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Star-Architekt : Albert Speer junior ist tot
Albert Speer junior ist im Alter von 83 Jahren vertorben.

Star-Architekt : Albert Speer junior ist tot

Foto: Wikicommons
Albert Speer junior ist im Alter von 83 Jahren vertorben.
Kultur 16.09.2017

Star-Architekt : Albert Speer junior ist tot

Pol SCHOCK
Pol SCHOCK
Er war weltweit gefragt. Besonders am Herzen lag Albert Speer junior, Städte für Mensch und Umwelt verträglich und nachhaltig zu gestalten. Nun ist der Star-Architekt und Sohn von Adolf Hitlers Rüstungsminister mit 83 Jahren gestorben.

(ps/dpa) - Albert Speer junior ist tot. Wie deutsche Medien berichten, soll der weltweit angesehene Stadtplaner im Alter von 83 Jahren an den Folgen eines Sturzes in seinem Haus gestorben sein. 

Albert Speer ist 1934 in Berlin geboren. Er war der älteste Sohn von Albert Speer, dem Architekten und Rüstungsminister von Adolf Hitler und wuchs in Berchtesgaden auf.  Speer junior war zwölf Jahre alt, als sein Vater nach dem Zweiten Weltkrieg als Kriegsverbrecher für 20 Jahre verurteilt wurde. Er zog zu den Großeltern nach Heidelberg und wurde nach der mittleren Reife Schreiner. Das Abitur holte er später nach, studierte Architektur in München und wurde Stadtplaner.

1964 gründete er sein eigenes Büro in Frankfurt. Er sollte das Stadtbild seiner Wahlheimat nachhaltig prägen und gestaltete unter anderem den Neubau der Europäischen Zentralbank.  Seit 1970 war Speer Mitglied der Deutschen Akademie für Städtebau- und Landesplanung.

Speer verwirklichte weltweit Projekte:  der Victoria-Turm in Mannheim, der Masterplan für die Expo 2000 in Hannover, Städteplanung in Russland und China oder auch Fußballstadien in China und Südafrika. Ob Europa, Asien oder Afrika: Nach Speers Ansicht konnte überall „intelligent“ gebaut werden.

Der Schatten des Vaters

Speer war sehr daran gelegen, in Medien und Öffentlichkeit nicht mit seinem Vater - dem gleichnamigen Chefarchitekten und Rüstungsminister des NS-Diktators Adolf Hitler - in Verbindung gebracht werden, wie er der dpa zu seinem 75. Geburtstag sagte. Dennoch konnte er dem Schatten seines Vaters kaum entrinnen.

Doch Speer junior stellte sich seiner Familiengeschichte. Zusammen mit zwei weiteren Geschwistern hat er sich etwa an Heinrich Breloers dreiteiligem Doku-Drama über den NS-Großbaumeister beteiligt, den die ARD 2005 ausstrahlte. Auch sein Großvater und Urgroßvater waren schon Architekten.

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