Wählen Sie Ihre Nachrichten​

„Tel Aviv on Fire“ für Luxemburg im Oscar-Rennen
Kultur 1 2 Min. 24.09.2019 Aus unserem online-Archiv

„Tel Aviv on Fire“ für Luxemburg im Oscar-Rennen

Assi drängt Salam (r.) zu Drehbuchveränderungen.

„Tel Aviv on Fire“ für Luxemburg im Oscar-Rennen

Assi drängt Salam (r.) zu Drehbuchveränderungen.
Foto: Samsa Film
Kultur 1 2 Min. 24.09.2019 Aus unserem online-Archiv

„Tel Aviv on Fire“ für Luxemburg im Oscar-Rennen

„Humor erlaubt uns, bestimmte Stereotypen aufzubrechen und anders zu reflektieren." Mit dieser Idee drehte Sameh Zoabi „Tel Aviv on Fire“, eine Samsa Film-Koproduktion. Nun schickt die nationale Auswahlkommission für den Luxemburger Wettbewerbsbeitrag die Komödie um den Sechs-Tage-Krieg als „Bester nicht-englischsprachiger Film“ ins Oscar-Rennen.

(C./sop/dco) - Gedreht wurde unter anderem in den Studios des „Filmlands“ in Kehlen, in Saeul und Dommeldingen, zudem wirkten zahlreiche Luxemburger Kreative im technischen Team mit: „Tel Aviv on Fire“ heißt die Samsa Film-Koproduktion, welche die nationale Auswahlkommission für den Luxemburger Wettbewerbsbeitrag als „Bester nicht-englischsprachiger Film“ bei der 92. Oscar-Verleihung ins Rennen schickt.

Die Komödie von Sameh Zoabi, die von Produktionspartnern in Frankreich, Belgien und Israel mitgetragen wird, entstand mit Unterstützung des Filmfunds zu 70 Prozent in Luxemburg. Der Film spielt während des Sechs-Tage-Krieges 1967 in Jerusalem, Israel, und in Ramallah, das von der isrealischen Armee besetzt wird.

360 Videos werden hier nicht unterstützt. Wechseln Sie in die Youtube App, um das Video anzusehen.

„Es ist Zeit, der sehr tragischen Situation in Palästina Aufmerksamkeit zu zollen”, erklärte Regisseur Sameh Zoabi Mitte März, als der Film beim LuxFilmFest als Luxemburgische Vorpremiere gezeigt wurde

„Es ist nicht normal, was dort passiert und der Konflikt wird schlimmer. Aber Humor erlaubt uns, bestimmte Stereotypen aufzubrechen und anders anzuschauen, einen Schritt zurückzutreten und anders zu reflektieren”, fuhr der Regiesseur fort.  

Sameh Zoabi schloss beim LuxFilmFest nicht aus, wieder in Luxemburg zu drehen.
Sameh Zoabi schloss beim LuxFilmFest nicht aus, wieder in Luxemburg zu drehen.
Foto: Laurent Blum

„Für mich, als Palästinenser, der in Israel aufgewachsen ist, war Humor immer eine Möglichkeit, um mit dem Konflikt umzugehen, wie eine Art Überlebensinstinkt”, schlussfolgerte Zoabi.  

Bereits Preise ergattert

Klar, dass da nur die Wahl einer Komödie blieb, um den Konflikt zu thematisieren: Salam, ein 30-jähriger Palästinenser, der in Jerusalem lebt und am Set der erfolgreichen arabischen Serie „Tel Aviv on Fire“ arbeitet, muss jeden Morgen dieselbe Straßensperre überqueren, um in Ramallah zu arbeiten.   


Faith Baloyi als Polizistin Beauty in „Flatland“.
Fünf Luxemburger Koproduktionen in Toronto
Starker Filmauftritt in Kanada: Insgesamt werden fünf Luxemburger Koproduktionen beim renommierten Toronto International Filmfestivals, kurz TIFF, gezeigt.

Doch eines Tages wird Salam von Assi, einem israelischen Offizier und Fan der Serie, verhört. Um durchzukommen, behauptet Salam, der Drehbuchautor zu sein – und Assi erkennt seine Chance, der Serie einen neuen Dreh zu geben.   

Der Film feierte seine Weltpremiere im September 2018 bei der 75. Ausgabe der Filmfestspiele von Venedig. Hauptdarsteller Kais Nashif konnte dabei den Orizzonti-Preis als bester Schauspieler gewinnen. Der Streifen gewann außerdem weitere rund zwanzig Auszeichnungen, darunter den Jam-Preis für die beste Musik beim Montpellier Cinemed Festival für den Komponisten André Dziezuk. 

Die finalen Oscar-Nominierungen in der Kategorie werden im Januar 2020 bekannt gegeben. Die 92. Oscar-Verleihung findet am 9. Februar 2020 statt. 


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Bewegte Preisträger, persönliche Reden
"Dieser Film ist meine Geschichte": Nicht nur Regisseur Richard Billingham bedankte sich mit einer bewegenden Rede für die Auszeichnung, die er am Samstagabend im Kinepolis beim LuxFilmFest erhalten hat.
Richard Billingham (l.) bewegte mit seinem Sozialdrama "Ray & Liz" nicht nur die Jury. Kulturministerin Sam Tanson (r.) gratulierte.
Luxemburger Produktion in Venedig ausgezeichnet
Beim Festival in Venedig erhielt Kais Nashi für seine Rolle in der luxemburgischen Produktion "Tel Aviv on Fire" den Orizzonti-Preis des besten Schauspielers. Gleich zwei Preise gingen an Produktionen des Streaming-Anbieters Netflix - darunter der Goldene Löwe für den besten Film.