Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Start der Berlinale: Hunde auf Bärenjagd
Kultur 2 2 Min. 15.02.2018 Aus unserem online-Archiv

Start der Berlinale: Hunde auf Bärenjagd

Seit dem 13. Februar wir der rote Teppich ausgelegt.

Start der Berlinale: Hunde auf Bärenjagd

Seit dem 13. Februar wir der rote Teppich ausgelegt.
Foto: AFP
Kultur 2 2 Min. 15.02.2018 Aus unserem online-Archiv

Start der Berlinale: Hunde auf Bärenjagd

Daniel CONRAD
Daniel CONRAD
Der Teppich bleibt rot. Aber sonst ist bei der Berlinale dieses Jahr vieles anders als sonst. Das geht gleich zu Beginn los: Hunde stürmen die Leinwand.

(dpa/dco) - Die Berlinale kommt auf den Hund. Heute werden die 68. Internationalen Filmfestspiele Berlin mit der Weltpremiere von Wes Andersons Animationsfilm „Isle of Dogs“ eröffnet. Zur Gala im Festivalpalast am Potsdamer Platz sind mehr als 1600 Gäste angesagt.

Der 48-jährige Anderson („The Royal Tenenbaums“) will zusammen mit den prominenten Stimmen seines Hundefilms kommen, darunter Tilda Swinton, Greta Gerwig, Bill Murray, Jeff Goldblum und Bryan Cranston. Auch zahlreiche deutsche Filmgrößen wie Mario Adorf, Senta Berger, Fatih Akin, Daniel Brühl, Iris Berben und Wim Wenders werden erwartet.

360 Videos werden hier nicht unterstützt. Wechseln Sie in die Youtube App, um das Video anzusehen.

Festivaldirektor Dieter Kosslick empfängt Stars und Sternchen auf dem angestammten roten Teppich. Die Online-Petition, den Teppich aus Protest gegen den Missbrauch in der Filmbranche schwarz einzufärben, konnte sich nicht durchsetzen. Sie hatte bis Mittwoch mehr als 20.000 Unterstützer.

#MeToo

Dennoch dürfte die #MeToo-Debatte die elf Festivaltage entscheidend prägen - angefangen von der Eröffnungsgala mit der politisch versierten Moderatorin Anke Engelke bis hin zum Besuch des südkoreanischen Kultfilmers Kim Ki-duk, der sich in seiner Heimat selbst Gewaltvorwürfen ausgesetzt sieht.

Die deutsche Kulturstaatsministerin Monika Grütters  forderte eine offene Auseinandersetzung mit Machtmissbrauch hinter den Kulissen. „Angst und Schweigen waren viel zu lange seine stillen Komplizen. Es ist gut, dass damit Schluss gemacht wird und dass sich nun vermehrt Frauen und auch Männer zur Wehr setzen“, erklärte sie. „Wir brauchen hier einen Kulturwandel, an dem alle mitwirken!“

Luxemburg bei der Biennale

Neben den inoffiziellen Besuchen der Filmemacher und der Branchentreffs im Hintergrund bleibt als Höhepunkt aus Luxemburg-interner Sicht der traditionelle Berlinale-Empfang in der Luxemburger Botschaft am Montagabend. Rund um den Empfang werden offiziell Auszeichnungen des Großherzogtums an die TV-Stars Jean Pütz und Ranga Yogeshwar, sowie den Autor Tom Hillenbrand vergeben.

Zuvor aber steht das Hungerdrama „Black 47“, das die Luxemburger Samsa Film koproduziert hat, im Berlinale Hauptwettbewerb im Fokus; auch wenn er nicht um Preise konkurrieren darf. Zudem werden die ersten beiden Folgen der von der Luxemburger Iris Productions „Bad Banks“ in der Reihe „Berlinale Special/Series“ gezeigt. (Mittwoch, 21.2., 17 Uhr)

360 Videos werden hier nicht unterstützt. Wechseln Sie in die Youtube App, um das Video anzusehen.

Eine weitere Besonderheit in diesem Jahr: Ein Mitglied der 27. Ökumenischen Jury der Berlinale kommt aus den Reihen des „Luxemburger Wort“. Die Leiterin der LW-Kulturredaktion, Vesna Andonovic, wird in der unabhängigen Jury für die Filmorganisationen der evangelischen und der katholischen Kirchen über Auszeichnungen mitentscheiden.

Diesmal gehen insgesamt 19 Filme ins Bären-Rennen. Die renommierten Bären-Preise werden vor dem abschließenden Publikumstag am 24. Februar verliehen. Über die Vergabe entscheidet eine sechsköpfige Jury unter Vorsitz von „Lola rennt“-Regisseur Tom Tykwer. Mit dabei: die belgische Schauspielerin Cécile de France und die amerikanische Independant-Produzentin Adele Romanski.

Der deutsche Regisseur Tom Tykwer (v.M.), die belgische Schauspielerin  Cecile de France (v.l.), die US-Produzentin Adele Romanski (v.r.), der spanische Regisseur Chema Prado (h.l.), die US-Filmkritikerin Stephanie Zacharek (h.M.) und der japanische Musiker und Komponist Ryuichi Sakamoto (h.r.) bilden die Hauptjury der Berlinale.
Der deutsche Regisseur Tom Tykwer (v.M.), die belgische Schauspielerin Cecile de France (v.l.), die US-Produzentin Adele Romanski (v.r.), der spanische Regisseur Chema Prado (h.l.), die US-Filmkritikerin Stephanie Zacharek (h.M.) und der japanische Musiker und Komponist Ryuichi Sakamoto (h.r.) bilden die Hauptjury der Berlinale.
Foto: AFP

Die Berlinale gilt mit jährlich mehr als 300 000 verkauften Tickets als das größte Publikumsfestival der Welt. Sie wird aus dem Etat von Grütters mit 7,7 Millionen Euro unterstützt. Diesmal sind in den verschiedenen Reihen insgesamt 385 Filme zu sehen. Ein Schwerpunkt sind erneut Serien.

Auch der britische Sänger Ed Sheeran (26, „Perfect“) hat sich angesagt. Am 23. Februar wird die Doku „Songwriter“ von Murray Cummings über ihn vorgestellt. Die deutschen Fans seien wahrscheinlich die treuesten der Welt, sagte er der Deutschen Presse-Agentur vorab. „Sie sind echte Musikliebhaber: Sie hören zu an den Stellen, an denen sie zuhören sollen, und sie kreischen dann, wenn sie es sollen.“


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Rumänischer Film gewinnt Berlinale
Eine filmische Entdeckungsreise in die Welt der Sexualität aus Rumänien gewinnt den Goldenen Bären der Berlinale. Diskussionen dürften vorprogrammiert sein.
Die rumänische Regisseurin Adina Pintilie (l.) und die britische Darstellerin Laura Benson. Ihr Film "Touch Me Not" bekam den Goldenen Bären der Berlinale 2018.
Licht aus, Film ab
Elf Tage Filmfestival in Luxemburg, an denen es mehr als vierzig Mal heißen wird: Licht aus, Film ab. Am Donnerstagabend ist der Auftakt mit der Luxemburger Koproduktion "The Breadwinner".
Luxembourg City Film Festival: d’Virbereedungen fir d’Ouverture en Donneschdeg, le 20 Fevrier 2018. Photo: Chris Karaba