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Stern des Südens
Kultur 3 Min. 18.09.2015 Aus unserem online-Archiv
Programmvorstellung opderschmelz

Stern des Südens

Legende Charles Lloyd ist im opderschmelz zu Gast.
Programmvorstellung opderschmelz

Stern des Südens

Legende Charles Lloyd ist im opderschmelz zu Gast.
Foto: opderschmelz
Kultur 3 Min. 18.09.2015 Aus unserem online-Archiv
Programmvorstellung opderschmelz

Stern des Südens

Im kommenden Trimester bietet Luxemburgs südlichster Kulturmagnet ein Programm aus lokalen und internationalen Größen, das vor allem Musikliebhaber erfreuen dürfte.

Von Pol Schock

„Kultur braucht Zeit“, so Danielle Igniti. Die künstlerische Leiterin des „Centre culturel régional Dudelange opderschmelz“ ist keine Unbekannte in Luxemburgs Kulturszene. Seit 1990 ist die temperamentvolle Kulturmanagerin mit – wie könnte es auch anders sein – italienischen Wurzeln im Dienste der Kultur für die Stadt Düdelingen unterwegs. Doch erst in den letzten Jahren habe, so Igniti, die Arbeit Früchte getragen und sich die Kulturszene in Düdelingen etabliert.

Dennoch kein Grund für die engagierte Leiterin, sich auf dem Erfolg auszuruhen. Im kommenden Trimester bietet Luxemburgs südlichster Kulturmagnet ein Programm aus lokalen und internationalen Größen, das vor allem Musikliebhaber erfreuen dürfte.

Stanley Jordan tritt als Einmannorchester auf.
Stanley Jordan tritt als Einmannorchester auf.
Foto: MILENAR IMAGEM

Traditionell trumpft das Haus mit Hochkarätern des Jazz auf. Demnach ist es wenig überraschend, dass für das Eröffnungskonzert des ersten Saisontrimesters am Freitag, dem 2. Oktober, mit Stanley Jordan ein begnadeter Jazzer aus Übersee eingeflogen wird. Der talentierte Gitarrist tritt als Einmannorchester auf und baut sich seine Musik selbst auf; Schicht für Schicht, aus Gitarren-, Bass-, Klavier- und Schlagzeug-Loops. Das Livelooping, eine Kunstform, die zunächst vor allem bei Straßenmusikern beliebt war, findet sich seit geraumer Zeit mehr und mehr auf Bühnen wieder – mit atemberaubenden Ergebnissen.

Das Highlight für alle Jazzliebhaber steht allerdings am Dienstag, dem 27. Oktober, an. Mit Charles Lloyd ist es dem Kulturzentrum gelungen, eine Jazzlegende nach Düdelingen zu bringen. Der berühmte Saxofonist stand in den 1960er-Jahren mit Cream, Jimmy Hendrix und Janis Joplin auf der Bühne und wurde so selbst zum Kultmusiker. Lloyd gilt heute immer noch als Referenz, da er nicht etwa als gestandener Altstar sein erfolgreiches Programm abspult, sondern beständig sein Repertoire mit musikalischen Leckerbissen ergänzt.

Funk und Soul mit Nathalia M. King am 15 Oktober.
Funk und Soul mit Nathalia M. King am 15 Oktober.
Foto: Bertrand Fvre

Im Rahmen des Festivals „Touch of Noir“ – einem Konzeptfestival, in dessen Zentrum das „Schwarze“ als Leitlinie stehen soll, treten mit Sylvain Rifflet und Jon Irabagon sowie Nathalia M. King zwei weitere Größen des Jazz auf. Während King als Sängerin ihren Weg in der Musik mit ihrem speziellen Klang unterstreicht, widmen Rifflet und Irabagon ihr Set dem schillernden Straßenmusiker Moondog, einem Protagonisten der New Yorker Jazzszene in den 1940er-Jahren.

Planungssicherheit durch Budgeterhöhung

Doch opderschmelz kann nicht nur internationalen Jazz. „Von 29 Darbietungen haben wir 13 Veranstaltungen Luxemburger Künstler im Angebot“, sagt Danielle Igniti. Neben dem Pianisten Francesco Tristano, der sich für ein Solidaritätskonzert für Griechenland die Ehre gibt, stehen beispielsweise auch die lokalen Bands Soleil Noir um die Muhlen-Brothers sowie Go By Brooks auf der Bühne.

Im Theaterstück "Le Frigo" wird der gesellschaftliche Umgang mit Krankheiten wie AIDS thematisiert.
Im Theaterstück "Le Frigo" wird der gesellschaftliche Umgang mit Krankheiten wie AIDS thematisiert.
Foto: opderschmelz

Etwas kurz kommen, bei diesem dominanten Musikprogramm, die anderen Kunstformen. Zwar gibt es mit der Koproduktion „Philoktet“, der Reprise von „Le Frigo“ sowie den Ausstellungen von Serge Ecker und Mike Bourscheid einige vielversprechenden Theaterproduktionen und Kunstausstellungen, dennoch hätte das Haus sein Programm durchaus vielfältiger aufstellen können.

Nach den Planungsunsicherheiten des letzten Jahres durch die Kündigung der staatlichen Konventionen konnte sich opderschmelz allerdings glücklich schätzen, zu den wenigen Kulturhäusern zu gehören, die eine Budgeterhöhung erhielten. Kulturministerin Maggy Nagel sehe, so Igniti, in opderschmelz ein „Vorzeigehaus“. Folglich standen zur Programmgestaltung 20 000 Euro mehr zur Verfügung, so dass das Budget sich auf 220 000 Euro behob.

Auch die Zuschauerzahlen konnten in der Saison 2013/14 um 3 200 auf etwa 15 000 Besucher gesteigert werden. Ihre Beständigkeit scheint sich demnach für Danielle Igniti auszuzahlen.

Kartenbestellungen unter Tel. 47 08 95 1 oder www.luxembourgticket.lu. Für das Festival „Touch of Noir“ bietet opderschmelz einen Pass für 45 Euro an.

www.opderschmelz.lu

Weitere Programmvorstellungen:

- CAPE, ein Haus der Vielfalt

- Generationswechsel im Stillen





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