertigkeit ins Studio gegangen, die bei Vorgängerplatten eigentlich erst nach dem Aufnehmen erreicht gewesen wäre. „Hier war es viel definierter, überlegter und intensiver“, präzisiert Nilles. Aufnahme und Postproduktion liefen teilweise parallel, alle Bandmitglieder waren die gesamten zwei Wochen im Studio. „Wir wussten viel genauer, was wir wollten“, pflichtet Dumont bei.

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Auf den aktuellen Videoclip „Money“ hat die Band viele positive Reaktionen bekommen. Sozialkritisch wollen sie allzu auf finanziellen Erfolg fixierten Zeitgenossen den Spiegel vorhalten. „Wir haben uns Bedürfnisse geschaffen, aus denen wir nicht so leicht wieder herausfinden. Um die alle zu erfüllen, müssten wir arbeiten, arbeiten“, erklärt Dumont. Unter der Regie von Tun Tonnar, mit dem die Sechs ebenfalls zum ersten Mal zusammengearbeitet haben, singt er vor einem Fairtrade-Geschäft, während Schauspieler Konstantin Rommelfangen als gestresster Anzugträger durch Kirchberg hetzt. „Wenn man sich für die Arbeit extra kleidet, lebt man ein bisschen dafür“, findet er.


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Die Zusammenarbeit für den Clip hat neue Sichtweisen auf den Song eröffnet. Nilles erklärt, was Songs wie „Money“ der Band selbst geben. „Jeder hat seinen Alltag. Am Wochenende ist das Musik machen eine Zuflucht, in der wir auf Distanz zu unserem alltäglichen Ich gehen.“

Auch wenn die Platte erst am Freitag in der Kufa vorgestellt wird, gab es am Wochenende bereits einen Vorgeschmack, wie die neuen Songs live klingen. Die Band hat zwei neue Songs beim Food For Your Senses (FFYS) vorgestellt. Dass dies die letzte Ausgabe des FFYS war, stimmt auch Dumont und Nilles nachdenklich, schließlich hat das alternative Festival auch die Geschichte ihrer Band entscheidend geprägt und ihre Entwicklung vorangetrieben.

Mehr Energie für die Musik

„Auf dem Food For Your Senses bin ich zur Band gestoßen“, erinnert sich Nilles und erklärt, „den ersten Tag habe ich noch bei einer anderen Band gespielt, am zweiten Tag dann mit ihnen; sie haben gefragt, ob ich Bock hätte mitzuspielen.“ Das war 2009. „Das Food For Your Senses war immer ein Fest für die luxemburgische Szene, da fehlt jetzt etwas“, sagt Nilles und erinnert sich, „vor einiger Zeit waren viele Leute in Luxemburg noch schlecht eingestellt, wenn Luxemburger Bands angekündigt wurden“. Aber das habe sich durch Festivals wie das FFYS geändert. Klar also, dass auch The Disliked hoffen, die Festival-Organisatoren mögen ein neues Projekt angehen.


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Doch The Disliked weiß auch so, wie es für sie weitergeht, denn die Band hat sich längst gefunden. „Der Stress aus dem Probenraum ist auch raus“, verrät Dumont und erklärt, „die musikalischen Unterschiede zwischen Profi- und Laienmusikern wurden eine Zeit lang zu stark in den Vordergrund gestellt.“ Ein offenes, klärendes Gespräch brachte die Wende. Die frei gewordene Energie investiert die Band bereits in das nächste Album, zudem ist für nächstes Jahr auch schon eine EP geplant. Mit noch mehr Reggae.
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Release-Konzert von „Reggae Rescue“ an diesem Freitag, 20 Uhr, in der Kufa. Karten (17 Euro im Vorverkauf, 20 Euro an der Abendkasse, inklusive Album-Download). Als Vorband spielt Le Vibe. 


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